Sonntag, 20. September 2026

DietzenbachNachhaltiger und noch smarter

[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform.
Gruppenbild mit Förderurkunde im Schatten eines Baumes

Mit der Weiterentwicklung der bestehenden Smart-City-Infrastruktur schafft die Stadt Dietzenbach eine wichtige Grundlage für mehr Nachhaltigkeit – und spart Stromkosten.

(Bildquelle: Stadt Dietzenbach)

Die Stadt Dietzenbach will ihr bestehendes Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung erweitern. Das schon vorhandene System verbindet Sensoren und LoRaWAN-Hardware mit den IoT-Backends einer offenen urbanen Datenplattform sowie mit Dashboards und Fachanwendungen. Die Infrastruktur wird bereits für Anwendungen in den Bereichen Verkehr, Abfallwirtschaft, Bewässerung, Parkraummanagement, Lichtsteuerung und Umweltmonitoring genutzt. Für die Erweiterung erhält die Stadt rund 395.000 Euro aus dem Programm Starke Heimat Hessen. Staatssekretär Nicolas Sölter übergab den Förderbescheid an den Dietzenbacher Bürgermeister Dieter Lang.

Energieverbrauch besser steuern

Für das Energiemonitoring sollen 55 Ausleseköpfe an Stromzählern und 14 an Gaszählern installiert werden. Sie sollen die Verbrauchsdaten kommunaler Gebäude kontinuierlich erfassen und an die Datenplattform übermitteln. Manuelle Ablesungen könnten dadurch entfallen. Die Stadt erwartet zugleich eine verlässlichere Datengrundlage, um Verbrauchsentwicklungen auszuwerten und mögliche Einsparpotenziale zu erkennen.
Die Messwerte sollen über Dashboards aufbereitet und für die zuständigen Stellen zugänglich gemacht werden. Damit will Dietzenbach nicht nur den Verwaltungsaufwand senken, sondern auch den Energieeinsatz in den betrachteten Gebäuden genauer steuern. Bürgermeister Dieter Lang erklärte, die Stadt könne auf diese Weise ihre vorhandene Smart-City-Infrastruktur weiterentwickeln und Stromkosten reduzieren.

Sensoren für den Winterdienst

Der zweite neue Anwendungsfall betrifft die Erkennung winterlicher Gefahrenstellen. Sensoren im Straßenboden sowie in Fahrzeugen sollen mikroklimatische Bedingungen und den Zustand der Fahrbahn an besonders relevanten Stellen erfassen. Die gewonnenen Daten sollen frühzeitig Hinweise auf mögliche Glätte liefern. Auf dieser Grundlage will der Winterdienst seine Einsätze gezielter planen und Streusalz bedarfsgerechter einsetzen. Bislang notwendige Kontrollfahrten, bei denen Beschäftigte die Straßenverhältnisse vor Ort prüfen, könnten teilweise entfallen. Die automatisierte Datenerfassung soll damit sowohl die Reaktionsfähigkeit als auch den Einsatz von Personal und Material verbessern.

Erprobte Lösungen werden nachgenutzt

Dietzenbach übernimmt die beiden Anwendungen von anderen hessischen Kommunen und integriert sie in die bereits vorhandene technische Umgebung. „Genau für die Nachnutzung bereits erfolgreicher datenplattformbasierter Use Cases, wie Dietzenbach sie plant, haben wir die zweite Förderlinie in unser Förderprogramm aufgenommen“, sagte Staatssekretär Sölter. Seit 2025 unterstützt das Land damit Kommunen dabei, bereits erprobte datenbasierte Lösungen zu übernehmen und an die eigenen Anforderungen anzupassen. Dietzenbach greift dabei auf die Erfahrungen anderer Kommunen, aber auch auf Erfahrungen mit dem bestehenden eigenen Smart-City-System zurück. Das Projekt soll zeigen, wie sich eine bestehende kommunale Datenplattform um weitere Anwendungen ergänzen lässt, ohne für jeden Anwendungsfall eine neue technische Infrastruktur aufzubauen.





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