Montag, 11. Mai 2026

Schwalm-Eder-KreisKI senkt Energieverbrauch

[24.07.2025] Fünf Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis setzen auf Künstliche Intelligenz, um den Energieverbrauch ihrer öffentlichen Gebäude deutlich zu senken. Das Land fördert das Projekt mit über einer Million Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“.

Fünf Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis nutzen Künstliche Intelligenz, um den Energieverbrauch ihrer öffentlichen Gebäude zu reduzieren.

(Bildquelle: Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation)

Mit Künstlicher Intelligenz den Energieverbrauch senken und kommunale Haushalte entlasten – das ist das Ziel eines neuen Projekts in den nordhessischen Kommunen Neuental, Bad Zwesten, Borken, Jesberg und Wabern. Wie das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation mitteilt, sieht das von ihm mit 1,17 Millionen Euro geförderte Vorhaben vor, sämtliche öffentliche Gebäude in diesen Orten digital aufzurüsten. Die Mittel stammen aus dem Programm Starke Heimat Hessen, das die Digitalisierung in Kommunen unterstützt.

Bereits im Rahmen des früheren Projekts „Land kann digital“ hatten die fünf Kommunen erste Erfahrungen mit intelligenter Gebäudesteuerung gesammelt. Damals wurden zehn Gebäude mit digitaler Technik zur energetischen Analyse ausgestattet. Die Ergebnisse fielen laut Ministerium überzeugend aus: Durch automatisierte Steuerung, basierend auf realer Raumnutzung, konnte der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. In der Folge sollen nun auch Kitas, Rathäuser und andere kommunale Einrichtungen mit entsprechender Technik ausgestattet werden.

Im Zentrum steht ein Open-Source-basierter Algorithmus für Künstliche Intelligenz. Er analysiert Nutzungsdaten und passt Heizleistung und Beleuchtung bedarfsgerecht an. Dem Ministerium zufolge spart das nicht nur Energie und senkt CO₂-Emissionen – laut Antragstellern um 15 bis 20 Prozent –, sondern verbessert auch den Komfort für Nutzerinnen und Nutzer der Gebäude. Zudem kann die entwickelte Lösung von anderen Kommunen übernommen werden.

Staatssekretär Stefan Sauer übergab den Förderbescheid an Vertreter der beteiligten Kommunen. Er lobte das Projekt als vorbildlich: Es zeige, wie Digitalisierung nicht nur die Umwelt schone, sondern auch Haushaltsmittel spare. Die Entscheidung für eine quelloffene Lösung trage dazu bei, die Technologie landesweit zugänglich zu machen.

Erich Strohm, Erster Beigeordneter von Neuental, betonte die Bedeutung des Vorhabens für Klimaschutz und kommunale Finanzen. Die bisherigen Projekte, etwa die Einführung digitaler Buchungssysteme oder die Einrichtung eines urbanen Daten-Cockpits mit Sensoren für Umwelt- und Verkehrsdaten, hätten gezeigt, welches Potenzial in datengetriebenem kommunalem Handeln liege. Das neue Projekt sei der nächste logische Schritt, um dieses Potenzial flächendeckend zu nutzen.

Seit 2025 unterstützt eine zusätzliche Förderlinie im Programm „Starke Heimat Hessen“ die Weiterverwendung erprobter digitaler Lösungen. Ziel ist es, auch nicht direkt geförderten Kommunen über Wissenstransfer den Zugang zu innovativen Ansätzen zu erleichtern. Bislang wurden in Hessen 125 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von rund 92 Millionen Euro auf den Weg gebracht.





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