E-Government-WettbewerbSieger im Jahr 2017

Die Gewinner des E-Government-Wettbewerbs 2017 wurden auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin ausgezeichnet.
(Bildquelle: BearingPoint)
Die besten Digitalisierungs- und Modernisierungsprojekte, Kooperationen und IT-Infrastrukturen der öffentlichen Verwaltung haben jetzt die Unternehmensberatung BearingPoint und der Technologieanbieter Cisco prämiert: Fünf Gewinner des 16. E-Government-Wettbewerbs (wir berichteten) sind auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung (wir berichteten) ausgezeichnet worden. Open Data und ein effizienter Datenaustausch, vernetzte Informationen und webbasierte Plattformen sowie ein zentrales Vertretungsmanagement sind laut den beiden Unternehmen und Ausrichtern des Wettbewerbs bestimmende Themen der Siegerprojekte.
Bestes Kooperationsprojekt lieferte der Kreis Vorpommern-Greifswald mit seinem Soziales- und Jugend-Serviceportal (SoJuS). „SoJuS bringt die Bedürfnisse der Nachfrager (öffentliche Verwaltung) und Anbieter (freie Träger) von Sozialdienstleistungen in Einklang und realisiert ein hohes Einsparungspotenzial in diesem ausgabenstarken Bereich, indem der Transaktionsaufwand deutlich reduziert wird“, erklärt Jury-Mitglied Dieter Tschan, E-Government-Beauftragter der Schweiz. „Außerdem ist der günstigste Preis für eine nachgefragte Dienstleistung sofort ersichtlich. Der Tätigkeitsbereich des Projekts ist nicht nur bundesweit von Relevanz. Diese Lösung kann mit geringem Modifikationsaufwand auch nach Österreich und in die Schweiz exportiert werden.“
Zwei Sieger kommen aus Hessen
Zum Besten Digitalisierungsprojekt hat die Jury das Solarkataster Hessen vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung bestimmt. Dazu Jury-Mitglied Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich: „Das Solarkataster Hessen ist ein perfektes Beispiel für den Mehrwert von öffentlichen Daten. In einer multimedialen Applikation werden komplexe Daten in hoher Qualität kostenlos angeboten. Die Plattform ist einfach anzuwenden, sodass der Nutzer rasch eine Entscheidungshilfe bekommt. Das Projekt ist beispielgebend für viele andere E-Government-Anwendungen.“ Ein hessisches Projekt wurde außerdem als Bestes Modernisierungsprojekt ausgezeichnet: die E21X, Hard- und Software-Erweiterung der Verkehrsrechnerzentrale Hessen. Projektträger ist Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement. Das Vorhaben zeigt, wie mit der Vernetzung von Informationen die Qualität von Dienstleistungen erheblich gesteigert werden kann, heißt es vonseiten der Jury.
Unter die beiden Besten Infrastrukturprojekten 2017 schaffte es das Bundesverwaltungsamt (BVA) mit der Anbindung der Meldebehörden an das Ausländerzentralregister. Dem BVA ist es laut der Jury eindrucksvoll gelungen, 5.500 Meldebehörden mittels der Nutzung von XÖV-Standards und OSCI-Transport anzubinden und damit die Vorgaben des Datenaustauschverbesserungsgesetzes zu realisieren. „Der Nutzen ist für BAMF und die Meldebehörden beachtlich: Bürokratieabbau, Reduktion des Verwaltungsaufwands und gleichzeitig höhere Datenqualität sowie tagesaktuelle Daten im Kontext des Flüchtlingsmanagements. Auch die Asylbewerber müssen nicht mehr persönlich bei den Meldebehörden vorsprechen“, sagt Jury-Mitglied Professor Maria Wimmer, Dekanin am Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik an der Universität Koblenz-Landau. Ebenfalls in der Kategorie Bestes Infrastrukturprojekt als Sieger ausgezeichnet wurde das Bundesministerium für Finanzen Österreich mit dem Vertretungsmanagement für das E-Government in dem Land.
Noch bis 4. August abstimmen können Interessierte über den Publikumspreis des E-Government-Wettbewerbs. Der Sieger in dieser Kategorie wird am 15. September 2017 auf dem 22. Ministerialkongress ausgezeichnet.
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