Freitag, 14. August 2026

AachenKrönungssaal erhält AR-Führung

[14.08.2026] Aachen entwickelt eine Augmented-Reality-Führung für den historischen Krönungssaal des Rathauses. Ab 2027 sollen Besucherinnen und Besucher mit AR-Brillen sieben Stationen der Stadt- und europäischen Geschichte erleben.

Diskussion mit Karl dem Großen.

v.l.: Dr. Michael Ziemons, OB Aachen; Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimalt, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen; Ralf Wagemann, Schatzmeister des Rathausvereins Aachen e.V.; Stefan Marx, Geschäftsführer von Zaubar

(Bildquelle: Stadt Aachen/Linda Plesch)

Eine Augmented-Reality-Führung soll den Aachener Krönungssaal künftig um digitale Inhalte erweitern. Wie die Stadt Aachen berichtet, ist die Finanzierung des rund zwei Millionen Euro teuren Projekts durch private Sponsoren und öffentliche Fördermittel gesichert. Einen Förderbescheid über 322.770 Euro überreichte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach am 22. Juli an Oberbürgermeister Michael Ziemons, der zugleich Vorsitzender des Aachener Rathausvereins ist.

Geplant sind sieben Stationen, an denen Besucherinnen und Besucher historische Szenen verschiedener Epochen direkt im Krönungssaal erleben können. Die AR-Brillen verbinden dabei die reale Umgebung mit digitalen Inhalten. Texte, Bilder, Videos und 3D-Objekte werden in das Sichtfeld eingeblendet, während die Umgebung weiterhin sichtbar bleibt.

Die Führung soll voraussichtlich Mitte 2027 starten. Durch die Zeitreise führt Fräulein Rotrud, die älteste Tochter Karls des Großen. Die Inhalte sollen auf Deutsch, Französisch, Englisch und Niederländisch verfügbar sein. Thematisch reicht die Führung von der Entstehung der Kaiserpfalz über das Krönungsmahl von 1520 bis zum Bombenangriff auf Aachen im Jahr 1943.

Einen Prototyp der vorgesehenen AR-Brille demonstrierte Stefan Marx, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Zaubar, bei der Übergabe des Förderbescheids. Das Unternehmen übernimmt die technische Umsetzung. Oberbürgermeister Ziemons bezeichnete das Vorhaben als Möglichkeit, einen Ort europäischer Geschichte auf neue Weise zugänglich zu machen.

Die Idee für die AR-Führung stammt von Ralf Wagemann, Schatzmeister des Aachener Rathausvereins. Er hatte das Konzept in Gent kennengelernt und reiste gemeinsam mit der Historikerin Heike Nelsen nach Spanien, um die für das Projekt vorgesehene Brille vorab zu testen.

Vor dem Start müssen die Inhalte noch ausgearbeitet werden. Harald Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere Geschichte an der RWTH Aachen, entwickelt dafür gemeinsam mit ausgewählten Historikerinnen und Historikern das Drehbuch. Neben dem Land Nordrhein-Westfalen beteiligen sich der Rathausverein, der Landschaftsverband Rheinland, die Sparkasse Aachen und das Aachener Software-Unternehmen DSA an der Finanzierung. Die Stadt Aachen steuert 50.000 Euro als Anschubfinanzierung bei.





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