KGStNeues Verwaltungsleitbild

Mit ihrer Publikation „Netzwerkkommune“ stellt die KGSt ein neues Denk- und Handlungsmodell der Verwaltung vor.
(Bildquelle: phattarasaya/123rf.com)
Die Zunahme komplexer Herausforderungen wie Krisenbewältigung, Anpassung an den Klimawandel oder Digitalisierung der Gesellschaft bei gleichzeitig knappen Ressourcen zwingt die Verwaltung, bestehende Leitbilder und Steuerungslogiken neu zu überdenken. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) stellt nun in ihrer Publikation „Netzwerkkommune“ ein neues Denk- und Handlungsmodell für die Verwaltung vor. Dieses basiert auf der Annahme, dass sich nicht alle Aufgaben mit Gesetzen oder hierarchischer Steuerung bewältigen lassen. Stattdessen erforderten viele Aufgaben nach Angaben der KGSt gemeinschaftliche Lösungen. „Die Netzwerkkommune beginnt dort, wo Kommunen Verantwortung teilen und auf Augenhöhe mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten“, betont KGSt-Vorstand Klaus Effing.
Die Publikation knüpft an eine Folge von Verwaltungsleitbildern an, mit denen die KGSt seit Jahrzehnten den Wandel des kommunalen Selbstverständnisses beschreibt und begleitet. Mit der „Netzwerkkommune“ will die KGSt explizit frühere Leitbilder ergänzen, nicht ersetzen.
Hierarchische Ansätze haben Grenzen
Kommunalverwaltungen, die das Leitbild „Netzwerkkommune“ mit Leben füllen, erlangten nach Auffassung der KGSt eine zusätzliche Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Herausforderungen und Krisen. Die Netzwerkkommune könne zudem eine neue Perspektive auf die Verwaltungssteuerung eröffnen. Bei der Steuerung von Netzwerken gehe es häufig um die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die es den Akteuren ermöglichten, gemeinsame Ziele zu erreichen. Dieser Rahmen werde als Governance bezeichnet. Mit Blick auf kommunale und interkommunale Netzwerke müsse Governance insbesondere Kooperation und Vertrauen ermöglichen, weil hierarchische Ansätze bei der Zusammenarbeit mit externen Akteuren an Grenzen stießen.
Der Bericht versteht sich als Einladung an die gesamte Verwaltung, den Aufbruch zur Netzwerkkommune gemeinsam zu gestalten. Er richtet sich an Führungskräfte, die einen organisatorischen Rahmen für dieses Leitbild schaffen sollen, sowie an Mitarbeitende, die in neuen Rollen und Haltungen denken und sich stärker im kommunalen Ökosystem vernetzen sollen.
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