Donnerstag, 15. Oktober 2026

Zukunftskommune@bwDigitalisierungsstrategien ausgezeichnet

[26.07.2019] Neun kommunale Digitalisierungsstrategien wurden im zweiten Teil des Wettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ für eine weitere Förderung ausgewählt. Damit sollen die Kommunen die Projekte aus den Strategien umsetzen können.
Baden-Württembergs Digitalisierungsminister Thomas Strobl zeichnet im Zuge des Förderwettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ neun Gewinner für ihre Digitalisierungsstrategien aus.

Baden-Württembergs Digitalisierungsminister Thomas Strobl zeichnet im Zuge des Förderwettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ neun Gewinner für ihre Digitalisierungsstrategien aus.

(Bildquelle: Fraunhofer IAO / Elia Schmidt)

Im zweiten Teil des Förderwettbewerbs „Digitale Zukunftskommune@bw“ hat Baden-Württembergs Digitalisierungsminister Thomas Strobl neun kommunale Digitalisierungsstrategien ausgezeichnet. Er überreichte den Gewinnern Förderbescheide mit einem Gesamtvolumen von mehr als 550.000 Euro. Damit sollen die Kommunen die Projekte aus ihren Strategien umsetzen. Insgesamt nimmt das Land laut einer Pressemeldung des Innenministeriums 20 Millionen Euro in die Hand, um die Digitalisierung in den Kommunen voranzutreiben. Strobl: „Wir setzen auf den Ideenreichtum vor Ort und treiben gemeinsam mit unseren Kommunen die Digitalisierung voran.“
Herrenberg, Ravensburg, Winnenden, Stutensee, Schönau im Odenwald, der Zollernalbkreis, der Landkreis Tuttlingen, der Regionalverband Nordschwarzwald sowie der landkreisübergreifende Zusammenschluss RegioENERGIE erhalten jeweils bis zu 100.000 Euro Fördermittel zur Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien, teilt das Innenministerium mit. Diese hätten sie im ersten Teil des Ideenwettbewerbs „Digitale Zukunftskommunen@bw“ (wir berichteten) bereits mit 45.000 Euro finanzieller Unterstützung des Landes entwickelt. 50 Kommunen waren im Mai 2018 ausgewählt worden und bekamen neben finanzieller auch fachliche Unterstützung. Fast alle Kommunen hätten inzwischen eine Digitalisierungsstrategie entwickelt; die besten und innovativsten erhalten laut Innenministerium erneut eine Förderung, um die Strategien umzusetzen. Ausgewählt wurden die Gewinner unter 19 Bewerbern von einer Jury aus Vertretern des Digitalisierungsministeriums und der kommunalen Landesverbände.

Leuchttürme des digitalen Wandels

„Unsere digitalen Zukunftskommunen sind echte Leuchttürme des digitalen Wandels. Und das – wie die kürzlich für das Smart-City-Modellprojekt des Bundes ausgewählte Stadt Ulm (wir berichteten) bewiesen hat – auch über die Landesgrenzen hinaus. Wir sind stolz auf unsere Kommunen und es zeigt auch: Wir sind auf dem richtigen Weg. Leuchtturmprojekte zu fördern ist wichtig, um praktische Erfahrungen im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung zu sammeln. Außerdem sollen andere Kommunen ermutigt werden, eigene Ideen zu entwickeln und anzupacken. Letztlich muss es aber darum gehen, die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Kommunen im Land zu übertragen und die Digitalisierung in die Fläche zu bringen“, erklärte Digitalisierungsminister Thomas Strobl.
Überzeugt haben die Gewinner des aktuellen Wettbewerbs nach Angaben des Innenministeriums zum Beispiel mit gemeinsamen Online-Plattformen und Sharing-Angeboten. Der Zollernalbkreis hat sich zum Ziel gesetzt, eine Azubi-Plattform zu etablieren, die das gesamte Azubi-Management des Landkreises mit Einsatzplänen, Berichtsheften und Lernzielen digital abbildet. Andere Kommunen möchten digitale Stadtrundgänge oder Museen anbieten und dabei auch Augmented- und Virtual-Reality-Elemente einsetzen. In Schönau im Odenwald wird in den Rundgang ein virtuelles Schaufenster mit Angeboten von Schönauer Unternehmen, Vereinen und der Verwaltung eingebunden, das später zu einem virtuellen Marktplatz ausgebaut werden könnte. Der Landkreis Tuttlingen will Funklöcher beseitigen. Mit einer Strategie zur Stärkung und Weiterentwicklung des Mobilfunks, unter besonderer Beachtung des 5G-Standards, soll die Netzabdeckung gefördert werden. Auf ein digitales und analoges Begegnungszentrum für die Bürger setzt die Stadt Stutensee mit ihrem Zukunftshaus. Dort sollen zum Beispiel IT-Schulungen und Co-Working-Spaces angeboten werden.
Bei der Umsetzung ihrer Strategien und Projekte werden die Kommunen laut der Pressemeldung des Innenministeriums vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Kooperation mit dem bwcon-Netzwerk wissenschaftlich und praktisch begleitet. Damit sollen die Best Practices aus den Modellkommunen auf möglichst viele weitere Kommunen im Ländle übertragen werden.

Digitallosten als Impulsgeber

Die Preisverleihung war ein Programmpunkt der Veranstaltung „#digitallotsen gestalten Baden-Württemberg“, bei dem sich kommunale Digitallotsen (wir berichteten) vernetzen. Sie ist als Teil der Qualifizierungsoffensive Digitalakademie@bw des Landes ausgebildet. „Der digitale Wandel beginnt im Kopf. Ohne die richtigen Köpfe geht es nicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb haben wir mit der Digitalakademie ein innovatives Projekt für die Verwaltung an den Start gebracht, das sich genau darum kümmert: um Qualifizierung, Innovation, Wissenstransfer und kulturellen Wandel. Wir werden darüber in den kommenden zwei Jahren allein rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunalverwaltungen zu Digitallotsen qualifizieren. Sie treiben Innovationsmaßnahmen innerhalb ihrer Verwaltung und in den Kommunen voran und sind wichtige Impulsgeber für digitale Projekte“, so Digitalisierungsminister Strobl.



Stichwörter: Politik,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Eine Hand hält ein weißes Puzzlestück über einen Holztisch, auf dem ein weiteres Puzzleteil liegt

GovTech Kommunal: Kein Ersatz, sondern Ergänzung

[15.10.2026] In der Debatte um mögliche Parallelstrukturen bei der Verwaltungsdigitalisierung hat GovTech Deutschland auf die Kritik der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, reagiert. In einer Stellungnahme weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück, erläutern die Rolle von GovTech Kommunal und bieten den kommunalen IT-Dienstleistern eine Zusammenarbeit an. mehr...

Sechs leere gelbe Stühle stehen in einer Reihe vor einer weißen Wand

Bitkom-Umfragen: Online aufs Amt bleibt (noch) die Ausnahme

[15.10.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung macht Fortschritte, bleibt aber hinter den Erwartungen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen zurück. Das zeigen zwei aktuelle Bitkom-Umfragen. Insbesondere fehlende durchgängig digitale Verfahren und Medienbrüche sorgen für Unzufriedenheit. mehr...

Entspannter junger Mann mit Handy auf einem hellen Sofa.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[15.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

bunte Holztürme, die nebeneinander auf einem Holzfußboden stehen

Vitako: Warnung vor neuen Parallelstrukturen

[09.10.2026] Mit GovTech Kommunal ist Ende 2025 ein neuer Akteur für die kommunale Verwaltungsdigitalisierung gestartet. Der Verband Vitako sieht dessen Aktivitäten kritisch. In einem Positionspapier warnt er vor Doppelstrukturen, zusätzlichen Kosten und einer weiteren Zersplitterung der kommunalen IT-Landschaft und fordert, lieber bestehende föderale und kommunale Strukturen zu stärken. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...

Körniges Schwarz-Weiß-Foto, Großraum-Büro mit vielen Arbeitsplätzen und Ordnern und Drehregister

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Luftbild Schweriner Schloss

Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert

[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Rede im Bundestag

Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...

BU: Visualisierung des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach.
bericht

Changemanagement: Veränderung steuern

[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...

Laqptop auf Schreibtisch, am Bildschirm sieht man das Gründerportal

Schneller Gründen: Aus zwei mach eins

[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...

NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht

[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...

Konsultation: Offene Daten stärken

[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...

Rathaus der Freien und Hansestadt Bremen, mit Arkaden und drei markanten Stufengiebeln, Deutschlandflagge wehtt, blauer Himmel.

Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI

[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...

Nahaufnahme der Flagge von Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen

[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Porträtaufnahme von Kristina Sinemus.

Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen

[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...