TabletklassenElternsorgen ernst nehmen

Durch elternfinanzierte Tabletklassen wird die Digitalisierung schneller Teil des Unterrichts.
(Bildquelle: ACS Group )
Die Digitalisierung durchdringt nahezu alle Lebensbereiche. Entsprechend gilt es, die Schülerinnen und Schüler auf die digitalisierte Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Dass der Einsatz digitaler Technologien und Medien in allen Schulen Standard sein sollte, befürworten laut einer Bitkom-Umfrage 96 Prozent der Eltern. „Viele Eltern haben aber auch verstanden, dass Bund, Länder und Kommunen die Schuldigitalisierung nicht allein stemmen können“, weiß Moritz Zeman, Business Manager bei der ACS Group, einem auf Apple-Produkte spezialisierten Dienstleistungsunternehmen. Das hat laut Unternehmensangaben die Akzeptanz für elternfinanzierte Tabletklassen erhöht, in denen jedes Kind ein eigenes Gerät erhält. Die Schulen werden so unabhängig von zeitlich begrenzten Förderungen, müssen keine komplizierten Ausschreibungen durchführen und können schnell handeln.
Seit dem Jahr 2010 hat die ACS Group eigenen Angaben zufolge bundesweit rund 3.000 Bildungseinrichtungen betreut und mehr als 3.100 elternfinanzierte iPad-Klassen realisiert. Als unabhängiger Dienstleister biete sie dafür Komplettlösungen aus einer Hand – von der Planung bis zur Umsetzung. „Die Einrichtung von Eins-zu-eins-Tabletklassen stellt Eltern vor Herausforderungen, denen man verständnisvoll begegnen muss“, berichtet Zeman und ergänzt: „Dabei geht es nicht nur um die Finanzierung. Oft wird auch befürchtet, dass die Kinder noch mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, was sich negativ auf ihre körperliche und geistige Gesundheit auswirken könnte. Ein großes Thema ist außerdem der Kontrollverlust. Denn zum ersten Mal können Kinder mehr Kompetenz im Umgang mit technischen Geräten entwickeln als ihre Eltern.“ Die ACS Group nehme diese Ängste ernst und biete umfassende Unterstützung an.
Sozialverträgliche Finanzierung
Ob tatsächlich Tabletklassen mit Eins-zu-eins-Ausstattung eingerichtet werden, muss die Schule gemeinsam mit den Eltern entscheiden. Unter Umständen wird die Anschaffung pro Gerät mit einem fixen Betrag vom Schulträger oder Land subventioniert, heißt es in der Pressemeldung der ACS Group. In Bayern geschehe dies beispielsweise über das Projekt Digitale Schule der Zukunft. Um alle Schüler einer Klasse ähnlich auszustatten, gibt es meist bestimmte Vorgaben bei der Bestellung. Damit die Kosten der Neuanschaffung nicht auf einmal getragen werden müssen, werden sozialverträgliche Finanzierungsmodelle angeboten. Je nach gewünschtem Gerät, technischer Ausstattung, Versicherung und Finanzierungszeitraum variiert die monatliche Rate. Über einen personalisierten Webshop, den die ACS Group über ihr Portal TabletKlasse.de für jede Schule individuell einrichtet, profitierten die Eltern von günstigen Bildungsrabatten und könnten die Geräte sogar zu Null Prozent finanzieren lassen. Für finanzschwache Familien übernehmen Schulen oder Schulträger mitunter zusätzliche Kosten für die Anschaffung oder stellen Leihgeräte zur Verfügung. Gegebenenfalls können Zuschüsse beim Jobcenter beantragt werden.
Medienkompetenz erwerben
Die These, dass Kinder durch die Tablets zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen könnten, wird gern mit dem Beispiel Dänemark untermauert, wo eine Abkehr vom digitalen Arbeiten stattfinde. Das ist laut ACS Group so nicht zutreffend: Dänemark rudere lediglich von einem hohen digitalen Niveau zurück zu einem digital-analogen Mittelweg, wie er auch an deutschen Schulen favorisiert werde. Man habe erkannt, dass die Technik das Lernen nicht dominieren darf, sondern die Balance zwischen analogem und digitalem Lernen gefunden werden muss. „Es geht also nicht um ein Entweder-oder, sondern um das Sowohl-als-auch“, erklärt Moritz Zeman. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten nicht von morgens bis nachmittags mit den Tablets. Vielmehr sollen die Geräte den Unterricht abwechslungsreich gestalten und in kreativer Weise um die digitale Welt erweitern. Statt Bewährtes aus dem Schulalltag zu verbannen, werden sie ergänzend und punktuell eingesetzt.“ Die Tablets fungieren dabei als Lernmittel und -gegenstand gleichermaßen. Denn digitale Souveränität, wie sie in den Schulen vermittelt werden sollte, bezieht sich nicht allein auf das technische Verständnis und die Bedienung der Geräte, so die ACS Group. Es gehe auch um so wichtige Fragen wie den Datenschutz, die Informationsbeschaffung oder die digitale Präsentation von Lernergebnissen.

Die Schüler lernten in einem geschützten Raum produktiv mit den neuen technischen Möglichkeiten umzugehen. Statt ein Referat vorzutragen, könnten ein Drehbuch geschrieben und ein Video erzeugt werden. Anschließend wird der Film geschnitten, manuell oder mittels KI bearbeitet, mit Musik unterlegt und auf dem Smartboard präsentiert. Alle dafür erforderlichen Apps sind standardmäßig auf den iPads installiert, heißt es vonseiten der ACS Group. So entwickeln die Schüler unter Anleitung spielerisch Medienkompetenz. Gleichzeitig lernen sie, welche Fallstricke es gibt, etwa, wenn sie unautorisiert Fotos oder Videos von Mitschülern erstellen und teilen. Sie erfahren, dass KI auch manipulativ sein kann, Cybermobbing eine Straftat ist und wie sie sich selbst vor Gefahren im Netz schützen können. In Summe seien sie besser auf kritische Situationen vorbereitet und sensibilisiert für ihr Agieren in sozialen Medien.
Webinare für Eltern
Mit den Tablets kann außerdem das Lernen neu organisiert werden. Sei es durch die einfache Kommunikation mit Schülern und Eltern über eine einheitliche Lernplattform oder durch die ohne großen Mehraufwand mögliche individuelle und differenzierte Förderung von Schülern mit Einschränkungen wie auditiven Wahrnehmungsstörungen oder Legasthenie. Auch Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, können besser integriert werden.
Für Moritz Zeman ist klar, dass Kinder in den Schulen möglichst früh den wohldosierten, verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen sollten. Denn häufig fehlen den Eltern die nötigen Kenntnisse, um ihre Kinder diesbezüglich ausreichend unterstützen zu können. „Eltern, die selbst nicht sehr digitalaffin sind, reduzieren das Tablet außerdem oft auf einen bloßen Heftersatz, in den nicht per Hand geschrieben, sondern getippt wird“, sagt Zeman. Der immense Schulungsbedarf der Eltern zeige sich auch beim Mobile Device Management (MDM), womit dem befürchteten Kontrollverlust begegnet werden könnte. Im Schulmodus können über diese leistungsstarken Verwaltungsprogramme beispielsweise unerwünschte Apps blockiert werden. Zu Hause seien die Erziehungsberechtigten gefragt. Mittels zahlreicher iPad-Funktionen können sie die Bildschirmzeit kontrollieren und einschränken. Die entsprechenden Apps seien auf den Geräten vorkonfiguriert. Aus Unkenntnis werde dies aber nicht angewendet.
Die ACS Group hat deshalb eigenen Angaben zufolge spezifische, kostenfreie iPad-Webinare für Eltern entwickelt, die mit jeweils rund 500 Teilnehmern einen großen Zuspruch erfahren. „Die Schulungen sollen die Eltern digital so fit machen, dass sie sich möglicher Gefahren bewusst werden und erkennen, wie sie gegensteuern können“, erklärt Moritz Zeman. „Unsere Erfahrung zeigt, dass mehr Sicherheit im Umgang mit den Geräten die Sorge vor Kontrollverlust und Bildschirmsucht reduziert.“
Gerätemanagement und Datenschutz

(Bildquelle: coffmancmu / 123rf.com)
Viele Eltern befürchten, dass die Digitalisierung zu einem Mangel an sozialer Interaktion führt. Dass der Erwerb von Medienkompetenz die Kollaboration im Gegenteil fördern kann, wurde bereits erläutert. Voraussetzung ist, dass digital-kompetente Lehrkräfte den Unterricht gestalten, so die ACS Group. Das Lehrkonzept sollte den produktiven Einsatz der Tablets vorsehen und die Schülerinnen und Schüler durch die Verwendung unterschiedlicher Apps motivieren. Problematisch sei, dass an vielen Schulen IT-Fachkräfte fehlen. Lehrkräfte müssen deshalb einspringen und die Verwaltung der Schüler- und Lehrerendgeräte sozusagen nebenher leisten. Angesichts des stetig wachsenden Gerätepools ist das für Moritz Zeman keine Option. Die Verwaltung der immer komplexer werdenden Lernmanagementsysteme, Kommunikationsplattformen und Bildungsapps dürfe keine internen Ressourcen binden.
Stattdessen empfiehlt er, einen externen und automatisch mitwachsenden MDM-Prozess aufzusetzen. Die Kosten belaufen sich jährlich auf knapp 30 Euro pro Gerät und sollten bei der Finanzierung der iPads gleich mit einkalkuliert werden. Über ihren iPadmanager betreut die ACS Group laut eigenen Angaben derzeit rund 125.000 iPads. Mit dieser Full-Service-Verwaltungs- und Gerätemanagement-Lösung können die Tablets während der Unterrichtszeit beispielsweise im Funktionsumfang eingeschränkt oder – ein wiederkehrendes Thema im Schulalltag – vergessene Gerätecodes zurückgesetzt werden. Zudem ließen sich Apps und Anwendungen per MDM auf alle Schülertablets übertragen. Die Lehrkräfte wiederum können Funktionen wie den Apple Classroom zur Kontrolle, Steuerung oder Aufgabenverteilung nutzen. Zusätzlich könnten in das MDM zentrale Sicherheitsfunktionen für umfangreichen Jugendschutz und Cybersecurity integriert werden.
Pionier der Elternfinanzierung
Die vom iPadmanager verwalteten Geräte erkennen automatisch, wenn sie im Schul-WLAN eingeloggt sind. Verlassen die Kinder die Schule, wird der Schulmodus von selbst beendet und die Geräte können uneingeschränkt im Privatmodus genutzt werden. Durch die Verwendung einer privaten Apple-ID können selbstständig Apps auf dem Gerät installiert werden. „Private Dateien, Fotos, Browserverläufe und Ähnliches können durch das MDM aber nicht eingesehen werden“, entkräftet Moritz Zeman eine oft vorgebrachte Befürchtung.
Die Einführung von Tabletklassen ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer modernen und zukunftsfähigen Bildung, so die ACS Group. Die damit verbundenen Herausforderungen dürften jedoch nicht ignoriert werden. So manches Elternfinanzierungsprojekt sei gescheitert, weil Sorgen nicht ernst genommen wurden. Es gelte also, Ängste und Unsicherheiten durch Aufklärung, Schulungen sowie Weiterbildungen aufzufangen. Die ACS Group steht Schulen und Erziehungsberechtigten dabei eigenen Angaben zufolge als kompetenter Partner mit langjähriger Erfahrung und als Pionier bei der Elternfinanzierung zur Seite.
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