Mittwoch, 11. März 2026

Monheim am RheinVorreiter des Wandels

[15.03.2018] Die Vorteile einer digitalen Stadt macht Monheim am Rhein für die Bürgerschaft im Wohn- und Arbeitsumfeld real erlebbar. Mit ihrer Bandbreite an Digitalisierungsprojekten hat sich die Kommune zum Vorreiter für Smart-City-Dienste entwickelt.
Glasfaser ist das Fundament der Smart City Monheim.

Glasfaser ist das Fundament der Smart City Monheim.

v.l.: Bürgermeister Daniel Zimmermann; Udo Jürkenbeck, Geschäftsführer der MEGA Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung GmbH

(Bildquelle: Monheim am Rhein/Tim Koegler)

Monheim am Rhein ist auf dem besten Weg, sich zu einer echten Smart City zu entwickeln. Dabei dient das innovative Vorantreiben umfangreicher Digitalisierungsmaßnahmen keineswegs einem Selbstzweck. Vielmehr will die Stadt die derzeitige Phase zahlreicher digitaler Transformationsprozesse sinnvoll nutzen, um die Lebensqualität für alle Einwohner und die Standortattraktivität für Unternehmen mithilfe modernster Kommunikationstechniken sowie der Schaffung echter Mehrwerte zu erhöhen. Die Vorteile einer smarten Digitalisierung sollen für die Bürgerschaft durch konkrete Nutzeffekte transparent und real erlebbar werden. In diesem Zusammenhang hat sich Monheim zum Ziel gesetzt, Vorreiterkommune im digitalen Wandel zu werden und eine vollumfängliche Digitalisierungsagenda erstellt.
Teil dieser Agenda sind eine Reihe von Smart-City-Projekten, durch deren Implementierung die Stadt lebenswerter, technologisch fortschrittlicher, sozial inklusiver und ressourcenschonender wird. Das Fundament dieses Prozesses bildet die schon heute herausragende technische Infrastruktur Monheims. So wird bis Ende des Jahres 2018 der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes abgeschlossen sein. Hinzu kommt eine öffentliche WLAN-Versorgung, die sowohl der Einwohnerschaft als auch den Gästen Monheims kostenlos zur Verfügung steht und die ebenfalls flächendeckend ausgebaut wird. Parallel zum Ausbau dieser Infrastruktur wurden bereits verschiedene Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Darunter fallen beispielsweise das Medienentwicklungskonzept mit der Einführung von Tablet-Klassen in den Schulen, die papierlose Gremienarbeit, der Aufbau eines städtischen WiFi-Portals oder die Einrichtung eines digitalen Mängelmelders. Unter dem Titel „Monheimer Lokalhelden“ wurde gemeinsam mit dem Unternehmen Atalanda eine digitale Gastro-, Dienstleistungs- und Einzelhändler-Plattform geschaffen. Aber auch der Ausbau des Internet-Angebots der Stadt, unter besonderer Berücksichtigung bürgerschaftlicher Beteiligungsmöglichkeiten, ist hier zu nennen. Die technische Infrastruktur ist außerdem Grundstein für die gezielte Entwicklung und Implementierung weiterer Smart-City-Projekte, die sich teilweise in der Testphase oder sogar schon in der konkreten Umsetzung befinden.

Multifunktionale Straßenlaternen

Smart Lighting ist eines dieser Projekte in fortgeschrittener Testphase: Neue, intelligente Straßenlaternen benötigen jetzt weniger Energie, sind dimmbar und werden ferngesteuert. Für die Energieeinsparung sorgt nicht nur die zeitgemäße, sparsame LED-Technik, mit der die Straßenlaternen ausgestattet wurden. Auch das Licht-Management, worüber die Leuchten programmiert und aus der Ferne gesteuert werden können, reduziert den Verbrauch. Durch die Vernetzung melden die Straßenlaternen künftig außerdem selbstständig Temperatur und Stromverbrauch, Ausfälle oder technische Probleme. Die weitere Überführung in den Regelbetrieb wird in Monheim mit jährlich etwa 400 Lichtpunkten umgesetzt. Smart Parking wird ebenfalls in laufende und künftige Baumaßnahmen der Stadt am Rhein integriert – so wie jüngst beim Bediensteten-Parkplatz am Rathaus geschehen. Einwohnern und Gästen kann so bald frühzeitig signalisiert werden, wo in der Stadt Parkraum zur Verfügung steht. Das ist auch für die Lenkung von Verkehrsströmen ein großer Vorteil, da innerstädtischem Suchverkehr optimal vorgebeugt werden kann. Die Informationen über freie und belegte Parkplätze im öffentlichen Raum sollen über das neue, derzeit im Aufbau befindliche digitale Stadtinformationssystem sowie im Internet zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden neue Möglichkeiten der Parkraumüberwachung eröffnet, indem die Bediensteten der Verkehrsüberwachung zielgerichtet Parkplätze aufsuchen können, auf denen die Parkzeit beschränkt ist.

Bürgerkonto und Bürgerkarte

Das digitale Bürgerkonto und die Bürgerkarte stehen im Zentrum eines weiteren Vorhabens. Mit dem Monheim-Pass wird den Bürgern künftig ein offizielles digitales Medium zur Nutzung verschiedener städtischer Serviceangebote zur Verfügung stehen. Sämtliche städtische Dienstleistungen sollen mithilfe der Bürgerkarte in Anspruch genommen und darüber auch bezahlt werden können. Die Stadt plant außerdem die monatliche Subventionierung jeder Karte, sodass zum Beispiel eine kostenlose Nutzung des bereits in Vorbereitung befindlichen digitalen Fahrradverleihsystems, des Schwimmbads oder der Bibliothek möglich wird. Vorgesehen ist auch die Option der externen Guthaben-Aufladung. Mit dem Bürgerkonto können darüber hinaus Bescheide digital vorgehalten und den jeweiligen Sachbearbeitern beispielsweise bei der Antragsbearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Bürger erhalten zudem die Möglichkeit, ihre heute ohnehin schon bei der Stadt hinterlegten Daten jederzeit online abzurufen, ohne das Rathaus aufsuchen zu müssen.
Monheim am Rhein ist bereits eine fahrradfreundliche Stadt, die nicht zuletzt wegen ihrer Topografie und des Umlands eine hohe Attraktivität für Radfahrer aufweist. Um den Radverkehr zu fördern und einen Mehrwert sowohl für die Bürgerschaft als auch den Tourismus zu erzielen, wird die Einführung eines digitalen Fahrradverleihsystems vorbereitet. Der Dienst soll stationsgebunden aufgebaut werden. Derzeit sind 31 Stationen in den beiden Stadtteilen Monheim und Baumberg geplant sowie mindestens zwei Stationen an den das Stadtgebiet anbindenden Langenfelder S-Bahnhöfen. Im Endausbau sollen mehr als 400 Fahrräder verfügbar sein, die über ein digitales Schließsystem am Rad verfügen. Dieses kann über eine zugehörige mobile Applikation sowie den Monheim-Pass geöffnet und geschlossen werden. Die hierfür zu entwickelnde App wird ein zentraler Bestandteil des Smart-Dienstes sein, der Bürgern ebenso wie Touristen verschiedene Funktionen anbietet: die Ortung der nächsten Leihstation, die Angabe der erhältlichen Fahrradtypen und ihrer Anzahl, die Reservierung der gewünschten Fahrräder, deren Buchung und anschließende Freischaltung, die Öffnung des mobilen Schlosssystems sowie die Rückgabe der Fahrräder. Zudem dient das digitale Schließsystem als Dockingstation zum Laden der E-Bikes.

Weitere Projekte sind geplant

Als Teil der Monheimer Smart-City-Strategie wird ein digitales Stadtinformationssystem in städtischen Einrichtungen sowie im öffentlichen Raum eingeführt. Die Bürgerschaft sowie Besucher sollen damit standortbezogen und tagesaktuell mit Informationen versorgt werden – auch mit Blick auf andere Smart-City-Projekte wie das Smart Parking oder das digitale Fahrradverleihsystem. Im Rathaus wurden bereits interaktive Bildschirme und digitale Stelen mit Touch-Funktionalität zur Darstellung von Informationen eingesetzt, um Besuchern eine leichte Orientierung bieten und auf Aushänge in Papierform verzichten zu können. Ein solches digitales Informations- und Wegeleitsystem hilft den Besuchern, ihr Ziel durch stets aktuelle sowie teilweise dynamische und interaktive Inhalte schnell zu finden. Zudem können Informationen zielgruppenspezifisch angezeigt und bei Bedarf kurzfristig angepasst werden.
Durch die Bandbreite an Aktivitäten hat sich Monheim am Rhein eine Vorreiterrolle für Smart-City-Dienste erarbeitet. Weitere Projekte sind bereits in Planung oder kurz vor der Umsetzung.

Niels Hauke ist Projekt-Manager Monheim 4.0 bei der Stadt Monheim am Rhein.




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