Freitag, 12. Juni 2026

Smart City TalkMoers und die offenen Daten

[17.08.2016] Kleines gallisches Dorf oder Mekka der Open-Data-Bewegung? Auf Moers treffen beide Bezeichnungen zu. Das wird im Smart City Talk zwischen Podcast-Produzent Willi Kaczorowski und Claus Arndt, Leiter der Stabsstelle Zentrales E-Government der Stadt Moers, deutlich.

In der neuesten Folge seines Podcasts Smart City Talk (wir berichteten) spricht Willi Kaczorowski mit Claus Arndt, Leiter der Stabsstelle Zentrales E-Government der Stadt Moers, über die Bedeutung offener Daten für eine Kommune. Arndt bezeichnet Moers in diesem Zusammenhang gerne als gallisches Dorf, in Anlehnung an das kleine unbeugsame Dorf der Comic-Buchreihe Asterix. Bei Moers handle es sich schließlich um eine der ersten Städte, in der das Thema eine wesentliche Rolle spielt. Mit statistischen Daten, Wahldaten und einigen Geodaten habe Moers Anfang 2013 im eigenen Open-Data-Portal zunächst die Klassiker frei und kostenlos zur Verfügung gestellt. Heute sind dort auch immer mehr Echtzeitdaten verfügbar, beispielsweise aus dem Parkleitsystem der Stadt oder von der Aufrufanlage im Bürgerservice-Center. Moers zähle außerdem zu den ersten Datenbereitstellern für GovData, das Datenportal für Deutschland. Kaczorowski bezeichnet Moers als das Mekka der Open-Data-Bewegung. Dazu hat die Kommune unter anderem mit Hackdays beigetragen. „Wir haben intensiv den Kontakt zur Open-Data-Community gesucht“, sagt Arndt im Interview. „Vor allem über Twitter, was gut funktioniert hat.“ Datenenthusiasten in der Region soll das so genannte Code for Niederrhein Lab, ein Lab der Open Knowledge Foundation, ansprechen. Dass das Angebot angenommen wird, zeigen nicht zuletzt die rund 15 Anwendungen, die auf dieser Basis bereits entstanden sind. Arndt spricht etwa von der App Baby benamsen oder dem offenen Ratsinformationssystem Politik bei uns. Letzteres habe zur Entwicklung von OParl beigetragen, der Initiative zur Standardisierung des offenen Zugriffs auf parlamentarische Informationssysteme in Deutschland. „Jede Anwendung, die aus den Daten der Stadt entsteht, bewerben wir via Facebook, Twitter und andere Kommunikationskanäle der Stadt“, betont Arndt. Den Bürgern werde so zunehmend bewusst, welche Bedeutung offene Daten in ihrem Alltag haben können. Um das Thema noch breiter anzusiedeln, setzt die Stadt jetzt auch auf Open Data Workshops für Mädchen und Frauen. „Je mehr Menschen und Kommunen sich beteiligen, desto erfolgreicher ist das Projekt Open Data“, so Arndt. Es sei deshalb zu begrüßen, dass Moers diesbezüglich auch benachbarte Kommunen infiziert habe. „Der Niederrhein entwickelt sich zu einer kleinen Vorzeigeregion in Sachen Open Data“, sagt Arndt. Was es mit dem Generalverdacht von Excel-Dateien in der Moerser Verwaltung auf sich hat, wer der Stadt Daten zur Verfügung stellt und wie die Hochschule Rheinwaal von Anfang an in das Projekt Open Data involviert war, legt Arndt im Gespräch ebenso dar, wie die Bedeutung der offenen Kommunikation des Themas. Auch geht er darauf ein, wie die Moerser Verwaltung den neuen Aufgabenbereich Open Data personell gelöst hat. Nicht zuletzt hat Arndt Tipps für jene Kommunen, die sich neu an das Thema heranwagen wollen. Hier gleich den großen Wurf machen zu wollen, sei beispielsweise nicht erstrebenswert.





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