KoblenzKo-Pionier-Preis für digitalen Sozialpass

Für den digitalen Sozialpass griff die Stadt Koblenz auf die Open-Source-Plattform „Digitale Berechtigungskarte“ zurück.
(Bildquelle: Tür an Tür – Digitalfabrik)
Die Stadt Koblenz hat für ihren digitalen KoblenzPass den bundesweiten Ko-Pionier-Preis erhalten. Das Projekt belegte in der Kategorie „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ den ersten Platz. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des KGSt-Forums im Congress Center Leipzig verliehen.
Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht weniger eine technologische Neuentwicklung als vielmehr die konsequente Nachnutzung einer bestehenden Lösung (wir berichteten). Für den digitalen Sozialpass ließ Koblenz keine eigene App entwickeln, sondern griff auf die Open-Source-Plattform „Digitale Berechtigungskarte“ zurück. Diese wird vom Freistaat Bayern für die Ehrenamtskarte eingesetzt und wurde in Koblenz für eine andere Zielgruppe konfiguriert.
„Dass unsere Arbeit jetzt bundesweit gesehen wird, freut uns sehr“, sagt Projektleiter Andreas Suderland von der Stadtverwaltung Koblenz. An der Umsetzung hätten Sozialamt, IT und Rechenzentrum gemeinsam gearbeitet. „Vor allem freuen wir uns für die Menschen in Koblenz, die den Pass jeden Tag nutzen.“
Innovative Transferleistung
Die zugrunde liegende Plattform stammt von der gemeinnützigen Tür an Tür – Digitalfabrik aus Augsburg. Die Fachabteilungen können darüber unter anderem Berechtigtengruppen, Leistungsarten, Akzeptanzstellen und Antragswege festlegen. Die Projektarbeit in Koblenz konzentrierte sich deshalb nach Angaben der Digitalfabrik nicht auf die Softwareentwicklung, sondern auf die Anbindung an die Fachverfahren. Umgesetzt wurde diese gemeinsam vom Sozialamt, dem IT-Management und dem Kommunalen Gebietsrechenzentrum.
„Innovativ ist nicht die Technologie, sondern der Transfer über Anwendungsfälle hinweg“, sagt Daniel Kehne, Geschäftsführer der Tür an Tür – Digitalfabrik. „Koblenz nutzt öffentlich finanzierte Infrastruktur ein zweites Mal, aber für eine völlig andere Zielgruppe.“
Berechtigte können sich beim KoblenzPass per QR-Code über eine App ausweisen und Ermäßigungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport und Freizeit in Anspruch nehmen. Menschen ohne Smartphone erhalten einen Papierausdruck. Der Quellcode der Plattform steht unter MIT-Lizenz. Nach Angaben der Digitalfabrik fallen keine Lizenzkosten an und Kommunen können die Lösung selbst betreiben. Personenbezogene Daten würden nicht zentral gespeichert, sondern erst auf dem Gerät der berechtigten Person entschlüsselt.
Neben Koblenz nutzen auch der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg die Plattform. Insgesamt sind nach Angaben der Digitalfabrik in den drei Verwaltungen mehr als 50.000 Karten aktiv. Weiterentwicklungen, die eine der beteiligten Verwaltungen vornimmt, sollen anschließend auch den anderen zur Verfügung stehen.
Der Ko-Pionier-Preis wird von der Initiative Re:Form gemeinsam mit Partnern aus dem Verwaltungs- und Digitalisierungsumfeld vergeben und steht unter der Schirmherrschaft der Föderalen IT-Kooperation (FITKO). Ausgezeichnet werden Verwaltungen, die bereits bewährte Lösungen anderer Verwaltungen übernehmen, anpassen und weiterentwickeln.
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