Freitag, 23. Oktober 2026

MicrosoftFort Knox in der Cloud

[07.10.2016] Die neue Devise bei Microsoft lautet mobile first, cloud first. Der IT-Konzern will den unmittelbaren mobilen Zugriff auf die eigenen Daten über eine als Supercomputer bezeichnete Cloud-Architektur ermöglichen.
Satya Nadella in Berlin: Microsofts Cloud-Architektur ist der weltweit erste Supercomputer.

Satya Nadella in Berlin: Microsofts Cloud-Architektur ist der weltweit erste Supercomputer.

(Bildquelle: Microsoft)

Cloud Computing ist für den IT-Konzern Microsoft ein zentraler Baustein für die digitale Transformation in Deutschland. Auf einer Veranstaltung in Berlin am Mittwoch (5. Oktober 2016) erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella, dass sein Unternehmen „jede Person ermächtigen möchte, mehr zu erreichen“. Geschehen könne dies durch die Konzernziele mobile first, cloud first – den unmittelbaren mobilen Zugriff auf die eigenen Daten in der Cloud. Nadella bezeichnete Microsofts Cloud-Architektur als weltweit ersten Supercomputer. Währenddessen stellte Microsoft-Präsident Brad Smith auf der Veranstaltung eine Denkschrift mit dem Titel „A Cloud for Global Good“ vor. Darin wird die Cloud-Technologie als Wegbereiter für globalen Wohlstand erklärt. Microsoft hat nach eigenen Angaben weltweit 30 Rechenzentren errichtet, um seine Cloud-Dienste Azure, Office 365 und Dynamics 365 zu verbreiten. Insgesamt drei Milliarden Dollar seien in europäische Infrastruktur investiert worden. In Deutschland haben zwei Rechenzentren in Frankfurt am Main und in Magdeburg den Betrieb aufgenommen (wir berichteten). Eine Kooperation mit der Deutschen Telekom als Datentreuhänder sieht vor, dass T-Systems die beiden Rechenzentren betreut (wir berichteten). Weil sie sich im Rechtsgebiet der EU befinden, unterliegen sie auch der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Ein Zugriff auf Daten von außen sei ausgeschlossen. Damit trägt Microsoft sowohl der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bezüglich dem Safe-Harbor-Abkommen Rechnung als auch den besonders unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) verbreiteten Vorbehalten gegenüber in ausländischer Hand befindlichen Cloud-Technologien.
Telekom-Chef Timotheus Höttges bezeichnete das Rechenzentrum in Magdeburg als Fort Knox und verspricht sich großen Erfolg damit. Einer Umfrage zufolge würden 47 Prozent der Bürger ihre Daten der Telekom anvertrauen und nur 20 Prozent dem britischen, zweitgrößten Wettbewerber Vodafone. Zentrale Kundenwünsche wie Sicherheit und Einfachheit seien durch die Cloud-Lösung erfüllt. Bereits 66 Applikationen können den Kunden standardisiert angeboten werden.

Helmut Merschmann




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