Montag, 1. Juni 2026

Schleswig-HolsteinMaßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit

[01.06.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab.
Im Homeoffice für Cyber-Sicherheit sensibilisieren.

Das Land Schleswig-Holstein schützt seine Behörden mit einem umfänglichen Maßnahmenpaket.

(Bildquelle: peshkova/stock.adobe.com)

Land und Kommunen sehen sich zunehmend digitalen Angriffen ausgesetzt – die Anforderungen an die IT-Sicherheit in öffentlichen Verwaltungen steigen. Nun berichtet die Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein über weitere Maßnahmen zur Stärkung der Informationssicherheit in der öffentlichen Verwaltung.

Staatskanzlei-Chef und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hatte vor kurzem den Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss des Landtages schriftlich über weitere Maßnahmen zur Stärkung der Informationssicherheit informiert. Auch schon im vergangenen Jahr hatte Schrödter dem Ausschuss ein Maßnahmenbündel vorgestellt. Mit umfassenden Maßnahmen werde die Informations- und Cybersicherheit sowie die digitale Resilienz Schleswig-Holsteins gestärkt. „Beides sind Querschnittthemen, die Sicherheit im digitalen Raum wird daher auch ressortübergreifend sowie im engen Austausch mit Kommunen, Ländern bis hin zur EU-Ebene angegangen“, so Schrödter.

Hilfe für Landesverwaltung und Kommunen

Schleswig-Holstein hat bereits zahlreiche konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Informations- und Cyber-Sicherheit auf den Weg gebracht. So ist das Land seit Oktober 2025 für den EU-weiten Sicherheitsstandard nach der NIS-2-Richtlinie notifiziert. Grundlage dafür ist eine neue Informationssicherheitsleitlinie. Zudem hat die Landesregierung Eckpunkte für eine Informations- und Cyber-Sicherheitsstrategie beschlossen, die derzeit weiter ausgearbeitet wird. Die zentrale IT-Sicherheitseinrichtung CERT Nord wurde zum Cyber Security Incident Response Team (CSIRT) weiterentwickelt. Sie verwaltet Sicherheitsmeldungen für Landesverwaltung und Kommunen und berät bei konkreten Vorfällen.

Gemeinsam mit dem Landes-IT-Dienstleister Dataport wurden außerdem Sicherheitsteams beauftragt, die bei kritischen Lagen vor Ort unterstützen. „Durch die enge Vernetzung zwischen den einzelnen Landesbehörden, IT-Dienstleister, Kommunen und der Bundesebene ist die Architektur unser IT-Sicherheit in Schleswig-Holstein auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Wir investieren als Land unter anderem auch in übergreifende Sicherheitsmaßnahmen, um die Kommunen zu entlasten“, sagte Minister Schrödter. So stünden den Schulen kostenfrei sichere Internetzugänge über das glasfaserbasierte Landesnetz zur Verfügung.

Strukturen für den Krisenfall

Im Zentralen IT-Management des Landes wurde die Rolle der Chief Information Security Officer gestärkt. Das CISO-Team entwickelt ressortübergreifend Regeln und Prozesse für neue IT-Verfahren. Zugleich bündelt das Land Sicherheitsanforderungen von Kommunen und Landesbehörden, um gemeinsame Strukturen aufzubauen; der ITV.SH wird dabei eng einbezogen.

Für Ressorts und Kommunen erprobt das Land zudem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, das noch 2026 in den Regelbetrieb gehen soll. Geplant sind auch eine Angriffserkennung auf Endgeräten, ein infrastrukturunabhängiger Notfall-Arbeitsplatz für Kabinett oder Krisenteams sowie eine mobile IT-Ausstattung mit Kommunikationsinfrastruktur, die etwa bei regionalen Ausfällen nach Cyber-Angriffen eingesetzt werden kann.

Digitale Souveränität als Sicherheitsbaustein

Darüber hinaus leiste der Weg Schleswig-Holsteins in die digitale Souveränität einen wichtigen Beitrag für die IT-Sicherheit im Land, so Schrödter. Durch die Umsetzung der Open-Source-Strategie mit der Einführung von Open-Xchange, Nextcloud, OpenTalk und LibreOffice auf den Arbeitsplätzen bestehe ein höherer Schutz vor fehleranfälliger Software, da Sicherheitslücken unabhängig vom Hersteller durch Quellcodeanalyse erkannt und schneller behoben werden können. Dazu trage auch der Umbau der System-Zugriffssysteme bei, wo zukünftig die Open Source Lösung Nubus von Univention zum Einsatz kommen werde. Hier nehme Schleswig-Holstein europaweit eine Vorreiterrolle ein.

Bereits im März 2026 wurde das Projekt zum Aufbau einer sicheren souveränen 5G-Kommunikationsarchitektur erfolgreich abgeschlossen. Die 5G-Campusnetze in Schleswig-Holstein sind ein zentraler Baustein für digitale Souveränität und Krisenprävention. Sie ermöglichen im Ernstfall Kommunikation, Datenerfassung und -übertragung und den Zugriff auf Fachverfahren und Daten im BSI-zertifizierten Rechenzentrum von Dataport. Damit bleiben Einsatzfähigkeit und Koordination der Behörden auch bei Ausfall der öffentlichen Netze gewährleistet.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit
Blick in einen Vortragssaal auf der SaarSecurity Roadshow

eGo-Saar: Erfolgreiche SaarSecurity Roadshow

[27.05.2026] In einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe haben der Zweckverband eGo-Saar und das saarländische Wirtschaftsministerium über NIS2, IT-Notfallmanagement und digitale Resilienz informiert. Bei den Kommunen stieß die SaarSecurity Roadshow 2026 auf großes Interesse. 
 mehr...

G-DAta_leitzgen_bölting_porträt
interview

Cyber-Sicherheit: Kommunen sind leichte Beute

[12.05.2026] Wie Städte und Kreise ihre IT trotz Fachkräftemangel wirksam vor Cyber-Kriminellen schützen können, erläutern im Interview Kira Groß-Bölting und Jan Leitzgen vom Computer Security Incident Response Team (CSIRT) des Unternehmens G DATA Advanced Analytics. mehr...

BSI: Frühwarnsystem für Cyber-Sicherheitsvorfälle

[30.03.2026] Angesichts der angespannten Cyber-Sicherheitslage stärkt das BSI die Reaktionsfähigkeit gegen IT-Sicherheitsvorfälle. Mit den öffentlichen IT-Dienstleistern von Ländern und Kommunen soll der Einsatz von Datensensorik ausgebaut werden – als Grundlage für Echtzeitanalysen und erster Schritt Richtung Cyberdome. mehr...

Markus Bauer (Landrat Salzlandkreis), Hendrik Nitz (Chief Governance Officer GISA GmbH), Dirk Helbig (Stabsstellenleiter und CDO / CIO Salzlandkreis)
(Quelle: GISA GmbH)

Salzlandkreis: IT digital resilient machen

[04.03.2026] Um die digitale Resilienz seiner Verwaltung nachhaltig zu erhöhen, setzt der Salzlandkreis auf eine umfassende Sicherheitsinitiative. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...

Meeting im Büro, Person am Kopfende des Tisches sieht sehr angespannt aus, die anderen sind unscharf (Bewegungsunschärfe)

CSBW: IT-Notfallübung für Krisenstäbe in Kommunen

[02.03.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) bietet Kommunen IT-Notfallübungen an. Unter realistischen Bedingungen werden Krisenstab, Krisenkommunikation und IT-Notfallhandbuch geübt, anschließend erhalten die Teilnehmenden einen individuellen Maßnahmenplan. Termine für 2026 sind ab sofort buchbar. mehr...

Kommunen benötigen einen Notfallplan für Cyber-Attacken.

Hessen: Neue Angebote für kommunale Cyber-Sicherheit

[18.02.2026] Angesichts wachsender Cyber-Angriffe erweitert Hessen sein Unterstützungsangebot für Kommunen: Neu sind eine Notfallhilfe bei IT-Ausfällen sowie Trainings zur Sensibilisierung von Beschäftigten. Innenminister Roman Poseck ruft Städte und Gemeinden auf, die kostenfreien Angebote zu nutzen. mehr...

Symbolische Darstellung eines digitalen Schutzschildes gegen Cyberattacken.

Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress

[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...

Alt-Text: Vier Männer in dunklen Anzügen stehen vor einer blauen Wand. Zwei Männer halten ein Zertifikat in die Kamera.

BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit

[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...

Silhouette einer gesichtslosen Person mit Kapuzenpulli die auf einer Tastatur tippt, im Bildvordergrund ist ein abstrakt dargestelltes Schutzschild zu sehen.

Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt

[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...

Mann im weißen Hemd sitzt vor mehreren Monitoren und zeigt auf einen davon.
bericht

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten

[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...

Vektorgrafik die unter anderem ein Schutzschild mit Verriegelungsschloss zeigt.

Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr

[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...

Eine schwarze Tastatur, auf der Symbole für Schlösser und ein Symbol für ein Dokument abgebildet sind.

Dataport: BSI bestätigt Sicherheit

[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Kommunen für Cybersicherheit sensibilisieren

[18.11.2025] Rund 200 Beschäftigte aus rheinland-pfälzischen Kommunen nahmen an der virtuellen „Roadshow Kommunen“ teil. Fachleute von BSI, CERT-kommunal-rlp und dem Digitalisierungsministerium informierten über praktische Sicherheitsmaßnahmen, um besser auf IT-Sicherheitskrisen vorbereitet zu sein. mehr...

Die drei Minister stehen nebeneinander und halten je ein Exemplar des Berichts zur Cybersicherheit in Bayern 2025 in den Händen.

Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025

[18.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politische motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...