Donnerstag, 23. April 2026

BitkomSchuldigitalisierung braucht weiter Mittel

[22.01.2025] Der Bitkom hat untersucht, welche digitalen Anwendungen und Dienste Schulen ihren Lehrkräften zur Verfügung stellen. Dabei zeigt sich deutlich, dass kostenintensivere Lösungen – auch wenn sie einen hohen Mehrwert bieten – unterrepräsentiert sind.
Porträt eines am Smartphone telefonierenden Mannes, im Hintergrund eine grün, mit Kreide beschriebene Tafel.

Nur sehr wenige Lehrkräfte erhalten von ihrer Schule ein Diensthandy.

(Bildquelle: romankosolapov/123rf.com)

Lehrmaterialien erstellen, sich fortbilden, Kollaboration unter den Schülerinnen und Schülern fördern: Mithilfe digitaler Lernplattformen haben Lehrkräfte weitreichende Möglichkeiten zur Gestaltung ihres Unterrichts. 83 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland haben bereits einen Zugang zu Lernplattformen wie Moodle oder iServ. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom, die unter 502 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II durchgeführt wurde. „Digitale Lernplattformen können Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützen, den Unterricht effizienter und flexibler zu gestalten. Gleichzeitig werden interaktive Lernmethoden gefördert, die Spaß machen, ein sinnvolles Einsatzfeld für digitale Tools im Klassenzimmer sind und die Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler untereinander erleichtern“, sagt Leah Schrimpf, Bildungsexpertin beim Bitkom.

Finanzierung als Hürde für den Einsatz

Rund 9 von 10 Lehrkräften verfügen für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts über Arbeitsprogramme wie die Microsoft Office Suite (87 Prozent). Um Lehrmaterialien digital abzulegen, können knapp drei Viertel des Lehrpersonals Cloudlösungen nutzen (73 Prozent). 7 von 10 verfügen zudem über Lizenzen, die ihnen Zugriff auf ergänzende Lerninhalte und -apps wie simpleclub, Anton oder schulKI gewähren (69 Prozent). Bei der digitalen Arbeitskommunikation ist das Bild gespalten: Zwar haben 99 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland eine dienstliche E-Mail-Adresse, doch nur jede zehnte Lehrkraft hat eine dienstliche Handynummer (9 Prozent), einen Handyvertrag mit Internettarif sogar nur eine von zwanzig (5 Prozent).

„Digitale Dienste wie eine dienstliche E-Mail, die einfach und kostengünstig einzurichten sind, werden fast überall bereitgestellt. Anders sieht es bei Angeboten aus, die kostenpflichtig sind oder deren Einrichtung mit einem größeren Zeitaufwand verbunden ist: Gerade hochqualitative Lerninhalte und -apps bieten einen großen Mehrwert, könnten aber noch an deutlich mehr Schulen etabliert werden“, betont Bitkom-Expertin Schrimpf. „Dafür braucht es finanzielle Ressourcen, die zügig nach den Neuwahlen mit dem Digitalpakt 2.0 bereitgestellt werden müssen.“



Stichwörter: Schul-IT, Bitkom, DigitalPakt, Studie


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