Governikus/VotikomVerifizierte Wahlprofile zum Swipen

Die neuartige Kommunalwahl-App Votikom liefert Infos zu den Kandidierenden aufs Handy. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen.
(Bildquelle: Mirko Vitali/stock.adobe.com)
Die neu entwickelte Kommunalwahl-App Votikom nutzt die Governikus-Lösung AusweisIDent, um die Identität von Kandidierenden zu prüfen und ihnen die Bearbeitung ihrer Wahlprofile freizuschalten. Das Projekt soll zunächst bei der Kommunalwahl in Göttingen am 13. September 2026 eingesetzt werden. Wie das Bremer IT-Unternehmen Governikus mitteilt, können Kandidierende ihre Profile erst nach der Identifizierung über die Online-Ausweisfunktion selbst bearbeiten. Damit soll verhindert werden, dass Unbefugte auf die Profile zugreifen.
Eric Prokop, Nils Wieler und Vanessa Jeske haben Votikom gegründet und die App entwickelt. Diese bündelt Informationen über die Kandidierenden eines Wahlbezirks, Nutzerinnen und Nutzer können deren Profile ansehen und favorisieren. Die Bedienung orientiert sich an den Wischgesten von Dating-Apps und soll insbesondere jungen Menschen den Zugang zu Informationen über Kommunalwahlen erleichtern. Die Profile beruhen auf den offiziellen Wahlvorschlagslisten.
Bundesweiter Ausbau geplant
Um ein Wahlprofil zu übernehmen, melden sich Kandidierende zunächst mit Benutzername und Passwort an und bestätigen ihre E-Mail-Adresse. Anschließend identifizieren sie sich über die AusweisApp. Die vom Bund bereitgestellte eID-Software fordert sie dazu auf, Personalausweis, elektronischen Aufenthaltstitel oder Unionsbürgerkarte an ein NFC-fähiges Smartphone oder Kartenlesegerät zu halten und die PIN einzugeben. AusweisIDent wurde über den offenen Standard OpenID Connect in die Anwendung eingebunden. „Dank des offenen Standards OpenID Connect verlief die Implementierung problemlos“, sagte Eric Prokop.
Nach Angaben von Governikus soll Votikom künftig um weitere Funktionen ergänzt werden. Vorgesehen ist unter anderem, dass Wählerinnen und Wähler den Kandidierenden über die App Fragen übermitteln können. Nach einem erfolgreichen Start in Göttingen soll die Plattform bundesweit für die Wahlen verschiedener Gremien angeboten werden. Das Projekt wird durch den Civic Innovation Fund gefördert und von der Robert Bosch Stiftung unterstützt.
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