Samstag, 29. August 2026

Digitale SignaturNadelöhr der Transformation

[15.01.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung steht und fällt mit der elektronischen Signatur, denn nur sie vermeidet Medienbrüche. Dabei müssen die eingesetzten Lösungen hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllen.
Vektorgrafik einer Hand, die ein Dokument, abgebildet auf einem Tablet, unterschreibt.

Mit der Qualifizierten Elektronischen Signatur können vollständig digitale Abläufe ohne Medienbrüche geschaffen werden.

(Bildquelle: Sara/stock.adobe.com)

In einer digitalen Welt ist es wichtig, im Onlinebereich Identitäten sicher nachweisen und Dokumente rechtsverbindlich unterschreiben zu können. Mit der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises und der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) stehen dafür zwei leistungsstarke Werkzeuge zur Verfügung. Sie gewährleisten im digitalen Alltag Vertrauen und Effizienz.

Die Online-Ausweisfunktion ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, ihre Identität sicher im Internet zu bestätigen – zum Beispiel bei Behördengängen, Vertragsabschlüssen oder der Registrierung von Onlinediensten.

Die Qualifizierte Elektronische Signatur ergänzt dieses Verfahren, indem sie digitale Dokumente mit einer Unterschrift versieht, die einer handschriftlichen Signatur rechtlich gleichgestellt ist. Gemeinsam bilden sie das Fundament für eine moderne, sichere und vollständig digitale Kommunikation zwischen Menschen, Unternehmen und Verwaltung.

Europaweit nutzbare, digitale Identität

Die Einführung der EUDI-Wallet markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer sicheren und einheitlichen digitalen Identität in Europa. Sie gibt ab 2027 EU-Bürgerinnen und -Bürgern die Möglichkeit, sich online eindeutig auszuweisen und rechtsverbindlich zu signieren. Digitale Identitäten stärken das Vertrauen in digitale Prozesse, beschleunigen Verwaltungs- sowie Geschäftsabläufe und schaffen die Basis für eine vernetzte, digitale Gesellschaft.

Die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises bildet das technologische Fundament für das kommende Wallet-Ökosystem in Deutschland. Sie ermöglicht schon seit Jahren eine sichere, staatlich anerkannte Identifizierung im digitalen Raum und schafft damit hierzulande die Basis für europaweit interoperable Identitätslösungen. Dank moderner Sicherheitsstandards schützt sie zuverlässig persönliche Daten und wird so zum Wegbereiter für eine europaweit nutzbare, digitale Identität, die den Alltag der Bürgerinnen und Bürger spürbar erleichtert.

Erleichterte digitale Teilhabe

Mit der EUDI-Wallet können sich Menschen in der EU dann online ausweisen, Dokumente wie Führerschein oder Zeugnisse digital hinterlegen und rechtsgültige Signaturen setzen. Dies soll alles in einer App und ohne zusätzliche Passwörter geschehen. Das erleichtert den Zugang zu öffentlichen und privaten Onlinediensten erheblich, spart Zeit und stärkt zugleich den Datenschutz, da Nutzerinnen und Nutzer selbst bestimmen, welche Daten sie teilen möchten. So wird digitale Teilhabe in Europa einfacher und vertrauensvoller.

Trotz großer Fortschritte kommt die Digitalisierung vieler Verwaltungsprozesse nur schleppend voran. Sie gerät ins Stocken, weil elektronische Signaturen und Siegel fehlen. Nur diese schaffen vollständig digitale Abläufe ohne Medienbruch.

Das haben auch viele Anbieter erkannt. Folglich wird der Markt geradezu überschwemmt von Produkten – mit einem Problem: Was auf den ersten Blick als innovativ und preiswert erscheint, kann im Verwaltungskontext zum Risiko werden. Verwaltungen müssen besonders gründlich darauf achten, welche Lösungen ihren hohen Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz entsprechen.

Eine bewährte, rechtssichere Lösung

An dieser Stelle zahlt es sich aus, auf Produkte zurückzugreifen, die für Bund, Länder und Kommunen bereits seit mehreren Jahren frei zugänglich sind und von zentralen politischen Gremien bereitgestellt werden. DATA Sign von Governikus ist eines davon. Es hat sich im Einsatz bewährt, wird auf deutscher Infrastruktur betrieben sowie fortlaufend gepflegt und im Austausch mit den Nutzerinnen und Nutzern kontinuierlich weiterentwickelt.

Damit steht der Verwaltung eine nach der eIDAS-Verordnung rechtssichere Lösung zur Verfügung, die sich in bestehende Fachverfahren oder Dokumentenmanagementsysteme einbinden lässt. So gelingt die verlässliche Verwaltungsarbeit unabhängig von externen Cloud-Diensten oder kommerziellen Lizenzmodellen. Ein zentrales Ziel ist es, papierbasierte Verfahren vollständig zu ersetzen. Der medienbruchfreie Ablauf spart Zeit, senkt Kosten, verringert Fehlerquellen und gewährleistet eine bessere Nachvollziehbarkeit.

Direkt aus der EUDI-Wallet heraus signieren

Digitale Identitäten bilden die zentrale Grundlage für elektronische Signaturen, denn sie ermöglichen eine vertrauenswürdige Zuordnung zwischen einer Person und elektronischen Dokumenten. Mit der EUDI-Wallet können persönliche Nachweise und Identitätsdaten sicher digital gespeichert und verwaltet werden, wodurch der Prozess der digitalen Unterschrift nicht nur rechtssicher, sondern auch übersichtlich wird.

Die Verbindung von digitalen Identitäten und digitalen Signaturen schafft somit die Voraussetzung für qualifizierte elektronische Signaturen, die in Zukunft direkt aus der EUDI-Wallet heraus erstellt werden sollen – ohne zusätzliche technische Hilfsmittel oder komplexe Registrierungsverfahren.

Florian Scheld ist Director Products bei der Governikus GmbH & Co. KG.




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