Dienstag, 7. Juli 2026

KommunalstudieWie smart sind deutsche Kommunen?

[24.03.2020] Die „Kommunalstudie 2019“, soeben vorgelegt von der Initiative Stadt.Land.Digital in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden, analysiert die Digitalisierungsstrategien der Kommunen und zieht ein vorsichtig optimistisches Fazit.

80 Prozent aller deutschen Kommunen arbeiten an der Konzeption und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien. Jede zweite Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern kann eine fertige Strategie vorweisen, neun von zehn Kommunen halten sie wenigstens für sinnvoll. Diese Zahlen gehen aus der Kommunalstudie 2019 hervor, die unter dem Titel „Update Digitalisierung. Wie smart sind Deutschlands Kommunen?“ soeben erschienen ist. Die Studie ist im Rahmen der Initiative Stadt.Land.Digital mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entstanden und von der Unternehmensberatung Roland Berger durchgeführt worden. Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die digitale Wirtschaft und Start-ups, erklärte: „Unsere Kommunen werden smart, viele sind auf dem Weg zur smarten Stadt oder zur smarten Region. Das ist ein gutes Zeichen für den Standort Deutschland und unsere Wirtschaft. Denn gerade in der aktuellen Situation zeigt sich, wie wichtig digitale Angebote der Kommunen sind, hier muss das Angebot dringend ausgeweitet werden.“

Kleinere Kommunen tun sich schwer

Während erste Kommunen bereits Datenplattformen aufbauen, Cloud-Dienste anbieten und darauf basierende smarte Ideen entwickeln, sind es insbesondere Kommunen unter 20.000 Einwohnern, die sich damit noch schwertun. Hier ist nicht einmal jede fünfte Stadt so weit. Ohnehin befinden sich erst 20 Prozent der Kommunen in der Umsetzungsphase, und nur in jeder zehnten Gemeinde ist diese schon weit fortgeschritten. Bei allen anderen liegt der Schwerpunkt noch auf den digitalen Infrastrukturen, die Grundvoraussetzung für alle weiteren elektronischen Dienste sind. „Die Zuständigkeit für den Aufbau von Datenplattformen wird vor allem bei den Bundesländern oder regionalen Zusammenschlüssen gesehen“, heißt es in der Studie. Städte und Gemeinden erwarten nach eigenen Angaben diesbezügliche Unterstützung von Bund, Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden. Ebenso wünschen sich die Kommunen Beistand in Form von Leitfäden, Checklisten und Best-Practice-Lösungen.

Unterstützung bei der Strategieerstellung

Aus den Untersuchungsergebnissen identifiziert die Studie ein Manko vor allem bei den Themen Datenplattformen und Cloud-Infrastrukturen und stellt einen Fünf-Punkte-Plan vor. Dieser sieht eine gezielte Unterstützung bei der Strategieerstellung für 60 Prozent der „fortgeschrittenen“ Kommunen vor. Für die führenden 20 Prozent der Kommunen, die bereits in der Umsetzungsphase sind, können beispielhafte Umsetzungslösungen aufgezeigt, die Umsetzungsplanung und -finanzierung erleichtert und der Austausch von Umsetzungserfahrungen gezielt begleitet werden. Die 20 Prozent „Nachzügler“ sollen zunächst vom Mehrwert überzeugt werden, wobei die Landkreise ein Multiplikatorenrolle übernehmen könnten. Eine zentrale Informationsplattform soll relevantes Wissen für alle Stadien der digitalen Transformation bereitstellen. Und prospektiv sollen sich die kommunalen Datenplattformen und Cloud-Lösungen am Bundesprojekt GAIA-X orientieren und sich mit dieser zentralen Dateninfrastruktur vernetzen.

Helmut Merschmann




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Sachsen-Flagge im Wind

Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung

[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...

Gruppenfoto am Spreeufer, das Kanzleramt im Hintergrund

Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an

[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...

Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...

Dr. Annika Busse - Hamburg CIO
interview

Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen

[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...

von rechts: Mehring, Sinemus, Wildberger, daneben noch weitere (unbekannte) Personen

BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung

[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...

zwei Männer geben sich die Hand_Karsten Wildberger_mario Voigt

Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen

[11.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...

Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg. mehr...

bericht

re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern

[21.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...

Komm.ONE: Landesregierung strebt engere Zusammenarbeit an

[18.05.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will Landes-IT und kommunale IT künftig enger zusammenführen und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen. Komm.ONE unterstützt die Pläne und sieht darin eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung. mehr...

Offizielles Porträt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger

Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit

[07.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...

Mitglieder des Digitalausschusses des DStGB

DStGB: Umsteuern zur rein digitalen Verwaltung

[30.04.2026] Wie digitale Lösungen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz zur Modernisierung des Staates beitragen und so für die dringend nötige Entlastung der Kommunen sorgen können, diskutierte der Ausschuss für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds auf seiner Frühjahrstagung.
 mehr...

Vitako: Impulse für die Digitalisierung

[29.04.2026] Auf der Vitako-Mitgliederversammlung haben Deutschlands kommunale IT-Dienstleister zentrale Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung gestellt. Im Fokus standen der Deutschland-Stack, die interföderale Marktentwicklung, das Zukunftsbild der kommunalen IT sowie Fragen der digitalen Souveränität.  mehr...

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...