Smart City Index 2025An der Spitze wird es eng

Smart City Index 2025: Stuttgart schiebt sich vor Köln auf den dritten Platz
(Bildquelle: Markus Mainka/stock.adobe.com)
Im Vorfeld der Smart Country Convention präsentiert der Branchenverband Bitkom zum siebten Mal sein Ranking der digitalsten deutschen Großstädte – eine Shortlist der zehn bestplatzierten Städte des Smart City Index 2025 war bereits Anfang der Woche veröffentlicht worden (wir berichteten). Zum dritten Mal in Folge kann sich demnach München mit 90,2 von möglichen 100 Punkten als smarteste Stadt Deutschlands behaupten – aber der Abstand zum Verfolger Hamburg (89,6 Punkte) ist nur noch hauchdünn. Neu auf dem Siegerpodest ist die Stadt Stuttgart mit 88,0 Punkten, die damit Köln (87,9 Punkte) mit einem minimalen Vorsprung vom dritten Platz verdrängt.

Auch auf den weiteren Plätzen wartet das diesjährige Digital-Ranking nach Angaben des Bitkom mit einigen Veränderungen auf. So rücke etwa Hannover mit einem Sprung um 34 Plätze auf Rang 7 in die Top 10 vor und habe sich damit binnen eines Jahres so stark verbessert wie noch keine Stadt zuvor. Ebenfalls neu in den Top 10 finden sich laut Bitkom die Städte Düsseldorf (Platz 6, Vorjahr: 17), Leipzig (Platz 9, Vorjahr: 23) und Heidelberg (Platz 10, Vorjahr:15). Die Städte Ulm (Platz 11, Vorjahr: 10), Freiburg im Breisgau (Platz 13, Vorjahr: 6), Dresden (Platz 18, Vorjahr: 5) und Lübeck (Platz 19, Vorjahr: 8) seien hingegen aus der Liste der zehn Bestplatzierten herausgefallen.
Städte werden digitaler
Insgesamt werden die Städte den Ergebnissen des Smart City Index zufolge digitaler: Reichten im vergangenen Jahr noch 79,8 Punkte für eine Top-10-Platzierung aus – 2023 waren es sogar nur 76,6 Punkte –, so sind es nun 84,7 Punkte. Immer enger wird an der Spitze: So liegen zwischen Platz 1 und 3 lediglich 2,2 Punkte, zwischen Platz 1 und 10 sind es gerade einmal 5,5 Punkte.
„Deutschlands Städte kommen bei der Digitalisierung in großen Schritten voran. Das gilt für die Spitzenreiter, aber auch für die gesamte Breite aller 83 deutschen Großstädte, die wir im Smart City Index untersuchen“, kommentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
Vorbild Hannover
Eine Ermutigung für alle Städte sei Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind mittlerweile 94 Prozent der untersuchten Verwaltungsleistungen nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) digital verfügbar – vor einem Jahr waren es erst 50 Prozent. Zugleich wurde innerhalb eines Jahres unter anderem eine Smart-City-Datenplattform eingeführt, die Wirtschaft, Wissenschaft und Politik umfangreiche Daten frei zur Verfügung stellt. Das Umweltmonitoring wurde deutlich ausgebaut und eine digitale Beteiligungsplattform für Bürgerinnen und Bürger gestartet, über die bereits mehr als 20 Projekte diskutiert und abgeschlossen wurden. Wintergerst: „Die rasanten Fortschritte innerhalb eines Jahres zeigen, wie sich Digitalisierung voranbringen lässt: ambitionierte Ziele setzen, Maßnahmen entwickeln und – vor allem – umsetzen.“ Jede Stadt könne somit auch in kurzer Zeit riesige Schritte bei der Digitalisierung machen – gleichzeitig dürfe sich niemand auf dem Erreichten ausruhen.
Hidden Champions der Digitalisierung
Der Index zeigt, dass auch Städte, für die es im Gesamtranking nicht für einen Platz auf dem Siegerpodest reicht, in einzelnen Kategorien sehr stark sind. So kommt beispielsweise Nürnberg in der Gesamtwertung auf Platz 8, ist aber Spitzenreiter in der Kategorie Verwaltung (97,5 Punkte). Gelsenkirchen schafft es im Gesamtranking auf Rang 48, liegt aber bei IT und Kommunikation mit Platz 8 ebenfalls in den Top 10. Ingolstadt kommt insgesamt auf Platz 28, erreicht aber den ersten Rang bei Energie und Umwelt (86,6 Punkte). Gerade hier glänzen vor allem die kleineren Städte: Sieben der zehn besten Städte in dieser Kategorie haben weniger als 200.000 Einwohner. „Die Botschaft ist: Nicht nur die großen Metropolen können Smart City, jede Stadt kann smarter werden“, so Wintergerst.
Smarte Best Practices
Wie der Bitkom weiter mitteilt, werden im Rahmen des Smart City Index 2025 neben den Detailergebnissen der Städte erstmals auch eingereichte Best-Practice-Beispiele zur Smart City vorgestellt. „Wir müssen verstärkt etablierte digitale Lösungen fördern und in die Breite bringen“, erklärt dazu Bitkom-Präsident Wintergerst. „Digitale Daseinsvorsorge ist kein Nice-to-have, sondern eine staatliche Kernaufgabe. Das bedeutet auch: Die Smart City muss dauerhaft finanziert werden und darf nicht an kurzfristigen Projektlaufzeiten hängen.“ Zudem fordert der Verband, den Smart-City-Stufenplan aus dem Juni 2024 zeitnah umzusetzen und eine innovationsfreundliche Vergabe zu ermöglichen, damit Kommunen insbesondere auch von den digitalen Angeboten von Start-ups und kleinen Unternehmen profitieren können, die sich bislang häufig gar nicht um öffentliche Aufträge bewerben oder bewerben können.
Hintergrund
Für den Smart City Index wurden insgesamt 13.529 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert – 245 mehr als im Vorjahr. Analysiert und bewertet wurden alle Städte mit einer Bevölkerung größer 100.000. In diesem Jahr waren das 83, eine mehr als im Vorjahr, da Cottbus den Status einer Großstadt erreicht hat. Untersucht wurden in insgesamt 37 Indikatoren die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Das Ranking der 83 deutschen Großstädte mit den Ergebnissen in allen Teilbereichen ist als interaktive Online-Karte verfügbar.
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