Dienstag, 3. November 2026

Smart City Index 2025An der Spitze wird es eng

[11.09.2025] Der Branchenverband Bitkom hat seinen diesjährigen Smart City Index veröffentlicht. Im Ranking der digitalsten deutschen Großstädte konnte München seinen ersten Platz verteidigen – liegt aber nur noch knapp vor der Freien und Hansestadt Hamburg. Auf Platz 3 hat sich Stuttgart vorgeschoben, Aufsteiger des Jahres ist Hannover.

Panorama der Stadt Stuttgart mit Fernsehturm

Smart City Index 2025: Stuttgart schiebt sich vor Köln auf den dritten Platz

(Bildquelle: Markus Mainka/stock.adobe.com)

Im Vorfeld der Smart Country Convention präsentiert der Branchenverband Bitkom zum siebten Mal sein Ranking der digitalsten deutschen Großstädte – eine Shortlist der zehn bestplatzierten Städte des Smart City Index 2025 war bereits Anfang der Woche veröffentlicht worden (wir berichteten). Zum dritten Mal in Folge kann sich demnach München mit 90,2 von möglichen 100 Punkten als smarteste Stadt Deutschlands behaupten – aber der Abstand zum Verfolger Hamburg (89,6 Punkte) ist nur noch hauchdünn. Neu auf dem Siegerpodest ist die Stadt Stuttgart mit 88,0 Punkten, die damit Köln (87,9 Punkte) mit einem minimalen Vorsprung vom dritten Platz verdrängt.

Karte mit den 20 besten Städten im Smart City Index 2025, angeführt von München, Hamburg und Stuttgart.
Karte mit den 20 besten Städten im Smart City Index 2025, angeführt von München, Hamburg und Stuttgart (Grafik: Bitkom).

Auch auf den weiteren Plätzen wartet das diesjährige Digital-Ranking nach Angaben des Bitkom mit einigen Veränderungen auf. So rücke etwa Hannover mit einem Sprung um 34 Plätze auf Rang 7 in die Top 10 vor und habe sich damit binnen eines Jahres so stark verbessert wie noch keine Stadt zuvor. Ebenfalls neu in den Top 10 finden sich laut Bitkom die Städte Düsseldorf (Platz 6, Vorjahr: 17), Leipzig (Platz 9, Vorjahr: 23) und Heidelberg (Platz 10, Vorjahr:15). Die Städte Ulm (Platz 11, Vorjahr: 10), Freiburg im Breisgau (Platz 13, Vorjahr: 6), Dresden (Platz 18, Vorjahr: 5) und Lübeck (Platz 19, Vorjahr: 8) seien hingegen aus der Liste der zehn Bestplatzierten herausgefallen.

Städte werden digitaler

Insgesamt werden die Städte den Ergebnissen des Smart City Index zufolge digitaler: Reichten im vergangenen Jahr noch 79,8 Punkte für eine Top-10-Platzierung aus – 2023 waren es sogar nur 76,6 Punkte –, so sind es nun 84,7 Punkte. Immer enger wird an der Spitze: So liegen zwischen Platz 1 und 3 lediglich 2,2 Punkte, zwischen Platz 1 und 10 sind es gerade einmal 5,5 Punkte.

„Deutschlands Städte kommen bei der Digitalisierung in großen Schritten voran. Das gilt für die Spitzenreiter, aber auch für die gesamte Breite aller 83 deutschen Großstädte, die wir im Smart City Index untersuchen“, kommentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. 

Vorbild Hannover

Eine Ermutigung für alle Städte sei Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind mittlerweile 94 Prozent der untersuchten Verwaltungsleistungen nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) digital verfügbar – vor einem Jahr waren es erst 50 Prozent. Zugleich wurde innerhalb eines Jahres unter anderem eine Smart-City-Datenplattform eingeführt, die Wirtschaft, Wissenschaft und Politik umfangreiche Daten frei zur Verfügung stellt. Das Umweltmonitoring wurde deutlich ausgebaut und eine digitale Beteiligungsplattform für Bürgerinnen und Bürger gestartet, über die bereits mehr als 20 Projekte diskutiert und abgeschlossen wurden. Wintergerst: „Die rasanten Fortschritte innerhalb eines Jahres zeigen, wie sich Digitalisierung voranbringen lässt: ambitionierte Ziele setzen, Maßnahmen entwickeln und – vor allem – umsetzen.“ Jede Stadt könne somit auch in kurzer Zeit riesige Schritte bei der Digitalisierung machen – gleichzeitig dürfe sich niemand auf dem Erreichten ausruhen. 

Hidden Champions der Digitalisierung

Der Index zeigt, dass auch Städte, für die es im Gesamtranking nicht für einen Platz auf dem Siegerpodest reicht, in einzelnen Kategorien sehr stark sind. So kommt beispielsweise Nürnberg in der Gesamtwertung auf Platz 8, ist aber Spitzenreiter in der Kategorie Verwaltung (97,5 Punkte). Gelsenkirchen schafft es im Gesamtranking auf Rang 48, liegt aber bei IT und Kommunikation mit Platz 8 ebenfalls in den Top 10. Ingolstadt kommt insgesamt auf Platz 28, erreicht aber den ersten Rang bei Energie und Umwelt (86,6 Punkte). Gerade hier glänzen vor allem die kleineren Städte: Sieben der zehn besten Städte in dieser Kategorie haben weniger als 200.000 Einwohner. „Die Botschaft ist: Nicht nur die großen Metropolen können Smart City, jede Stadt kann smarter werden“, so Wintergerst. 

Smarte Best Practices

Wie der Bitkom weiter mitteilt, werden im Rahmen des Smart City Index 2025 neben den Detailergebnissen der Städte erstmals auch eingereichte Best-Practice-Beispiele zur Smart City vorgestellt. „Wir müssen verstärkt etablierte digitale Lösungen fördern und in die Breite bringen“, erklärt dazu Bitkom-Präsident Wintergerst. „Digitale Daseinsvorsorge ist kein Nice-to-have, sondern eine staatliche Kernaufgabe. Das bedeutet auch: Die Smart City muss dauerhaft finanziert werden und darf nicht an kurzfristigen Projektlaufzeiten hängen.“ Zudem fordert der Verband, den Smart-City-Stufenplan aus dem Juni 2024 zeitnah umzusetzen und eine innovationsfreundliche Vergabe zu ermöglichen, damit Kommunen insbesondere auch von den digitalen Angeboten von Start-ups und kleinen Unternehmen profitieren können, die sich bislang häufig gar nicht um öffentliche Aufträge bewerben oder bewerben können.

Hintergrund

Für den Smart City Index wurden insgesamt 13.529 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert – 245 mehr als im Vorjahr. Analysiert und bewertet wurden alle Städte mit einer Bevölkerung größer 100.000. In diesem Jahr waren das 83, eine mehr als im Vorjahr, da Cottbus den Status einer Großstadt erreicht hat. Untersucht wurden in insgesamt 37 Indikatoren die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Das Ranking der 83 deutschen Großstädte mit den Ergebnissen in allen Teilbereichen ist als interaktive Online-Karte verfügbar.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City

Kaiserslautern: KI optimiert Verkehrsmanagement

[29.10.2026] Kaiserslautern setzt auf Künstliche Intelligenz und vernetzte Verkehrstechnik, um den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Bei einem bundesweiten Netzwerktreffen stellte die Stadt ihre Projekte KIMONO I und AORTA vor. mehr...

Frau mit VR-Brille schaut durch ein Panoramafenster auf eine Stadtlandschaft

Hamburg: Digitale Zwillinge gezielt fördern

[28.10.2026] Hamburg hat ein Zentrum Digitaler Zwilling gegründet und fördert erste Vorhaben über einen Zwillingsfonds. Die neuen Strukturen sollen Fachwissen in der Verwaltung bündeln und den Einsatz der digitalen Stadtmodelle über Ressortgrenzen hinweg voranbringen. mehr...

Zwei Frauen und vier Männer stehen neben einem der neuen smarten Mülleimer in Dortmund.

Dortmund: Smarte Mülltonnen für saubere Parks

[28.10.2026] In Grünanlagen und im Zoo der Stadt Dortmund melden smarte Abfallbehälter jetzt automatisch den Füllstand und ermöglichen so eine bedarfsgerechte Leerung. Das soll Fahrwege reduzieren, Ressourcen schonen und die Parks sauber halten. mehr...

Ein Mann und eine Frau blicken mit einem Tablet in der Hand auf einen Park, dessen digitale Version auf dem Tablet zu sehen ist
bericht

Kirchheim b. München: Digitales Herz von Smartheim

[27.10.2026] Die Gemeinde Kirchheim bei München zeigt, dass auch kleinere Kommunen groß denken und die digitale Stadtentwicklung strategisch sowie mit konkretem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger gestalten können. Herzstück hierfür ist ein Digitaler Zwilling. mehr...

Altstadt von Wetzlar mit Fachwerkhäusern

Wetzlar: Sensordaten für die Stadtentwicklung

[26.10.2026] Mithilfe von Lasertechnologie und der Verknüpfung verschiedener Datenquellen will die Stadt Wetzlar Verkehrs- und Besucherströme besser analysieren und steuern. Das Land Hessen fördert das Smart-City-Modellprojekt mit rund 515.000 Euro. mehr...

Radzählstation an der Wiwilibrücke

Freiburg: Beim Datenspaziergang die Smart City erleben

[21.10.2026] Wie werden Daten in einer Smart City erhoben und genutzt? Ein neuer Datenspaziergang in Freiburg zeigt an fünf Stationen, welche Technologien dahinterstecken und wie die gewonnenen Informationen zur Stadtentwicklung beitragen. mehr...

ein orangenes Winterdienstauto von hinten

Pforzheim: Ideen für die Smart City

[15.10.2026] Wie können offene Daten und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, kommunale Herausforderungen zu lösen? Beim Smart City Hackathon in Pforzheim entwickeln die Teilnehmenden Anfang November praxisnahe Lösungen – vom Landschaftsschutz bis zum Winterdienst. mehr...

bericht

Apps: Smart City kann klein starten

[13.10.2026] Auch kleinere und mittlere Kommunen können Smart-City-Angebote mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Ein möglicher Einstieg sind kommunale Apps: Sie bündeln Informationen, vernetzen lokale Akteure und eröffnen neue Wege für den Austausch mit der Bürgerschaft. mehr...

Vier Personen stehen rund um einen hohen Tisch auf dem beschriebene karten zu sehen sind

Smart City Summer School Dresden: Wissenstransfer für die Stadt der Zukunft

[12.10.2026] Wie lassen sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft in Kommunen etablieren und auf andere Städte und Gemeinden übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Smart City Summer School 2026 in Dresden. Forschende aus rund 50 wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten über Wissenstransfer, Resilienz und die Wirkung digitaler Stadtentwicklung. mehr...

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Smart City: Digitale Grundversorgung dauerhaft sichern

[08.10.2026] Smarte Städte und Regionen brauchen mehr als befristete Modellprojekte. Sechs Verbände fordern dauerhaft finanzierte, übertragbare Strukturen für die digitale Daseinsvorsorge. Erprobte Lösungen sollen weiterbetrieben werden und allen Kommunen zugutekommen. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...