Sonntag, 26. April 2026

PortaleIntern besser informiert

[30.05.2014] In der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sorgt eine interne Informations- und Kommunikationsplattform für eine bessere Zusammenarbeit und Vernetzung der Mitarbeiter. Das Portal fungiert auch als behördeninternes Facebook.
Intranet sichert Wissenstransfer.

Intranet sichert Wissenstransfer.

(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)

Demografischer Wandel, ein reibungsloser Wissenstransfer von älteren zu jüngeren Mitarbeitern, die weitere Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Bewältigung einer wachsenden Arbeitsverdichtung – all das sind Herausforderungen, denen sich in den nächsten Jahren viele Arbeitgeber zu stellen haben. Das trifft besonders auf den öffentlichen Dienst im Land Berlin zu, aus dem bis zum Jahr 2020 mehr als 20 Prozent der Beschäftigten altersbedingt ausscheiden werden. In den vergangenen Monaten wurden in der Senatsverwaltung für Finanzen des Landes Berlin daher mehrere Maßnahmenpakete erarbeitet, um den kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Einen wichtigen Baustein im Bereich Wissensmanagement bildete dabei die Forderung nach einer webbasierten Informations- und Kommunikationsplattform.

Moderne Wissensdrehscheibe als Ziel

Im Jahr 2012 beschloss die Leitung der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin die Einführung einer personifizierten Portal-Software auf Basis der Lösung Intrexx Professional der Firma United Planet. Gleichzeitig war damit die Einführung der dazugehörigen Applikation Intrexx Share verbunden, eine Kommunikationsplattform, die von Facebook bekannte Funktionalitäten in die Behörde brachte.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren mehrere Beweggründe. So sollte etwa der behördeninterne Informationsfluss verbessert werden. Es sollte ein Kanal geschaffen werden, über den zeitnah und zielgruppengerecht Informationen über wichtige interne Themen, wie beispielsweise Personalveränderungen oder Schulungsangebote, bereitstellt werden können. Die Senatsverwaltung für Finanzen ist als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert, und die Verantwortlichen legen großen Wert darauf, dass Beschäftigte bei längeren Abwesenheiten wie Erziehungsurlaub oder Krankheit von zu Hause aus an der behördeninternen Kommunikation teilnehmen können. Ein weiterer wesentlicher Faktor war die Schaffung einer modernen Plattform für die Wissensdokumentation und -verteilung. Damit sollte insbesondere bei Nachfolgeregelungen eine verlässliche Lösung für den Wissenstransfer geschaffen werden. Nicht zuletzt sollen verstärkt elektronische Prozesse Einzug erhalten, die vor allem die behördeninternen Abläufe wesentlich beschleunigen.

Nutzer einbinden

Der Weg zum ersten Testbetrieb im August 2013 war nicht frei von Hürden und Schwierigkeiten. IT-Verantwortliche, IT-Betrieb, Führungskräfte sowie die personalvertretungsrechtlichen Gremien waren von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit eines neuen IT-Verfahrens zu überzeugen. Die Senatsverwaltung für Finanzen hat sich dieser Aufgabe zügig gestellt und dabei auch darauf geachtet, gemeinsam mit den Mitarbeitern zu handeln. Denn die größte Bedeutung haben bei einer Portaleinführung die zukünftigen Nutzer der gewählten Lösung.
Zu Beginn stehen viele Beschäftigte anstehenden Veränderungen erfahrungsgemäß eher skeptisch oder gar ängstlich gegenüber. Das mag zum einen daran liegen, dass sie in der Vergangenheit Veränderungsprozesse eher negativ wahrgenommen haben. Zum anderen liegt es in der Natur vieler Menschen, gewohnte Abläufe und ein vertrautes Arbeitsumfeld zu bevorzugen. Daher genügt es nicht, eine Lösung „im stillen Kämmerlein“ aufzubauen. Denn selbst die beste Lösung scheitert bei fehlender Akzeptanz. Um möglichst viele Menschen mit auf den Weg der Veränderung zu nehmen, wurden in Berlin fünf wesentliche Schritte unternommen:
• Gründung einer übergreifenden Arbeitsgruppe zum Wissensmanagement (WM),
• Durchführung einer Bestandsaufnahme,
• Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung des WM, wie etwa die Schaffung einer Portallösung,
• Testbetrieb mit zuletzt 50 Usern, Aufnahme von Bedarfen und Anregungen zur Ausgestaltung,
• Beginn des Echtbetriebs mit täglichen Einführungsveranstaltungen.

Behördeninternes Facebook

Im November 2013 hat die Informations- und Kommunikationsplattform, das Beschäftigtenportal „SenFin intern“, den Echtbetrieb aufgenommen. Rund 600 Beschäftigte haben seitdem ihren persönlichen Zugang erhalten. Im Gegensatz zur vorherigen Zentralredaktion im alten, Content-Management-System-basierten Intranet ist jetzt jeder Beschäftigte zum potenziellen Redakteur geworden und kann sich unter seinem Namen aktiv durch Fachbeiträge oder Kommentare einbringen. Über eine personalisierte Startseite im neuen Intranet werden zudem alle Neuigkeiten und Veränderungen zentral bereitgestellt. Dazu gehört auch eine Integration des E-Mail-Systems MS Outlook über einen Konnektor, sodass eine Vorschau zu den persönlichen E-Mails sowie eine direkte Bearbeitung möglich werden. Wichtige zentrale Informationen wie die Telefonliste und die Dokumentensammlung sind durch Kopplung ans Active Directory und die Vielzahl der Redakteure nun wesentlich schneller auf dem aktuellsten Stand als in der Vergangenheit. Durch Volltextsuchen wird das Auffinden von relevanten Informationen darüber hinaus bedeutend vereinfacht.
Ein erster elektronischer Prozess konnte für hausinterne Seminare und Fortbildungen implementiert werden. Ein Klick reicht, um sich zu einer Veranstaltung anzumelden, die Teilnahme wird per E-Mail automatisch bestätigt. Für den organisierenden Fachbereich ergeben sich ebenfalls Vorteile: Der Aufwand hat sich durch weniger E-Mails und Telefonate sowie die automatische Erstellung von Teilnehmerlisten und Zertifikaten wesentlich verringert.
Als besonders weitreichend sind die Veränderungen durch Intrexx Share zu bewerten. Mithilfe der behördeninternen Kommunikationsplattform bildet sich eine individuelle, horizontale Vernetzung. Virtuelle Gruppenräume sind dabei ein wesentlicher Bestandteil. So wird themenspezifische Kommunikation, beispielsweise in Projekt- und Arbeitsgruppen, allen Gruppenmitgliedern in chronologischer Reihenfolge bereitgestellt. Je nach Öffnung der Gruppe können andere Beschäftigte mit Kommentaren, aber auch mit Dokumenten zur Wissensdokumentation und -verteilung beitragen. Nach der bisherigen Nutzerstatistik erfolgen rund 40 Prozent der Seitenzugriffe in diesem behördeninternen Facebook.

Weitere Maßnahmen geplant

Der aufgezeigte Prozessverlauf endet nicht mit Aufnahme des Echtbetriebs. Weil ein Portal stetigen Veränderungen und Weiterentwicklungen unterliegt, sind auch die Nutzer immer wieder einzubinden. Für die Zukunft sind in Berlin umfangreiche weitere Maßnahmen und Entwicklungen geplant. So wird demnächst der Portalzugang über das Internet bei höchster IT-Sicherheit mit der eID-Funktion des neuen Personalausweises in Betrieb genommen. Weitere Prozesse sollen im Laufe dieses Jahres in das Portal integriert werden. Dazu gehören interne Genehmigungsverfahren wie Urlaubs- oder Fortbildungsanträge sowie die Ressourcenverwaltung. Ein wichtiger Erfolg sind die Rückmeldungen aus den Fachbereichen, welche die Integration von Fachverfahren und alten Datenbank-Insellösungen einfordern. So könnte sich der Bereich der persönlichen Profile zu einer Kompetenzdatenbank der Personalentwicklung des Hauses weiterentwickeln.
Die Einführung einer personifizierten Informations- und Kommunikationsplattform erscheint in der Kürze der Darstellung vielleicht als Kinderspiel. Das mag aus technischer Sicht möglicherweise auch so sein. Die Einführung hält jedoch große Herausforderungen an das Akzeptanz-Management und die IT-Sicherheit bereit, denen eine Verwaltung möglichst frühzeitig aktiv begegnen sollte.

Ralf Meyer ist in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen in der Abteilung Verwaltungsmanagement und Dienstleistungen tätig.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: CMS | Portale

Kreis Steinfurt: Digitale Antragstellung im Immissionsschutz

[14.04.2026] Der Kreis Steinfurt hat die digitale Antragstellung im Immissionsschutz gestartet und damit ein umfangreiches Genehmigungsverfahren effizienter und transparenter gemacht. mehr...

Hand, die Euronoten in die Höhe hält, blauer Hintergrund.

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[10.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Frau schaut auf Tablet

S-Public Services: PublicFlow für Prozesse

[01.04.2026] Die Plattform PublicFlow hat jetzt S-Public Services vorgestellt. Sie ermöglicht Kommunen die einfache digitale Bearbeitung von Verwaltungsanträgen Schritt für Schritt – sicher, effizient und mit automatisierter Unterstützung. mehr...

Bürgermeister Christian Zwingmann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem die Leinefelde-Worbis-App zu sehen ist, im Hintergrund sind auf einem Display weitere App-Ansichten zu sehen.

Leinefelde-Worbis: Informationen direkt aufs Smartphone

[23.03.2026] Mit der Leinefelde-Worbis-App erhalten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur städtische Informationen und Dienstleistungen auf ihr Smartphone. Mittels Schadensmelder können sie auch Mängel im öffentlichen Raum mitteilen oder per Umfragemodul an Befragungen teilnehmen. Die modular konzipierte Lösung wird auf Servern in Deutschland gehostet. mehr...

Finger tippt auf einem Smartphone, im Hintergrund Bokeh-Effekte

Leipzig: Vieles ist schon online möglich

[20.03.2026] Wohnsitz, Wohngeld und ganz neu die Hundesteuer – in Leipzig stehen viele Verwaltungsservices online zu Verfügung. Sie können ganz ohne Amtsbesuch beansprucht werden. Die Stadt strebt zudem für viele Leistungen eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung an. mehr...

In Wollpulloverärmeln steckende Hände tippen an einem Laptop, der auf einem niedrigen Couchtisch steht. Die ganze s´Szene ist warm beleuchtet.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[18.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...

Screenshot der Startseite des Bürgerportals Maerker Brandenburg.

Maerker Brandenburg: Neues Design, verbesserte Funktionen

[17.03.2026] Umfassend modernisiert ist jetzt das Bürgerportal Maerker Brandenburg online. Die Plattform wartet mit einer übersichtlichen Struktur, barrierefreier Nutzung und einer intuitiven Navigation auf. Zudem können Missstände noch einfacher über eine zentrale Suche und eine interaktive Karte gefunden, gesucht oder gemeldet werden. mehr...

Hand hält Handy mit Website der Stadt Mainz, Relaunch

Mainz: Neues Zeitalter der Online-Präsenz

[16.03.2026] Einen umfassenden Relaunch hat der Internetauftritt von Mainz erfahren. Er wartet mit einer neuen technischen Basis, neuen Funktionalitäten und inhaltlich mit starkem Fokus auf Services der Stadtverwaltung auf. Weiterentwicklungen sind bereits in Planung. mehr...

Altstadtgasse mit nebeneinander liegenden Holztüren in verschiedenen Farben

Nordrhein-Westfalen: Digitale Eingangstür zur Verwaltung

[12.03.2026] Eine verwirrende Vielzahl von Verwaltungsportalen erschwert den Zugang zur benötigten Verwaltungsleistung. Nordrhein-Westfalen betreibt nun eine Portalkonsolidierung: Statt sich durch verschiedene Portale zu navigieren, genügt ein Einstiegspunkt, der – per KI – den Weg zum passenden Angebot weist. mehr...

Zwei Desktopbildschirme zeigen unterschiedliche Seiten des Stuttgarter Internetportals an.

Barrierefreiheit: Studie sieht Stuttgart auf Rang vier

[11.03.2026] Das Internetportal der Landeshauptstadt Stuttgart gehört laut einer Studie zu den barriereärmsten kommunalen Webseiten in Deutschland. Unter 83 untersuchten Städten belegt stuttgart.de den vierten Platz. Die Untersuchung zeigt zugleich: Vollständig barrierefrei ist bisher kein Stadtportal. mehr...

fünf Personen vor einem Bildschirm_relaunch_kreis Neuwied

Kreis Neuwied: Website erneuert

[04.03.2026] Seine Internetpräsenz hat der Kreis Neuwied neu gestaltet. Nach dem Relaunch präsentiert sich die Website nun nutzerfreundlich, barrierefrei und konsequent auf Service ausgerichtet. mehr...

Screenshot der Rosengarten-App.

Rosengarten: App schafft digitale Nähe

[17.02.2026] Um Servicethemen und Meldungen noch direkter und unkomplizierter zu vermitteln, bietet die Gemeinde Rosengarten ab sofort eine City-App an. Die Kommune kann somit relevante Informationen in Echtzeit und gezielt verteilen. mehr...

Screenshot der Bernauer Plattform mit eingeblendeten Eye-Able-Einstellungen.

Bernau bei Berlin: Barrierearmes Online-Rathaus

[11.02.2026] In Bernau bei Berlin können die Bürgerinnen und Bürger über das Serviceportal Rathaus online bestimmte Verwaltungsdienste zeit- und ortsunabhängig digital in Anspruch nehmen. Der integrierte Eye-Able-Assistent erleichtert Menschen mit Einschränkungen den Zugang zur Plattform. mehr...

Screenshot der Startseite von Augsburg.de mit eingeblendetem Barrierefreiheit-Menü.

Augsburg: Informationen in Leichter Sprache

[11.02.2026] Die Augsburger Website kann nun in 15 Sprachen und zahlreiche Inhalte auch in Leichter Sprache ausgespielt werden. Die Plattform soll so barriereärmer werden. Das Angebot wird Schritt für Schritt erweitert. mehr...

Screenshot leben in Weimar

Weimar: Leben in der Stadt im Überblick

[06.02.2026] Die Stadt Weimar hat ihre Internetseiten rund um das Leben in der thüringischen Kommune überarbeitet und neu strukturiert. Statt eines komplexen Mixes aus Zuständigkeiten, Formularen und Verweisen stehen nun lebensnahe Themen im Mittelpunkt. mehr...