Samstag, 4. April 2026

MühlhausenDashboard für Daten aus öffentlichem Raum

[18.09.2024] Die thüringische Stadt Mühlhausen stellt seit Anfang des Jahres mithilfe einer Datenplattform zahlreiche Daten aus dem öffentlichen Raum für Bürger sowie Touristen zur Verfügung. Die Plattform ist aus der Smart-City-Initative hervorgegangen und stammt von der PASS Consulting Group.

Der Mühlhausen-Cube von PASS führt rund 70 verschiedene städtische Datenquellen unter einem digitalen Dach zusammen.

(Bildquelle: PASS Consulting Group)

Mühlhausen mit seinen 37.000 Einwohnenden ist eine von drei Modellstädten in Thüringen, die vom Bund im Rahmen des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ unterstützt werden. In diesem Kontext entwickelte der Softwarehersteller PASS für die Stadt den so genannten Mühlhausen-Cube, auch als urbane Datenplattform bezeichnet. Dabei werden rund 70 verschiedene städtische Datenquellen unter einem digitalen Dach zusammengeführt. Der Cube war einer der ersten Schritte in der Strategiephase.
Dabei liefern Sensoren beispielsweise eine Übersicht über die Besucherströme in den innerstädtischen Fußgängerzonen, und im Freizeitbad Thüringentherme wird die aktuelle Auslastung gemessen. Bei all diesen Daten war es naheliegend, sie den Bürgerinnen und Bürgern in einer übersichtlichen Oberfläche, einem Online-Dashboard, zur Verfügung zu stellen. Über dieses kann man nun in Echtzeit auf aktuelle Daten zugreifen, die für alle Interessenten transparent auf einer Website dargestellt werden.
 
2.400 Aufrufe in zwei Monaten
 
PASS bewarb sich Anfang 2023 auf eine Ausschreibung der Stadt Mühlhausen und erhielt den Zuschlag sowohl für die Entwicklung der Datenplattform als auch des Bürger-Dashboards. Im Februar 2024 ging die neue digitale Informationsquelle online. Bereits in den ersten zwei Monaten besuchten über 2.400 Nutzerinnen und Nutzer das digitale Angebot im Netz.
„Wir haben uns im Vorfeld sehr genau überlegt, welche Daten in diesem Dashboard für unsere Bürgerinnen und Bürger interessant wären und haben dabei auch konkrete Anwendungsfälle geprüft“, sagt der Smart-City-Projektleiter bei der Stadt Mühlhausen, Kay Freytag. „Die Zugriffszahlen seit der Veröffentlichung sind richtig gut und wir haben viel positives Feedback erhalten.“
Bei der Planung des Informationsgehalts des Bürger-Dashboards sei man beispielsweise schnell bei den Auslastungszahlen der Thüringentherme und den Öffnungszeiten des Freibads gelandet und habe damit gleich mehrere Ansatzpunkte für mehr Transparenz gefunden. Über das Dashboard werden nun mit einer Ampel sowie einem Badegästebarometer die aktuellen Öffnungszeiten oder der Auslastungsstand gezeigt. Darüber hinaus sind Preislisten und weitere wichtige Informationen verlinkt.
 
Weitere Features
 
Ergänzt wird das Bürger-Dashboard durch einen Veranstaltungskalender und die Möglichkeit, direkt Terminvereinbarungen im Bürgerbüro der Stadt Mühlhausen vorzunehmen. Auch der tägliche Wetterbericht und Forecast lässt sich einsehen.
„Unsere Daten aus den Frequenzmessungen in den Fußgängerzonen sind für unsere Einzelhändler natürlich sehr interessant“, bemerkt Freytag. „Besucherströme lassen sich dank unserer Aufbereitung im Dashboard einfach nachvollziehen und mithilfe einer Excel-Datei auswerten.“ Insbesondere beim letztjährigen „Tag des offenen Denkmals“ hätten sein Team und er bereits viele interessante Daten rund um den verkaufsoffenen Sonntag in der Mühlhäuser Innenstadt sammeln und auswerten können.
Gerade für Touristen sehr hilfreich: Informationen zu den begehrten Wohnmobilparkplätzen in der Innenstadt. Im Bürger-Dashboard lässt sich auf einen Blick feststellen, wie viele Stellplätze bereits belegt sind. So kann unnötiges Rangieren in der historischen Altstadt vermieden werden. Mehr Übersicht gibt es dabei auch für Autofahrer: Denn verfügbare Pkw-Stellplätze, Behindertenparkplätze sowie freie Ladestationen für Elektroautos sind ebenfalls einsehbar. 
 
Mehr Transparenz
 
Der Mühlhausen-Cube und das Bürger-Dashboard sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Als Smart City hat Mühlhausen weitere Visionen. Diese erstrecken sich über digitale Verkehrssysteme, Optimierungen in der Verwaltung und bei den Informationen von Touristen bis hin zu mehr Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung. Kurzum: Das große Handlungsfeld der offenen Daten für mehr Transparenz.
„Unser Mühlhausen-Cube und das Bürger-Dashboard sind der Grundstein für eine ganz neue Form der offenen Erfassung, Verwendung, Analyse und Präsentation von städtischen Daten. Diese können so von allen und zu jedem Zweck genutzt, verbreitet und weiterverwendet werden. Uns als Verwaltung helfen die Daten, unsere Stadt noch besser zu verstehen. Bei der Projektumsetzung hat sich die PASS Consulting Group als kompetenter und zuverlässiger Partner erwiesen“, resümiert Freytag.
 
Christoph Treubert ist Business Development Manager bei der PASS Consulting Group.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
fünf Personen mit Preis_Gütersloh erhält DIGITAL-Award für Urban Stack

Gütersloh: Urban Stack ausgezeichnet

[02.04.2026] Für ihr Innovationsprojekt Urban Stack ist die Stadt Gütersloh mit dem DIGITAL-Award ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Kommunen und Gemeinden über 100.000 Einwohnende“ gewann das Projekt den von der Öffentlichkeit gewählten Preis. mehr...

Fünf Personen, der in der Mitte hält ein Tablet_Gütersloh stellt Urban Stack vor
bericht

Gütersloh: Vernetzt mit Urban Stack

[01.04.2026] Von Kommunen für Kommunen: Nach diesem Prinzip hat die Stadt Gütersloh das digitale Ökosystem Urban Stack entwickelt. Durch gemeinschaftliche Weiterentwicklung können Synergien gehoben und Kosten gespart werden. Erste Interessenten gibt es bereits. mehr...

Screenshot des Digitalen Zwillings der Stadt Aachen.

Aachen / Mannheim: Verlässliche Daten für die Stadtplanung

[30.03.2026] Wie urbane Digitale Zwillinge die klimafeste Stadtplanung unterstützen können, wollen die Städte Mannheim und Aachen in dem vierjährigen Förderprojekt MACspeeDZ zeigen. Die nötigen Daten liefern im Stadtgebiet installierte Sensoren, Künstliche Intelligenz hilft bei der Aufbereitung der Messwerte. Am Ende soll ein Werkzeug entstehen, das auch andere Städte nutzen können. mehr...

Zwei Männer in neongelber Warnkleidung auf einem städtischen Platz, sie betrachten ein kleines Solarmodul

Hannover: Neue Messtechnik für alte Bäume

[27.03.2026] Im Rahmen des Projekts BlueGreenCity-KI entwickelt die Stadt Hannover KI-basierte Lösungen, um städtisches Grün klimaresilient und ressourcenschonend zu bewirtschaften. Nun wird ein neues Dendrometer erprobt, das differenzierte Analysen zum Trockenstress eines typischen Stadtbaums ermöglicht. mehr...

Pegelmessstelle der Stadt Lohmar

Lohmar: Pegel werden digital überwacht

[25.03.2026] Neue Pegelmessstellen an fließenden Gewässern liefern der Stadt Lohmar jetzt kontinuierliche Daten zur Überwachung der Wasserstände. Die Informationen sind über die städtische Datenplattform auch öffentlich einsehbar. mehr...

Eine Personengruppe steht in der Amberger Altstatt versammelt.

Amberg: Ist ein Behindertenparkplatz frei?

[25.03.2026] Künftig soll auf der Amberger Website in Echtzeit angezeigt werden, ob die Behindertenparkplätze in der Altstadt belegt oder frei sind. Die entsprechenden Daten liefern Bodensensoren. Eine automatische Kontrolle der Parkberechtigung ist damit nicht möglich. mehr...

Drei Männer sitzen nebeneinander an einem Tisch. Vor ihnen liegen Vertragsunterlagen.

Nürnberg: Digitaler Verkehrszwilling im Test

[23.03.2026] Mit einem Digitalen Zwilling will Nürnberg die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf den Verkehr künftig im Vorfeld simulieren und somit Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen können. Mit diesem Ziel hat die Stadt nun ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet. mehr...

Vier Personen stehen um einen Monitor versammelt, auf dem das Smart City Dashboard für Schlangen zu sehen ist.

Schlangen: Wetter- und Pegeldaten im Blick

[23.03.2026] Ein Smart City Dashboard zeigt für die Gemeinde Schlangen Wetter- und Pegeldaten in Echtzeit an. Messstationen und Sensoren liefern über ein offenes LoRaWAN die nötigen Werte. Neben den öffentlich zugänglichen Daten erhält die Verwaltung selbst zusätzliche Auswertungen, um beispielsweise auf kritische Wetterlagen passgenauer reagieren zu können. mehr...

Eine Person scannt mit dem Smartphone den QR-Code eines Stadtwürfels in Bremerhaven.

Bremerhaven: Stadtwürfel statt Baustellenschild

[20.03.2026] Mit QR-Code versehene Stadtwürfel sollen in Bremerhaven künftig direkt am Ort des Geschehens über Bauprojekte informieren. Der QR-Code führt zu einer ausführlichen Projektbeschreibung auf der kommunalen Website. Im Gegensatz zu Bauschildern können die Würfel flexibel platziert und verlinkt werden. mehr...

Mönchengladbach: Echtzeit-Sensoren überwachen Verkehrsflüsse

[18.03.2026] Ob ausverkaufte Heimspiele der Borussia, Konzerte populärer Bands oder internationale Sportereignisse – im Mönchengladbacher Nordpark finden zahlreiche Großveranstaltungen statt. Mithilfe smarter Daten will die Stadt die dort anfallenden Verkehrsströme besser verstehen und lenken. mehr...

Abstrakte Darstellung eines Baums, der Daten sendet.

KI: Wenn Bäume ihren Wasserbedarf selbst melden

[17.03.2026] Um Stadtbäume gesund zu erhalten, müssen sie vor Trockenstress geschützt werden. Nicht zuletzt aus Kostengründen ist aber auch eine Überwässerung zu vermeiden. Ein urbanes, mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitendes Bewässerungssystem erfüllt beide Kriterien und unterstützt obendrein bei der Routenplanung. mehr...

Screenshot vom Deckblatt des Studienberichts zum Smart City Index 2025, den der Digitalverband Bitkom vorgelegt hat.

Smart City Index 2025: Studienbericht liefert Detailergebnisse

[17.03.2026] Den Smart City Index 2025 ergänzend hat der Digitalverband Bitkom nun einen Studienbericht mit bislang unveröffentlichten Teilergebnissen herausgegeben. Er macht beispielsweise ersichtlich, dass fast alle Städte bei der Energie- und Wärmeplanung auf digitale Technologien setzen. mehr...

Screenshot aus dem Simulationstool

Hamburg: Mit dem Digitalen Zwilling Verkehrslärm simulieren

[11.03.2026] Hamburg hat ein neues Tool zur Lärmsimulation entwickelt, mit dem bereits in frühen Phasen die Verkehrslärmverhältnisse für Bauvorhaben bewertet werden können. Die quelloffene Lösung steht über OpenCoDE auch anderen Städten zur Verfügung. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt. Zwei von ihnen betätigen einen symbolischen Startknopf, eine dritte hält einen aufgeklappten Laptop in den Händen auf dem die Startseite der neuen Website zu sehen ist.

Kreis Warendorf: Smart Region mit eigener Website

[11.03.2026] Als Smart Region Kreis Warendorf bringen der Landkreis und 13 kreisangehörige Kommunen ihre Digitalisierung gemeinsam voran. Auf einer neuen Website präsentiert das Zukunftsprojekt nun seine Digitalisierungsstrategie und erklärt die einzelnen Handlungsfelder. mehr...

Der Digitale Zwilling der Stadt Dresden ist auf einem Tablet zu sehen, das eine Person in den Händen hält.

Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetter

[09.03.2026] Wie sich Unwetterereignisse auf Dresden auswirken können, simuliert jetzt ein Digitaler Zwilling der Stadt. Welche Eindrücke und Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer mit dem öffentlich zugänglichen Prototyp der 3D-Anwendung machen, soll eine Online-Umfrage zeigen. mehr...