BBSR-StudieWirkung von Smart-City-Maßnahmen prüfen

Eine neue Praxishilfe des BBSR unterstützt Kommunen dabei, die Wirkung ihrer Smart-City-Maßnahmen zu bewerten.
(Bildquelle: BBSR)
Immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um ihre Kommune lebenswerter zu gestalten. Doch wie können sie messen, ob die digital gestützten Maßnahmen wie gewünscht wirken? Eine neue Studie aus der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) bietet Kommunen eine praxisnahe Anleitung zur Wirkungsmessung im Stadtraum. „Viele Kommunen experimentieren mit digitalen Lösungen und wollen diese anschließend auf andere Stadtteile und Kommunen übertragen. Dafür müssen sie wissen, ob sich ihre spezifische Maßnahme lohnt oder besser angepasst werden sollte, damit sie die gewünschte Wirkung erzielt. Hier setzt die systematische Wirkungsmessung an“, erklärt Charlotte Räuchle, welche die Studie im BBSR wissenschaftlich begleitet hat. „Unsere Praxishilfe ist daher eine wichtige Grundlage für Kommunen, um die Digitalisierung räumlich effektiv zu gestalten und evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen.“
Messmodell in der Praxis
Im Fokus der Arbeitshilfe steht ein sechsstufiges Modell, das Kommunen dabei unterstützen will, die raumbezogenen Wirkungen ihrer Maßnahmen zu bewerten. Die Arbeitshilfe zeigt die einzelnen Stufen des Modells anhand dreier konkreter Maßnahmen, die von Kommunen bereits umgesetzt wurden. Als Beispiele dienen das ERZmobil der Kleinstadt Zwönitz, eine Mischung aus digital gemanagtem Rufbus und Anrufsammeltaxi; die mit Sensorik ausgestatteten Talking Trees in Ulm sowie das Smart Field Wirtschaftsquartier in Halle, das mithilfe digitaler Tools die Nutzung ausgewiesener Wirtschaftsflächen optimieren soll. Eine Sammlung von Methoden mit Einschätzungen zum zeitlichen, finanziellen und methodischen Aufwand vervollständigt die Veröffentlichung.
Langfristiges Steuerungsinstrument
Wie die Studienautoren betonen, sollte die Wirkungsmessung nicht allein auf dem unmittelbaren Output einer Maßnahme wie etwa App-Downloadzahlen basieren. Wichtiger sind direkte Wirkungen in der Stadt, etwa die durch eine Maßnahme eingesparte Energie bei der Straßenbeleuchtung oder weniger Stau im Quartier. Eine zentrale Empfehlung der Studie lautet daher, dass Kommunen das Verfahren als Steuerungs- und Optimierungsinstrument verstehen und es langfristig und unabhängig von Einzelmaßnahmen umsetzen sollten.
Die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausgegebene Publikation „Räumliche Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen – Ansätze und Methoden zu deren Messung“ ist ein Ergebnis aus der Begleitforschung der Koordinierungs- und Transferstelle (KTS) der Modellprojekte Smart Cities. Erarbeitet wurde sie vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Interessierte können die Veröffentlichung online abrufen oder aber gedruckte Exemplare kostenfrei per E-Mail bestellen (publikationen.bbsr@bbr.bund.de).
https://www.bbsr.bund.de
Dresden: Straßenzustand smart erfasst
[07.08.2026] In der Smart City Dresden erfolgt derzeit eine Befahrung im gesamten Stadtgebiet, um den Zustand des Straßennetzes digital zu erfassen. In Kombination mit Sensordaten soll das der Stadt künftig ermöglichen, die finanziellen Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen. mehr...
Serie Digitalstädte: Stadt der Pilotprojekte
[04.08.2026] Wiesbaden setzt bei der Digitalisierung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bürgerorientierung steht bei allen Vorhaben im Vordergrund. Gleichzeitig beteiligt sich Hessens Landeshauptstadt an zwei prestigeträchtigen Pilotprojekten des Bundesdigitalministeriums. mehr...
Interview: Mehr Mut zum Ausprobieren
[04.08.2026] Silke Lehnhardt hat nach 30 Jahren Privatwirtschaft den Wechsel in die Verwaltung gewagt. In Wiesbaden leitet sie nun das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung. mehr...
Dietzenbach: Nachhaltiger und noch smarter
[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform. mehr...
Katastrophenschutz: Waldbrände mit KI frühzeitig erkennen
[03.08.2026] Im Rahmen des Projekts SmartForestFire entwickelt das Fraunhofer Cluster für kognitive Technologien CCIT ein KI-gestütztes Frühwarnsystem, um Brände schneller zu erkennen, Fehlalarme zu reduzieren und insbesondere kleinere oder kritische Waldgebiete effizient überwachen zu können. Im Tennenloher Forst bei Erlangen wird es aktuell unter realen Bedingungen erprobt. mehr...
Kassel: Smart-City-App veröffentlicht
[30.07.2026] Die Stadt Kassel hat eine Smart-City-App für Bürgerinnen, Bürger und Gäste veröffentlicht. Die Anwendung bündelt städtische Informationen und Echtzeitdienste auf einer Open-Source-Plattform und soll gemeinsam mit den Nutzenden weiterentwickelt werden. mehr...
Augsburg: Smart-City-Plattform wächst weiter
[23.07.2026] Augsburg hat seine Smart-City-Plattform technisch und inhaltlich erweitert. Aktuelle Stadt- und Verkehrsdaten lassen sich nun flexibler in Webseiten und Anwendungen einbinden. Teile des Angebots stehen auch in der Augsburg-App bereit. mehr...
Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen
[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...
Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst
[07.07.2026] In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...
BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen
[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...
Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken
[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. mehr...
Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen
[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...
Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling
[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. mehr...
Hamm: Smart-City-Strategie beschlossen
[29.06.2026] Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie hat die Stadt Hamm in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen angestoßen und teils bereits umgesetzt. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wird die Strategie nun als Smart-City-Strategie fortgeschrieben. Die Bürger können mitbestimmen, welche Themen künftig stärker in den Fokus rücken sollen. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 3: Mit Zwilling planen
[25.06.2026] Urbane Digitale Zwillinge erlauben es Kommunen, Daten zu ihrem Stadtgebiet strukturiert sichtbar und für Entscheidungen nutzbar zu machen, etwa in der Verkehrs- oder Wärmeplanung. Beim Aufbau eines Digitalen Zwillings lohnt es sich, auf Kooperation zu setzen. mehr...




















