Sonntag, 20. September 2026

OffenbachErste digitale Baugenehmigung erteilt

[13.01.2025] Einen Bauantrag per Mausklick zu stellen, ist künftig in Offenbach möglich. Meterweise Papier und Aktenberge gehören damit der Vergangenheit an. Noch läuft das digitale Bauportal im Testbetrieb, ab April sollen dann alle genehmigungspflichtigen Anträge online gestellt werden können.
Auf einem Bildschirm ist der digitale Vorgang zur Baugenehmigung zu sehen.


Offenbach erteilt erste digitale Baugenehmigungen.

(Bildquelle: Stadt Offenbach / Katja Lenz)

Mitte Dezember 2024 hat die Offenbacher Bauaufsicht erstmals eine digitale Baugenehmigung in einem vollständig digitalen Verfahren für ein privates Bauvorhaben erteilt. Aktuell befindet sich das digitale Verfahren noch im Testbetrieb, im April dieses Jahres soll nach Angaben von Offenbachs Bau- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß jedoch der Schalter umgelegt werden und das Bauportal für alle genehmigungspflichtigen Vorhaben in Offenbach live gehen. „Dann muss niemand mehr kistenweise Genehmigungspläne zur Bauaufsicht schleppen“, stellt er in Aussicht. „Wer in unserer Stadt ein genehmigungspflichtiges Bauvorhaben plant, kann dann alle erforderlichen Anträge digital stellen.“ Auch die weitere Bearbeitung und Kommunikation erfolge dann wesentlich effizienter und einfacher als bisher. 

Für die digitale Bauakte hatte sich die Stadt Offenbach bereits früh dem Projekt „Bauportal Hessen (DigiBauG)“ des Landes angeschlossen und zählte zu den Pilotkommunen für die Umsetzung. Entwickelt wurde das zentrale Bauportal mit allen dafür erforderlichen Schnittstellen im Auftrag des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum vom IT-Dienstleister ekom21 (wir berichteten).

Wie die Stadt Offenbach weiter mitteilt, stellt das digitale Genehmigungsverfahren nicht nur für Privatleute, sondern auch für Unternehmen einen immensen Fortschritt dar. Mit der zeitgleichen Digitalisierung des Bauarchivs werde zudem der Zugriff auf Bestandspläne erheblich erleichtert und beschleunigt. Was Architekturbüros und Bauherrschaften große Erleichterungen bringt, sei innerhalb der Bauaufsicht jedoch zunächst mit immensen Vorbereitungen verbunden gewesen. „Bei der Digitalisierung der Verwaltung sind viele Hürden zu überwinden. Ich bin stolz auf das kleine Team unserer Bauaufsicht, das trotz hoher Arbeitsbelastung und immer neuen Herausforderungen zu keiner Zeit das Ziel aus den Augen verloren hat“, so Paul-Gerhard Weiß. 

Denn um das digitale Verfahren in der Bauaufsicht zu etablieren, musste das Team von Amtsleiterin Sonja Stuckmann in den vergangenen 18 Monaten sämtliche amtsinternen Prozesse neu denken: „Der gesamte Ablauf der Bearbeitung – vom Einreichen der Anträge bis zur Genehmigung – sowie die Kommunikation mit allen beteiligten Ämtern und Stellen haben sich dadurch teils erheblich verändert.“  Auch die amtsinterne Organisation musste angepasst werden. Parallel dazu wird seit einiger Zeit das gesamte Aktenarchiv der Bauaufsicht digitalisiert: „Auch dies ist ein ehrgeiziges Projekt, mit dem wir schon sehr weit gekommen sind aber auch noch einiges vor uns haben“, berichtet Stuckmann weiter. „Unsere Akten rangieren zeitlich vom 19. Jahrhundert bis heute. Das Digitalisieren dieser über 28.000 Aktenbände zuzüglich zahlreicher Statik-Ordner und somit in Summe von fast 2.000 laufenden Metern Akten unterschiedlichster Papierqualitäten und -formate erfordert eine enge Abstimmung mit dem Scandienstleister sowie erhebliche interne Vor- und Nacharbeiten an den Aktenbeständen und Digitalisaten.“

Die Testphase für das digitale Bauportal wird die Bauaufsicht im Januar 2025 noch mit weiteren ausgewählten Architekturbüros und Bauherrschaften ausweiten, kündigt der stellvertretende Amtsleiter und Projektleiter für die Digitalisierung des Amts, Christian Bosche, an: „Wir möchten die Abläufe und die Kommunikation im Portal und mit den anderen Ämtern noch weiter optimieren.“ Im April 2025 schließlich soll nach derzeitiger Planung das Bauportal für alle genehmigungspflichtigen Vorhaben in Offenbach live gehen. Bosche denkt jedoch schon weiter: „Als nächstes Projekt möchten wir die Bearbeitung auch der genehmigungsfreien und genehmigungsfreigestellten Verfahren digitalisieren und implementieren.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren

Märkischer Kreis: WiNOWiG im Echtbetrieb

[15.09.2026] Der Märkische Kreis hat die Umstellung auf die Software WiNOWiG abgeschlossen. Die Lösung für die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten soll schrittweise das bislang eingesetzte Verfahren SC-OWi ablösen. Weitere Kreise und Kommunen sollen folgen. mehr...

Junge Frau im Auto sitzend präsentiert ihre Führerscheinkarte

Kreis Calw: Führerscheinwesen neu aufgestellt

[08.09.2026] Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mithilfe des kommunalen IT-Dienstleisters Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM-Fahrerlaubnis ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen im Bereich Verkehrswesen. mehr...

Ein Geschäftsmann in Startposition vor einer Startlinie

Gewerbewesen: Praxisbewährte Lösungen statt Schlagworte

[08.09.2026] Die Modernisierung und Vereinfachung von Gründungsverfahren ist aktuell ein großes Thema und wird im Rahmen des Bundesprojekts „Schneller Gründen“ derzeit in neun Pilotkommunen erprobt. Dabei sind die Voraussetzungen zur schnellen Unternehmensgründung längst vorhanden und die digitalen Prozesse werden bereits intensiv genutzt. Darauf weist jetzt das Unternehmen EDV Ermtraud hin. mehr...

Kreis Dachau: Bilanz nach Systemwechsel

[07.09.2026] Seit Anfang 2025 arbeitet das Sozialamt des Landkreises Dachau mit dem Fachverfahren LÄMMkom LISSA. Nach mehr als einem Jahr im Echtbetrieb zieht der Landkreis Bilanz und berichtet von Verbesserungen bei Struktur, Auszahlungen und Auswertungen. mehr...

Junge Grundschüler mit Lehrer bei Schreibübungen

Nolis: Ganztagsbetreuung digital organisieren

[02.09.2026] Neben dem Ausbau der Betreuungsangebote für Grundschulkinder rückt auch deren Organisation zunehmend in den Fokus. Eine Lösung für die digitale Anmeldung und Platzvergabe bietet das Unternehmen Nolis mit seiner Software NOLIS | Schulkind, die jetzt bei den ersten Kommunen im Einsatz ist. mehr...

Close-up auf papierbasiertes Formular zur Gewerbeanmeldung

Mannheim: Gewerbemeldungen ohne Medienbruch

[01.09.2026] Mannheim bietet Gewerbean-, -ab- und -ummeldungen ab sofort vollständig online an. Die Anträge fließen ohne Medienbruch in das Fachverfahren der Gewerbebehörde und sollen dadurch schneller bearbeitet werden. mehr...

bericht

Vogelsbergkreis: Erfolgsfaktor Teamarbeit

[28.08.2026] Die Finanzsoftware des Vogelsbergkreises war fast drei Jahrzehnte lang im Einsatz. Nun wurde auf ein modernes Verfahren umgestellt. Trotz der Komplexität verlief die Einführung ohne ungeplante Ausfälle des Produktivsystems. mehr...

Zwei Männer stehen vor einem Gebäude und blicken in die Kamera

Benediktbeuern: Einwohnermeldewesen migriert ins Rechenzentrum

[25.08.2026] Die Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern lässt ihre Einwohnermeldesoftware OK.EWO seit Ende August 2025 im AKDB-Rechenzentrum betreiben. Das entlastet den EDV-Verantwortlichen vor Ort: Die Verantwortung für Datenbank, Updates und Wartung liegt jetzt bei der AKDB. mehr...

Luftaufnahme von Konstanz
bericht

Konstanz: Kleine Lücken schließen

[17.08.2026] Die baden-württembergische Stadt Konstanz entwickelt digitale Anwendungen seit einigen Jahren selbst und setzt dabei auf Low Code. Der Schulterschluss mit anderen Kommunen ist der entscheidende Hebel. mehr...

Hände auf Laptop, darüber einmontiert Icons für Puzzleteile, Zahnrad, Schraubenschlüssel, Dokument
bericht

Low Code: Schlanker und smarter

[14.08.2026] Mit der Low-Code-Plattform OutSystems kann Digitalisierung schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umgesetzt werden. Diese Vorteile zeigen sich im Praxiseinsatz in zahlreichen Kommunen. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

AKDB/Telecomputer: Verkehrs-IT hoch fünf

[12.08.2026] Das auf KfZ-Lösungen spezialisierte Unternehmen Telecomputer nimmt ekom21 und Komm.ONE als Gesellschafter auf und übernimmt zudem die Verkehrswesen-Bereiche von KDO und regio iT. Damit sollen die Fachverfahren und Online-Dienste der fünf beteiligten IT-Dienstleister für Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnis gebündelt werden. mehr...

Mehrere Personen als und jung auf Matratzen in einer Flücjhtlingsunterkunft

Wiesbaden: Sozialdezernat digitalisiert mit Augenmaß

[11.08.2026] Bundesweite Entwicklungen wie die Sozialstaatsreform, die Sozialplattform oder die Deutschland-App schaffen neue Rahmenbedingungen für digitale Verwaltungsprozesse im Sozialbereich. Wie eine praxisnahe Entwicklung digitaler Services gelingt, zeigt das Sozialdezernat der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

Wiesbaden: Test von KI-Assistenz für digitalen Führerscheinantrag

[11.08.2026] Wiesbaden testet eine KI-Assistenz für den digitalen Führerscheinantrag. Bürgerinnen und Bürger können die Anwendung im Zukunftswerk erproben und dabei zeigen, wo sie den Antragsprozess bereits erleichtert und wo noch nachgebessert werden muss. mehr...

Essen: Einführung von Wero

[11.08.2026] Die Stadt Essen bietet Wero als weitere Bezahlmöglichkeit für digitale Verwaltungsleistungen an. Die europäische Lösung ergänzt unter anderem PayPal und Kreditkarte und soll Online-Zahlungen direkt vom Bankkonto erleichtern. mehr...

Minden: Online-Dienst zur An- und Abmeldung von Hunden eingeführt

[11.08.2026] Minden bündelt die digitale An- und Abmeldung von Hunden in einem Online-Dienst. Ein selbst entwickelter Workflow verteilt die Angaben innerhalb der Verwaltung und soll die Bearbeitung beschleunigen. mehr...