Sonntag, 1. Februar 2026

Kreis Mayen-KoblenzResultat der Amt-O-Mat-Studie

[18.12.2025] Warum der Mensch über den Erfolg des Amt-O-Mat entscheidet: Unter diesem Titel hat der Kreis Mayen-Koblenz zwei Jahre lang die Nutzung der so bezeichneten Selbstbedienungsterminals unter die Lupe genommen. Demnach werden diese vor allem dann genutzt, wenn sie im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort erklärt werden. Hinweise oder Plakate reichen oft nicht aus.
Ein Selbstbedienungsterminal steht in einem Raum.

Der Amt-O-Mat ist – wie hier in der Verbandsgemeinde Vordereifel – an mehreren Standorten im Kreis Mayen-Koblenz im Einsatz.

(Bildquelle: Smarte Region MYK10)

Seit Anfang des Jahres 2023 bietet der Kreis Mayen-Koblenz so genannte Amt-O-Maten an. Wie die rheinland-pfälzische Kommune mitteilt, können die Bürgerinnen und Bürger über die Selbstbedienungsterminals bestimmte Verwaltungsleistungen digital und ohne direkten Personenkontakt nutzen. Dazu zählt beispielsweise die Abholung von Personalausweisen und Reisepässen oder das Einreichen von Anträgen. Das Projekt ist Teil der Modellprojekte Smart Cities und läuft im Kreis Mayen-Koblenz unter dem Namen Smarte Region MYK10. 

Die Selbstbedienungsterminals werden in insgesamt sechs Städten und Verbandsgemeinden im Kreis Mayen-Koblenz angeboten. Wie die Terminals im Alltag genutzt werden, sollte eine wissenschaftliche Begleitforschung unter dem Titel „Warum der Mensch über den Erfolg des Amt-O-Mat entscheidet“ zeigen. Deren Ergebnisse hat die Smarte Region MYK10 nun gemeinsam mit den Professoren Björn Niehaves und Hans Christian Klein vorgestellt.

Grundlage der Untersuchung bilden nach Angaben der Kommune quantitative Befragungen, qualitative Interviews, Nutzungsauswertungen sowie Standortanalysen. Das Ergebnis: Trotz gleicher Technologie werden die Amt-O-Maten an den verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich genutzt. Entscheidend für ihre Akzeptanz sei, ob sie im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort erklärt und empfohlen werden. Wer einmal einen Amt-O-Mat ausprobiert habe, nutze ihn in der Regel erneut und empfehle ihn weiter. So entsteht laut Mayen-Koblenz ein Kreislauf aus Vertrauen und wachsender Nutzung.

Aktiv auf das Angebot hinweisen

Die Studie zeige, dass rein sachliche Hinweise oder Plakate oft nicht ausreichen. Viel wirkungsvoller sei es, wenn Mitarbeitende in den Bürgerbüros aktiv auf das Angebot hinweisen, oder wenn Menschen aus dem persönlichen Umfeld ihre Erfahrungen weitergeben. „Die Technik allein bringt nichts, wenn niemand sie erklärt oder empfiehlt“, sagen die begleitenden Professoren Niehaves und Klein. „Deshalb braucht es Kommunikation, die auf Augenhöhe stattfindet.“

Mit den Studienerkenntnissen will Mayen-Koblenz nicht nur kreisangehörige Städte und Gemeinden, sondern auch andere Kommunen erreichen. Sie könnten von den gewonnenen Erfahrungen profitieren. Die vollständige Begleitforschung enthalte zahlreiche Hinweise zur Umsetzung, zur Wahl geeigneter Standorte und zur Ansprache von Menschen, die wenig Erfahrung mit digitalen Angeboten haben. Die Ergebnisse stehen auf der Internetseite der Smarten Region MYK10 zur Verfügung. Hier finden sich auch Informationen zu den übrigen Maßnahmen, die im Rahmen der Smart-Cities-Förderung im Kreis Mayen-Koblenz umgesetzt worden sind.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice
Start Videotelefonie in Karlsruhe, fünf Personen stehen am Tisch, Bildschirm im Hintergrund

Karlsruhe: Beratung per Video

[29.01.2026] Das Ordnungs- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe hat die Beratung per Videotelefonie eingeführt. Für die Bevölkerung entsteht ein Mehrwert durch ortsunabhängigen Kontakt und die Stadt erhöht ihre Attraktivität als Arbeitgeberin. mehr...

Zwei anzugtragende, lächelnde Männer neben einer Stellwand mit der Aufschrift "Digitales Nürnberg".

Nürnberg: Wirksame Digitalisierung

[22.01.2026] Nürnberg digitalisiert nicht allein das Rathaus, sondern auch die städtischen Unternehmenstöchter – und zählt zu den digitalsten Großstädten Deutschlands. Als Erfolgsfaktor sieht die Stadt die konsequente Ausrichtung der Angebote auf die Nutzenden. mehr...

Historischer Stadtkern aus der Vogelperspektive, man sieht rote Ziegeldächer, Fachwerkhäuser und eine Kirche.

Weißenburg: Digitalisierung mit System

[21.01.2026] Die Stadt Weißenburg betreibt ihre Digitalisierung mit Struktur – und dem Nutzen im Blick. Viele Projekte sind bereits umgesetzt, weitere stehen kurz vor dem Start. Das Spektrum reicht dabei von Dokumentenmanagement und intelligentem Winterdienst bis hin zu KI und einer Stadt-App. mehr...

Hochgehaltenes Smartphone mit Chatbot-Screen, im Hintergrund Monitor mit Website des Kreis Soest.

Kreis Soest: Chatbot „Bördi“ bewährt sich

[16.01.2026] Seit Jahresbeginn unterstützt der Kreis Soest Bürgerinnen und Bürger mit einem neuen KI-Chatbot. „Bördi“ beantwortet Fragen zu zentralen Dienstleistungen und ergänzt das bestehende digitale Serviceangebot. mehr...

Illustration: Drei Personen sitzen auf Stühlen wartend vor einer mutmaßlichen Bürotür.

München: Behördenklick statt Behördengang

[15.01.2026] Rund 70.000 Besuche beim Amt sparen sich Münchnerinnen und Münchner jeden Monat. Das Onlineportal der Stadt ist wohl auch deshalb so beliebt, weil es ständig erweitert wird. Zuletzt kam die Möglichkeit hinzu, den Bearbeitungsstand des eigenen Anliegens online zu verfolgen. mehr...

Dresden soll 5G-Modellregion werden.

Wohnsitzanmeldung: Dresden auch dabei

[15.01.2026] Die elektronische Wohnsitzanmeldung eWA steht derzeit etwa 54,5 Millionen Menschen in Deutschland zur Verfügung. Darunter sind nun auch die Dresdnerinnen und Dresdner. Die Stadt will den Service mit einer Kampagne bekannter machen. mehr...

Eine Stuhlreihe in einem Wartebereich, an der Wand hängt eine Uhr.

Bitkom-Umfrage: Behördenbesuch dauert gut zwei Stunden

[08.01.2026] Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom dauert ein Behördenbesuch in Deutschland im Schnitt gut zwei Stunden. Auf die An- und Abreise entfallen 51 Minuten, 40 Minuten auf die Wartezeit und 34 Minuten auf die eigentliche Sachbearbeitung. mehr...

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, auf dessen Bildschirm das Esslinger Serviceportal zu sehen ist.
bericht

Esslingen: Per Klick ins Rathaus

[22.12.2025] Ein Großteil der städtischen Dienstleistungen ist in Esslingen mittlerweile online abrufbar. Immer mehr nutzerfreundliche Angebote machen den Gang aufs Rathaus in vielen Fällen überflüssig. Ein Chatbot unterstützt Bürgerinnen und Bürger zusätzlich. mehr...

Menden: Start von Erlebnis-App

[19.12.2025] Menden hat eine neue digitale Plattform gestartet, die nicht Orte, sondern konkrete Erlebnisse in den Mittelpunkt stellt. Die WebApp bündelt hunderte sogenannter Mikro-Erlebnisse, die auf klassischen Kartendiensten kaum zu finden sind. mehr...

Junge Familie mit Kleinkind und Tablet vor Umzugskartons im neuen Zuhause

Sachsen: eWA erfolgreich angelaufen

[12.12.2025] Etwa drei Monate nach dem Start der elektronischen Wohnsitzanmeldung (eWA) in Sachsen lässt sich eine positive Zwischenbilanz ziehen. Der Dienst steht bereits der Hälfte der sächsischen Bevölkerung zur Verfügung. mehr...

München: Bürgerservice für jede Lebenslage

[02.12.2025] Ganz neu ist die Idee, Online-Verwaltungsservices nutzerorientiert nach Lebenslagen zu bündeln, nicht – aber erst wenige Bürgerportale setzen sie um. Die Stadt München tut mit ihrem neuen Interface für Onlineservices genau das. Kurze Abfragen und Checklisten erleichtern den Zugang zusätzlich. mehr...

iserlohn_JCC_5-Jahre

Iserlohn: Terminbuchungssystem wird 5

[26.11.2025] Die Stadt Iserlohn hat seit fünf Jahren das Terminbuchungssystem der niederländischen Firma JCC Software im Einsatz und war deren erster Kunde auf dem deutschen Markt. Folgerichtig fand dort auch der erste deutsche Kundentag von JCC Software statt. mehr...

NOLIS-CityApp_Gemeinde-Neuenkirchen-Voerden

Neuenkirchen-Vörden: Gebündelter Service in der App

[10.11.2025] Eine App bietet jetzt die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden ihren Bürgerinnen und Bürgern an. Umgesetzt wurde das Serviceangebot in Zusammenarbeit mit dem E-Government-Spezialisten NOLIS. mehr...

Eine Frau sitzt vor einem Fernseher, auf dem die Netflix-Bibliothek zu sehen ist.
bericht

Bürgerservices: So bequem wie Netflix

[30.10.2025] Weniger das Onlinezugangsgesetz als vielmehr die entsprechende Erkenntnis in den Kommunen forciert die Bereitstellung von Onlinebürgerservices. Dabei beschleunigt ein flexibles und pragmatisches Vorgehen der Städte und Gemeinden die Digitalisierung erheblich. mehr...