Samstag, 11. Juli 2026

SaarlandDritte Auflage des E-Government-Pakts

[08.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten.
Zwei Personen reichen sich die Hände.

Im Rahmen der Vereinbarung sollen im ersten Halbjahr 2026 mehrere neue Onlinedienste für das Saarland verfügbar sein.

(Bildquelle: funtap/123rf.com)

Die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts haben jetzt das Saarland und die Kommunen unterzeichnet. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie (MWIDE) mitteilt, unterstützt die Vereinbarung die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen.

Das Land übernehme beispielsweise die Kosten für gemeinsam genutzte Basiskomponenten. Dazu gehöre das saarländische Serviceportal, auf dem alle digitalen Verwaltungsdienstleistungen von Land und Kommunen gebündelt werden. Ebenso finanziere das Land den Betrieb einer Onlineplattform, die es Bürgern und Unternehmen ermöglicht, Verwaltungsaufgaben schnell und digital zu erledigen. Zudem werde die notwendige technische Infrastruktur finanziert, um den sicheren und rechtssicheren Austausch von Daten bei der Beantragung und Bearbeitung von Leistungen online zu ermöglichen. Dies umfasse auch die Nutzung von Diensten wie der BundID und dem Unternehmenskonto.

Neue Onlinedienste im ersten Halbjahr

Ein weiterer Schwerpunkt liegt laut Ministerium auf der Unterstützung der Kommunen bei der Nutzung von Einer-für-Alle-Leistungen (EfA). Das Land übernehme zeitlich befristet die anfallenden Betriebskosten. „Damit entlasten wir die kommunalen Haushalte und beschleunigen die OZG-Umsetzung“, sagt die CIO des Saarlandes, Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas.

Bereits im ersten Halbjahr 2026 sollen neue Onlinedienste für die Kommunen verfügbar sein, kündigt das Ministerium an. Zu den wichtigsten Projekten zähle die elektronische Wohnsitzanmeldung. Darüber hinaus werden schrittweise rund zehn gewerbebezogene Onlinedienste für Tätigkeits- und Betriebserlaubnisse eingeführt. Im sozialen Bereich sei für 2026 der digitale Antrag auf Hilfe zur Pflege vorgesehen. Zudem sollen Onlinedienste der sogenannten Sozialplattform bereitgestellt werden. Weitere digitale Angebote seien unter anderem für die Vater- und Mutterschaftserklärung, Beistandschaften sowie das Sorgeregister geplant.

Gemeinsames IT-Steuerungsgremium

Um die vereinbarten Maßnahmen zu begleiten und kontrollieren, richten das Land und die Kommunen ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium ein. Dieses soll die Verwaltungsdigitalisierungsstrategie des Landes mit der Strategie des Zweckverbands eGo-Saar verzahnen. Außerdem werde das Gremium Vorschläge für eine deutlich vertiefte Zusammenarbeit im IT-Betrieb von Land und Kommunen erarbeiten. „Das Saarland ist zu klein für Insellösungen“, erklärt Staatssekretärin Yorgova-Ramanauskas. „Wir brauchen mehr Einheitlichkeit bei der Verwaltungsdigitalisierung – auch mit Blick auf die IT-Sicherheit.“

Andreas Maldener, Bürgermeister der Gemeinde Tholey und Vorsitzender des Aufsichtsrates des kommunalen Zweckverbands eGo-Saar, fasst zusammen: „Mit der Neufassung des E-Government-Paktes setzen wir ein klares Signal für eine koordinierte Beschleunigung der Digitalisierung der Städte und Gemeinden im Saarland – und das mit einem gestärkten Zweckverband eGo-Saar. Wir brauchen Lösungen aus einer Hand, die unseren Bürgerinnen und Bürgern und damit den Menschen vor Ort genauso dienen wie Unternehmen und Gewerbetreibenden. Diesen Weg gehen Land und kommunale Ebene nun Hand in Hand.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Sachsen-Flagge im Wind

Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung

[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...

Gruppenfoto am Spreeufer, das Kanzleramt im Hintergrund

Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an

[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...

Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...

Dr. Annika Busse - Hamburg CIO
interview

Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen

[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...

von rechts: Mehring, Sinemus, Wildberger, daneben noch weitere (unbekannte) Personen

BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung

[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...

zwei Männer geben sich die Hand_Karsten Wildberger_mario Voigt

Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen

[11.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...

Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg. mehr...

bericht

re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern

[21.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...

Komm.ONE: Landesregierung strebt engere Zusammenarbeit an

[18.05.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will Landes-IT und kommunale IT künftig enger zusammenführen und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen. Komm.ONE unterstützt die Pläne und sieht darin eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung. mehr...

Offizielles Porträt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger

Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit

[07.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...

Mitglieder des Digitalausschusses des DStGB

DStGB: Umsteuern zur rein digitalen Verwaltung

[30.04.2026] Wie digitale Lösungen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz zur Modernisierung des Staates beitragen und so für die dringend nötige Entlastung der Kommunen sorgen können, diskutierte der Ausschuss für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds auf seiner Frühjahrstagung.
 mehr...

Vitako: Impulse für die Digitalisierung

[29.04.2026] Auf der Vitako-Mitgliederversammlung haben Deutschlands kommunale IT-Dienstleister zentrale Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung gestellt. Im Fokus standen der Deutschland-Stack, die interföderale Marktentwicklung, das Zukunftsbild der kommunalen IT sowie Fragen der digitalen Souveränität.  mehr...

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...