Mittwoch, 28. Oktober 2026

SaarlandMit telli KI verstehen lernen

[02.12.2025] Im Saarland können jetzt alle Schulen den auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chatbot telli nutzen. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler erhalten damit einen datenschutzkonformen Zugang zu KI-gestützten Lernmitteln Die Lehrkräfte können den Bot unabhängig vom Kollegium einsetzen, sobald sie einen Zertifikatskurs absolviert haben.
Eine Schülerin hält ein Smartphone in der Hand, im Hintergrund ist verschwommen ein Schulflur mit weiteren Schülerinnen und Schülern zu sehen.

Lehrkräfte können mit telli beispielsweise Lernszenarien anlegen, die Schülerinnen und Schüler über zeitlich begrenzte QR-Codes erreichen.

(Bildquelle: lightfieldstudios/123rf.com)

Das Saarland hat jetzt an allen Schulen den auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chatbot telli eingeführt. Laut dem Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) erhalten damit erstmals alle Lehrkräfte sowie alle Schülerinnen und Schüler einen datenschutzkonformen und sicheren Zugang zu KI-gestützten Lern- und Arbeitsmitteln. „Künstliche Intelligenz ist längst Teil dieser Welt geworden. Sie ist in den Zimmern unserer Schülerinnen und Schülern angekommen“, sagt Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. „Das macht deutlich: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Für mich ist klar: Unsere Kinder sollen KI nicht nur anwenden, sondern verstehen, kritisch hinterfragen und selbstbestimmt nutzen können.“

Mit telli schaffe das Saarland für die Schulen einen geschützten Raum, in dem Künstliche Intelligenz neue innovative Möglichkeiten eröffne. „Wir geben unseren Lehrkräften ein Werkzeug an die Hand, das sie gezielt unterstützt – und gleichzeitig Schülerinnen und Schülern individuelle Lernwege ermöglicht“, erklärt die Ministerin. „telli ist deshalb kein Technikprojekt, sondern ein wichtiger Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit und moderner Bildung im Saarland. Mit passgenauen Fortbildungen am Bildungscampus Saarland begleiten wir unsere Schulen eng, damit KI verantwortungsvoll, sicher und pädagogisch sinnvoll zum Einsatz kommt – immer mit dem Ziel, dass aus digitaler Technologie echte Zukunftschancen für alle werden.“

Unabhängig vom Kollegium nutzbar

telli ist im Rahmen des länderübergreifenden Projekts Adaptives Intelligentes System (AIS) vom FWU – Medieninstitut der Länder – speziell für den schulischen Einsatz entwickelt worden und steht allen Schulen kostenfrei zur Verfügung, erklärt das Bildungsministerium. Das System erfülle höchste Datenschutzstandards und werde ausschließlich auf Servern in Deutschland beziehungsweise innerhalb der EU betrieben.

Lehrkräfte können mit telli Unterrichtsmaterialien an unterschiedliche Lernstände anpassen, strukturierte Erklärungen oder Arbeitsaufträge erstellen und organisatorische Aufgaben erleichtern. Darüber hinaus können sie sogenannte Lernszenarien oder Dialogpartner anlegen, die Schülerinnen und Schüler über zeitlich begrenzte QR-Codes erreichen. Damit lassen sich historische Persönlichkeiten, Gesprächssituationen oder thematische Lernbegleiter simulieren und sicher im Unterricht einsetzen.

Der Zugang zu telli erfolge über die Online-Schule-Saarland. Voraussetzung für die Nutzung sei ein Zertifikatskurs, der die rechtlichen, technischen und pädagogischen Grundlagen für einen sicheren KI-Einsatz vermittelt. Damit soll gewährleistet werden, dass Lehrkräfte gut vorbereitet starten und den Anforderungen des EU-AI-Acts gerecht werden. Jede Lehrkraft, die den Kurs durchlaufen hat, könne telli direkt nutzen – unabhängig vom Kollegium.

Gut vorbereiteter KI-Einsatz

Die Einführung von telli hat das Saarland laut eigenen Angaben sorgfältig vorbereitet. Seit Anfang November 2025 sei der Chatbot an sechs Pilotschulen erprobt worden. Der Bildungscampus Saarland habe die Pilotphase eng begleitet und unterstützte die Schulen vor Ort. Er biete auch ein umfangreiches Fortbildungsprogramm zu telli an. Lehrkräfte erhalten Unterstützung durch fachspezifische Lernbausteine, Multiplikatorennetzwerke, monatliche Sprechstunden und praxisorientierte Unterrichtsbeispiele. Die Fortbildungen zielen darauf ab, KI sinnvoll in Lernprozesse zu integrieren, Lernstände transparent zu machen und Schülerinnen und Schülern individuelle Lernwege zu eröffnen.

Auf Grundlage der Erfahrungen aus der Pilotphase will das Ministerum weitere Lern- und Prüfungsbausteine bereitstellen. Zudem werde ein Expertengremium aus Wissenschaft, Schule und Bildungsinstitutionen eingerichtet, das Empfehlungen für die schulische KI-Nutzung entwickelt und für Kohärenz entlang der gesamten Bildungskette sorge. Ein begleitendes Diskussionsforum schafft laut dem Saarland außerdem Austauschmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen und trägt dazu bei, Sorgen und Fragen rund um KI transparent zu adressieren.

Außer dem Saarland setzen bereits Bremen (wir berichteten), Baden-Württemberg (wir berichteten), Brandenburg (wir berichteten) und Schleswig-Holstein (wir berichteten) den Chatbot ein.





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