Samstag, 28. März 2026

CIO-SerieSicherheit im Fokus

[28.06.2012] Die Nachfolgerin von Niedersachsen-CIO Christoph Lahmann hat sich der Bekämpfung der Cyber-Kriminalität verschrieben. Zudem will Sandra von Klaeden die Kooperation mit den Kommunen ausbauen.
Dr. Sandra von Klaeden

Dr. Sandra von Klaeden

(Bildquelle: Niedersächsisches Innenministerium)

Frau Dr. von Klaeden, warum ist die Stelle eines Landes-CIO wichtig?

Für die Verwaltung auf Landes- und kommunaler Ebene ist die IT von überragender strategischer Bedeutung. Gerade für ein Flächenland wie Niedersachsen wird eine gut funktionierende und den Anforderungen gerecht werdende Informationstechnologie immer mehr zum Erfolgsfaktor. Dabei gilt es, in Anbetracht der zunehmenden Cyber-Kriminalität das Vertrauen in die IT-gestützten Angebote zu stärken sowie die IT-Infrastrukturen zu schützen. Durch die Informa­tionstechnologie entstehen wichtige Komponenten für Innovationen und moderne Prozesse der Verwaltungen. Die Aufgabenstellung des IT-Planungsrates beschreibt die Notwendigkeit, in den strategischen Fragen ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Die Koordination erfolgt landesintern unter Beteiligung aller Ressorts im Niedersächsischen IT-Planungsrat. Mit meiner Amtsübernahme wird die Verantwortung für die Informationstechnologie nun auch in Niedersachsen auf Staatssekretärs­ebene wahrgenommen. Gleichzeitig vertrete ich Niedersachsen im nationalen IT-Planungsrat.

Welche Ziele haben Sie sich persönlich gesetzt?

Wir wollen Antworten auf neue Fragestellungen der IT-Strategie, der IT-Sicherheit, der Cyber-Kriminalität und zu netzpolitischen Themen geben. Darüber hinaus möchte ich eine stärkere Zusammenarbeit von Land und Kommunen im IT-Bereich befördern. Sowohl aus strategischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht ist eine gemeinsame Nutzung von IT-Infrastrukturen und Anwendungen sinnvoll. Bereits jetzt wird das Landesverwaltungsnetz gemeinsam genutzt. Ich möchte den Aufbau des E-Government fortführen und bestehende Angebote erweitern. Im Sommer werden wir diskutieren, welche weiteren Möglichkeiten der IT-Kooperation zwischen kommunaler und Landesebene bestehen. Die gefundenen Ansätze sollen im Anschluss von einer Arbeitsgruppe geprüft werden, die sich aus Vertretern des Landes und der Kommunen unter Federführung des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport zusammensetzt. Auch die verwaltungs­internen Prozesse werden wir noch stärker mit IT unterstützen. Dabei kommt es mir vor allem darauf an, dass die IT-Verfahren nicht nur eine hohe Funktionalität, sondern auch eine hohe Sicherheit aufweisen, denn der Erfolg von E-Government hängt nach meiner Überzeugung zu einem großen Teil vom Vertrauen in diese Verfahren ab.

„Der Erfolg von E-Government hängt zu einem großen Teil vom Vertrauen in die Verfahren ab.“

Welche Veränderungen streben Sie an?

Im niedersächsischen Innenministerium haben wir zum 1. November 2011 die neue Abteilung „IT-Sicherheit und -Infrastruktur, Geoinformationen, Verwaltungsmodernisierung“ geschaffen, die mich in meiner Arbeit als CIO unterstützt. Der besonderen Bedeutung des Sicherheitsaspektes wird innerhalb der Abteilung in einem eigenständigen Referat Rechnung getragen. Die Aufgaben der Abteilung werden ergänzt durch die Aufsicht über die Informationstechnologie. Mit dem Bereich der Vermessung und Geo-Information ist eine Fachverwaltung integriert, die eine steuernde und koordinierende Rolle bei der Geodaten-Infrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) einnimmt.

Welche konkreten Projekte laufen aktuell oder sind geplant?

Der Aufbau des E-Government in föderaler Zusammenarbeit wird fortgeführt und bestehende Infrastrukturkomponenten werden erweitert. Dazu zählen der Bürger- und Unternehmensservice (BUS) ebenso wie die Prozessplattform zur elektronischen Weitergabe von Gewerbemeldungen (edin-Gewerbe). Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, ist kürzlich das Niedersächsische Antragssystem für Verwaltungsleistungen Online (NAVO) freigeschaltet worden. Darüber können Behörden besonders einfach und kostenneutral Antragstellungen via Web ermöglichen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Ausbau von Internet-Portalen wie zum Beispiel eines Service- oder des Geodatenportals. Darüber hinaus befassen wir uns mit der Umsetzung der Nationalen E-Government-Strategie (NEGS).Aus niedersächsischer Sicht sind der weitere Aufbau der föderalen E-Government-Infrastruktur und die Entwicklung einer Gesamtstrategie für den Einsatz elektronischer Identifizierungs- und Signaturverfahren sehr wichtig. Das ist auch der Grund, warum wir uns in diesen Bereichen besonders engagieren.

Wie sehen Sie Ihr Bundesland im Ländervergleich im Bereich E-Government aufgestellt?

Niedersachsen hat bereits 2004 eine E-Government-Strategie entworfen und ein Jahr später den ersten E-Government-Masterplan aufgestellt, der 2010 aktualisiert wurde. Darüber hinaus unterstützt das Land die Städte, Gemeinden und Kreise in vielerlei Hinsicht, indem es zum Beispiel zentrale Basiskomponenten bereitstellt, welche die Kommunen kos­tengünstig oder sogar kostenfrei nutzen können. Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen bildet eine Vereinbarung mit den kommunalen Spitzenverbänden, die im Jahr 2007 zur gemeinsamen Einführung von E-Government geschlossen wurde.

Interview: Alexandra Reiter




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Digitalstrategie SH 2026

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier lächelnde Männer in Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente, hinter sich drei drapierte Flaggen (EU; BRD, Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Spielwürfel mit aufgedruckten Pfeilen weisen den Weg hin zu einem Würfel mit grünem Häkchen.
bericht

Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen

[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...

Luftbild von Meschede

Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft

[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...

Porträtaufnahme von Nikolaus Reisel.
interview

Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag

[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...

Blick von hinten auf eine männliche Figur im Anzug, die in einem Tunnel aus Papieren steht, am Ende des Tunnels ist Licht.

Hessen: Standardbefreiung online beantragen

[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...

Die Präsidenten von Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund vor Mikrofonen

Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern


[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Reihe von Autos, die in einer Straße parkt,, der Bildhintergrund ist unscharf.

DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle

[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...

Drei offensichtlich gut gelaunte, lachende Männer in formaler Kleidung vor einem Tisch mit Dokumenten, warme Farbstimmung im Bild.

Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft

[23.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.
interview

Thüringen: Digitalisierung auf Kurs

[17.02.2026] Platz vier im Bundesvergleich, Vorreiter bei digitaler Souveränität und Open Source sowie klare Pläne für 2026 – was hinter den Zahlen steckt und wo Thüringen bewusst andere Wege geht, erläutert Landes-CIO Milen Starke im Interview. mehr...

Frankfurt am Main: Neues Transformation Office

[16.02.2026] In Frankfurt am Main übernimmt nun das Transformation Office die Steuerung der Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung. Wurden die Projekte bislang überwiegend dezentral realisiert, sollen diese fortan beim Transformation Office gebündelt und so effizienter und wirkungsvoller umgesetzt werden. Das Office arbeitet mit allen Ämtern der Stadt zusammen. mehr...

Zwei Personen unterzeichnen eine Absichtserklärung

Heidelberg / Hochschule Ludwigsburg: Theorie und Praxis verzahnen

[09.02.2026] Mit dem Ziel, die digitale Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben, haben die Stadt Heidelberg und die Hochschule Ludwigsburg jetzt eine Kooperation vereinbart. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Forschungsprojekte, aus denen sich Best-Practice-Beispiele auch für andere Kommunen ableiten lassen. mehr...

Wehende Flagge des Landes Schleswig-Holstein vor schwach bewölktem Himmel.

Schleswig-Holstein: Konsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...