Donnerstag, 27. August 2026

Kreis KasselDigitaler Service für Jäger

[15.08.2025] Die sogenannte Digitale Wildmarke erleichtert Jägern im Kreis Kassel jetzt die vorgeschriebene Abgabe von Trichinenproben. Gekühlte Briefkästen und ein App-gestütztes Verfahren verbessern nicht nur den Service für die Jäger, sondern stärken auch die Früherkennung von Tierseuchen.
Wildschwein auf einer Lichtung

Digitale Wildmarke im Kreis Kassel erleichtert Jägern die Abgabe von Trichinenproben.

(Bildquelle: jmrocek/123rf.com)

Die Trichinenbeschau bei geschossenen Wildschweinen und Dachsen ist eine wichtige Aufgabe des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landkreis Kassel. Sie dient dem Schutz vor der Erkrankung Trichinellose, die beim Menschen unter anderem Fieber und Erbrechen verursachen kann.
Für die Entnahme der Trichinenproben und Einreichung zur Untersuchung erhalten vom Landkreis speziell geschulte Jäger eine Beauftragung. Bisher war die Abgabe der Proben aufgrund rechtlicher Vorgaben nur zu den Öffnungszeiten der beiden zuständigen Labore in Hofgeismar und Wolfhagen sowie am Standort des Veterinäramts der Stadt Kassel möglich. Um den Prozess für die Jägerschaft komfortabler und unkomplizierter zu gestalten, gibt es im Landkreis nun gekühlte Briefkästen, in denen Proben rund um die Uhr eingelegt werden können.
 Thomas Ackermann, Umweltdezernent im Kreis Kassel, bezeichnet die neue Lösung als echten digitalen Gewinn: „Die Formalitäten mit dem Wildursprungsschein ist für diesen Personenkreis dann nunmehr Geschichte“.

Mehr Flexibilität, weniger Papier


Wie der Kreis Kassel weiter mitteilt, ist die neue digitale Wildmarke (Diwima) ebenso wie der Probenbeutel, in den die Trichinenprobe eingelegt wird, mit einem QR-Code versehen. Wird ein für Trichinen empfängliches Stück Wild erlegt, scannt der Jäger die digitale Wildmarke und den Probenbeutel mit seinem Smartphone. Die dazugehörige Diwima-App verbindet die Daten des Jägers mit der digitalen Wildmarke und der entnommenen Probe.
 Der Probenbeutel kann dann zeitlich unabhängig in einen der beiden gekühlten Briefkästen an den Standorten Hofgeismar und Wolfhagen eingeworfen werden. 

v.l.: Thomas Ackermann (Umweltdezernent Kreis Kassel) , Niklas Sölzer (Fachdienst Verbraucherschutz), Jäger Klaus Wohlrab und Dr. Sabine Kneißl (Fachbereichsleiterin für Veterinärwesen und Verbraucherschutz) am neuen gekühlten „Briefkasten“ für Trichinenproben in Wolfhagen (Foto: Kreis Kassel).

Dank der eindeutigen Zuordnung per QR-Code ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet, und alle erforderlichen Daten werden dem Untersuchungspersonal über die App zur Verfügung gestellt. Fällt die Untersuchung negativ aus, erhält der Jäger in der Diwima-App eine Benachrichtigung, dass das Wildstück frei von Trichinen ist. Die bisher genutzten Wildursprungsscheine in Papierform werden nicht mehr benötigt.


Nach Angaben von Sabine Kneißl, Fachbereichsleiterin für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Kreis Kassel, wurde die Kommune im Zuge der Vorbereitungen auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf digitale Lösungen mit einer Smartphone-App aufmerksam. „Bereits jetzt nutzen wir digitale Tools zur Kadaversuche und Bergung im Falle eines ASP-Ausbruchs“, erklärt Kneißl. „Bei einer im vergangenen Jahr durchgeführten Übung wurde das System getestet und von allen Beteiligten als sehr hilfreich empfunden.“ Ein ähnliches Fazit erhoffe man sich nun auch von der Einführung der digitalen Wildmarke.

Positive Resonanz

Mit der Probenabgabe betraute Jäger hat der Kreis Kassel mit einem Informationsbrief über die Umstellung informiert. „Bis jetzt ist die Resonanz bei den Jägern sehr positiv“, berichtet Niklas Sölzer, Fachdienstleiter für Verbraucherschutz. Auch seien bereits erste Trichinenuntersuchungen mit der neuen digitalen Lösung durchgeführt worden. „Auch hier läuft das System reibungslos“, bekräftigt Sölzer.
Für Personen, die über kein Smartphone verfügen oder aus anderen Gründen nicht am neuen Verfahren teilnehmen möchten, wird weiterhin das herkömmliche Verfahren angeboten.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Friedhof Kreuz Grabstein

Saarland: Weniger Behördengänge im Trauerfall

[25.08.2026] Ein neuer Online-Dienst ermöglicht Angehörigen und Bestattungsunternehmen, Bestattungen digital anzumelden und Unterlagen hochzuladen. Nach dem Start in St. Wendel steht das Angebot nun auch in Kirkel bereit und allen saarländischen Kommunen zur Nachnutzung offen. mehr...

Ein durchsichtiges Sparschwein steht auf zahlreichen 50-Euro-Scheinen.

European Public Administration Report: Ist eine teure Verwaltung auch gut?

[25.08.2026] Deutschland leistet sich eine der teureren öffentlichen Verwaltungen Europas. Mehr Wirkung folgt daraus aber nicht automatisch. Eine Studie aus Österreich zeigt, dass es gute Organisation, qualifiziertes Personal und digitale Werkzeuge sind, die den Unterschied machen. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die an einem Tisch sitzend miteinander diskutieren, teilweise mit Laptopeinsatz.

NExT/RuDi: Gemeinsam digital vernetzt

[25.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT baut seine Zusammenarbeit mit der Plattform RuDi aus. Eine zentrale Dateiablage soll Dokumente aus den NExTcommunities bündeln und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Austausch zwischen Treffen und über Communitygrenzen hinweg erleichtern. mehr...

Park mit hügeliger Wiese mit weißen Blumen und noch jungen Bäumen, im Hintergrund moderne Gebäude

Karlsruhe: Digitales, mobiles Grünflächenmanagement

[24.08.2026] Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe führt ein digitales Grünflächenmanagementsystem ein. Beschäftigte können Pflegearbeiten und Kontrollen künftig vor Ort mobil dokumentieren. Einheitliche Daten und digitale Karten sollen zudem Planung, Abstimmung und Ressourceneinsatz erleichtern. mehr...

Stapel von broschierten Printprodukten, Titel nicht erkennbar, teilweise aufgeschlagen

NEGZ: Studien zur digitalen Verwaltung gesucht

[21.08.2026] Wie steht es um die deutsche Verwaltungsdigitalisierung? Was läuft gut, wo liegen die größten Hürden – und wie bewerten Verwaltung, Wirtschaft oder Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung? Dazu gibt es bereits eine Vielzahl an Untersuchungen. Das NEGZ will diese nun zusammentragen und bittet um Mithilfe. mehr...

Kleve: Online-Umfrage zur Klimaanpassung

[19.08.2026] Die Stadt Kleve befragt ihre Bevölkerung zur Klimaanpassung und setzt dabei auf methodische Beratung des Unternehmens wer denkt was. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie die Menschen Klimafolgen erleben, welche Angebote sie kennen und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. mehr...

Parkscheinautomat, davor Arm und Hand mit Handy

Wiesbaden: Jeder dritte Parkvorgang ist digital

[18.08.2026] Das Handyparken hat sich in Wiesbaden zum Bezahlen von Parkgebühren etabliert. Über ein Drittel der Parkvorgänge werden digital abgewickelt. Die Stadtverwaltung profitiert von der komfortablen Möglichkeit ebenfalls: Die erforderliche technische Vorrichtung tragen die Parkenden bereits in ihrer Tasche. mehr...

Drei verschiedene Screenshots der App

Regional-App: Das Fichtelgebirge entdecken

[14.08.2026] Was machen wir heute? Darauf hat die FichtelApp jetzt einige Antworten parat. Ihr neuer Tagesplaner stellt aus Ausflugszielen, Veranstaltungen und Einkehrmöglichkeiten Vorschläge für einen Tag im Fichtelgebirge zusammen – für Gäste ebenso wie für Einheimische. mehr...

Aachen: Krönungssaal erhält AR-Führung

[14.08.2026] Aachen entwickelt eine Augmented-Reality-Führung für den historischen Krönungssaal des Rathauses. Ab 2027 sollen Besucherinnen und Besucher mit AR-Brillen sieben Stationen der Stadt- und europäischen Geschichte erleben. mehr...

Kommune21 im Gespräch: Künzell berichtet über Erfahrungen

[12.08.2026] Wie läuft die Einführung neuer Software im Verwaltungsalltag tatsächlich ab? Im nächsten Webinar „Kommune21 im Gespräch“ berichten die Gemeinde Künzell und JCC Software über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erkenntnisse aus mehreren Digitalisierungsprojekten. mehr...

Screenshot aus einem der gebärdensprachvideos

Augsburg: Digitale Teilhabe ausgebaut

[07.08.2026] Im EU-geförderten Projekt DIWA 4.0 erweitert Augsburg schrittweise den barrierearmen Zugang zu städtischen Informationen. Nach Angeboten in Fremdsprachen und Leichter Sprache stehen auf der Website nun auch Videos in Deutscher Gebärdensprache bereit. mehr...

Databund/BMDS: Besserer Informationsfluss

[06.08.2026] Das BMDS und der Databund haben eine Initiative gestartet, die es ermöglichen soll, dass IT-Unternehmen früher über zentrale Digitalvorhaben des Bundes informiert werden. Gleichzeitig sollen sie ihre Erfahrungen künftig einfacher in die Planungen einbringen. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Schleswig-Holstein: Einheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen. mehr...

QR-Tafel im Bunten Garten in Mönchengladbach

Mönchengladbach: Smarte Parktour

[04.08.2026] Mit einer Web-App lässt sich eine beliebte Parkanlage in Mönchengladbach nun individuell entdecken. Die digitale Führung verbindet Natur, Geschichte und Wissenswertes mit den Möglichkeiten moderner Technologie. mehr...

Absperrband Feuerwehr dahinter verschwommen Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehreinsatzkräfte
bericht

Katastrophenmanagement: Im Ernstfall den Überblick behalten

[29.07.2026] Kommunen müssen sich heutzutage auf zahlreiche potenzielle Krisen vorbereiten. Doch wann ist eine Lage überhaupt eine Krise? Der KGSt-Lagecheck hilft Kommunen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten. Digital und notfalls auch ohne Strom. mehr...