Freitag, 14. August 2026

LübeckNeue Ära der Mobilität

[15.11.2024] Das nun startende Förderprojekt VIAA (Lübecks Verkehrsmanagement ,intelligent, analytisch und agil) soll es ermöglichen, den städtischen Verkehr datenbasiert, effizient und umweltfreundlich zu steuern. Ein Verkehrsrechnersystem sowie Sensornetz und Datenmanagement zählen zu den Herzstücken.
Blick von schräg oben auf den Lübecker Holstentorplatz und Umgebung, im Zentrum das backsteinerne Holstentor mit Kupferdach.

Im Rahmen eines Förderprojekts soll das Lübecker Verkehrsmanagementsystem intelligent, analytisch und agil werden.

(Bildquelle: gl0ck33 / 123rf.com)

Einen bedeutenden Schritt in Richtung Smart City geht jetzt die Hansestadt Lübeck. Wie die Kommune in Schleswig-Holstein mitteilt, wurde im Oktober 2024 das Förderprojekt VIAA – Lübecks Verkehrsmanagementsystem, intelligent, analytisch und agil in die praktische Umsetzung gebracht. Vorab habe es intensive Planungsphasen durchlaufen. Das VIAA werde Lübeck in die Lage versetzen, den städtischen Verkehr datenbasiert, effizient und umweltfreundlich zu steuern. Das Herzstück bilde ein hochmodernes Verkehrsrechnersystem mit Echtzeitdatenerfassung. Der Verkehrsrechner werde nicht nur den Verkehrsfluss in der Stadt verstetigen, sondern auch den Weg für zusätzliche Funktionen ebnen. Dazu gehöre der so genannte Ampelphasenassistent. Er werde es Auto- und Radfahrern ermöglichen, die Ampelsignale im Voraus per App auf ihrem Smartphone oder Borddisplay einzusehen, was eine vorausschauende und umweltfreundliche Fahrweise unterstützen soll. Für das Jahr 2026 ist die Einrichtung einer ersten Teststrecke geplant. 

Als weiteres zentrales VIAA-Element werde ein umfassendes Sensornetz und Datenmanagement aufgebaut, das den Verkehr in seinen verschiedenen Anteilen und Wegebeziehungen detailliert erfasst. Die planenden Abteilungen der Bauverwaltung erhalten dadurch umfangreiche und nützliche Informationen, die dabei helfen, verkehrliche Zusammenhänge besser zu verstehen und Probleme zielgerichteter zu lösen. Zukünftige komplexe Aufgaben wie der Masterplan Klimaschutz, der Lärmschutzplan oder der Verkehrsentwicklungsplan können auf diese Weise gezielt unterstützt werden, erklärt die Stadt. Die gewonnenen Informationen werden den Verkehrsteilnehmern über eine intelligente Smart-City-Plattform zur Verfügung gestellt, um eine optimierte innerstädtische Routenplanung in Echtzeit zu ermöglichen.

Erste Teststrecken im Jahr 2025

Neben einer barrierefreien Routenplanung, einer Optimierung der Busbeschleunigung und einer Priorisierung umweltfreundlicher Verkehrsmittel – Funktionen, die laut Lübeck erst mit dem VIAA-Projekt möglich werden – sollen zu einem späteren Zeitpunkt andere innovative Ideen geprüft werden. Zukünftig könnte es das System beispielsweise mobilitätseingeschränkten Personen ermöglichen, längere Grünphasen anzufordern. Die Verknüpfung von Verkehrsdaten mit Umweltdaten sowie die gezielte Steuerung von Besucherströmen bei Veranstaltungen sind ebenfalls angedacht.

Aufgrund der Komplexität des Projekts habe sich die Hansestadt mit einem erfahrenen Projektmanagement-Partner zusammengeschlossen. Zudem wurden in der ersten Jahreshälfte die benötigten Stellen eingerichtet und erfolgreich mit Fachkräften besetzt. Diese werden durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Die drei neu geschaffenen Stellen für Projektleitung, Verkehrsflussmanagement und Datenmanagement tragen laut Lübeck maßgeblich dazu bei, die ambitionierten Projektziele umzusetzen und langfristig zu sichern. Das Gesamtvolumen des Projekts VIAA belaufe sich auf rund fünf Millionen Euro, von denen 65 Prozent durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert werden. Das Förderprojekt sei zunächst auf zweieinhalb Jahre ausgelegt.

In einem weiteren Schritt erfolge nun die Ausschreibung für die notwendigen Hardware-Komponenten. Ab voraussichtlich Frühjahr/Sommer 2025 sollen die ersten Teststrecken eingerichtet werden, auf denen das innovative System mit dem Verkehrsrechner und Ampelphasenassistenten erprobt werde.



Stichwörter: Smart City, Lübeck


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Ein Wasserhahn, aus dem Euroscheine fließen, wird von der Hand eines Mannes im schauten Anzu zugedreht
bericht

Serie Smart Cities, Teil 5: Digitalisierung verstetigen

[13.08.2026] In vielen Kommunen wurde die Einführung digitaler Lösungen mithilfe von Fördermitteln angestoßen. Was ist nun zu tun, um die Smart-City-Projekte auch nach dem Ende des Förderzeitraums finanzierbar zu machen und fest in den kommunalen Prozessen zu verankern? mehr...

Geflutete Straße in Deutschland, Schild Hochwasser im Vordergrund

Studie: Digitale Hochwasservorsorge

[10.08.2026] Eine neue Publikation aus der Begleitforschung des Programms Modellprojekte Smart Cities zeigt anhand mehrerer Praxisbeispiele, wie digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

Messfahrzeug zum Erfassen des Straßenzustands

Dresden: Straßenzustand smart erfasst

[07.08.2026] In der Smart City Dresden erfolgt derzeit eine Befahrung im gesamten Stadtgebiet, um den Zustand des Straßennetzes digital zu erfassen. In Kombination mit Sensordaten soll das der Stadt künftig ermöglichen, die finanziellen Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen. mehr...

Abholboxen für Pässe oder Urkunden unweit des Wiesbadener Bürgerbüros.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt der Pilotprojekte

[04.08.2026] Wiesbaden setzt bei der Digitalisierung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bürgerorientierung steht bei allen Vorhaben im Vordergrund. Gleichzeitig beteiligt sich Hessens Landeshauptstadt an zwei prestigeträchtigen Pilotprojekten des Bundesdigitalministeriums. mehr...

Silke Lehnhardt
interview

Interview: Mehr Mut zum Ausprobieren

[04.08.2026] Silke Lehnhardt hat nach 30 Jahren Privatwirtschaft den Wechsel in die Verwaltung gewagt. In Wiesbaden leitet sie nun das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung. mehr...

Gruppenbild mit Förderurkunde im Schatten eines Baumes

Dietzenbach: Nachhaltiger und noch smarter

[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform. mehr...

Ein Sensor an einem Baum im Tennenloher Forst, im Hintergrund eine Feuerwehrkraft

Katastrophenschutz: Waldbrände mit KI frühzeitig erkennen

[03.08.2026] Im Rahmen des Projekts SmartForestFire entwickelt das Fraunhofer Cluster für kognitive Technologien CCIT ein KI-gestütztes Frühwarnsystem, um Brände schneller zu erkennen, Fehlalarme zu reduzieren und insbesondere kleinere oder kritische Waldgebiete effizient überwachen zu können. Im Tennenloher Forst bei Erlangen wird es aktuell unter realen Bedingungen erprobt. mehr...

Kassel: Smart-City-App veröffentlicht

[30.07.2026] Die Stadt Kassel hat eine Smart-City-App für Bürgerinnen, Bürger und Gäste veröffentlicht. Die Anwendung bündelt städtische Informationen und Echtzeitdienste auf einer Open-Source-Plattform und soll gemeinsam mit den Nutzenden weiterentwickelt werden. mehr...

Dem Schulwerk unterstehen unter anderem Schulen in Augsburg.

Augsburg: Smart-City-Plattform wächst weiter

[23.07.2026] Augsburg hat seine Smart-City-Plattform technisch und inhaltlich erweitert. Aktuelle Stadt- und Verkehrsdaten lassen sich nun flexibler in Webseiten und Anwendungen einbinden. Teile des Angebots stehen auch in der Augsburg-App bereit. mehr...

Vier Personen aus dem Bad Belziger Smart-City-Team sitzen vor einer Infotafel
bericht

Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen

[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...

Mehrere Personen halten Sensoren in die Kamera

Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst

[07.07.2026] 
In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...

Die Stadt der Zukunft ist vernetzt.

BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen

[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...

eine der Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen

Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken

[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. 
 mehr...

Grafik zur urbanen Datenplattform in Aalen
bericht

Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen

[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...

Fahrraddaten Screenshot Digitaler Zwilling

Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling

[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. 
 mehr...