Freitag, 9. Oktober 2026

EssenDrohne erkundet Einsatzorte vorab

[09.10.2026] Die Feuerwehr Essen testet seit Mitte September eine automatisiert startende Vorauserkundungsdrohne. Sie soll bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte Bilder vom Einsatzort liefern und so eine frühzeitige Lagebeurteilung ermöglichen. Nach drei Monaten wird entschieden, ob das System dauerhaft eingesetzt werden soll.
Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

(Bildquelle: Feuerwehr Essen)

Die Feuerwehr Essen erprobt seit Mitte September 2026 den Einsatz einer Vorauserkundungsdrohne. Wie die Stadt Essen mitteilt, soll das System bei ausgewählten Einsätzen automatisch starten und noch vor den ersten Feuerwehrkräften am Einsatzort eintreffen. Ziel sei es, der Leitstelle und der anfahrenden Einsatzleitung frühzeitig Informationen zur Lage bereitzustellen und so die Einsatzplanung zu verbessern.

Die Drohne ist auf dem Dach der Hauptfeuerwache stationiert und startet bei entsprechenden Einsatzmeldungen selbstständig. Sie fliegt in einer Höhe von etwa 100 bis 120 Metern und erreicht Einsatzorte in einem Umkreis von rund 12 bis 15 Kilometern. Ein Operator überwacht den gesamten Flug. Ausgestattet mit einer herkömmlichen Kamera und einer Wärmebildkamera kann die Drohne Bilder in Echtzeit an die Leitstelle und die Einsatzleitung übertragen. Einsatzmöglichkeiten bestehen unter anderem bei Bränden, Gefahrstoffunfällen, technischen Hilfeleistungen und größeren Schadenslagen.

Belastbares Lagebild

„Gerade die ersten Minuten eines Einsatzes sind für uns von besonderer Bedeutung. Je früher wir ein belastbares Bild von der Lage bekommen, desto früher können wir die richtigen Entscheidungen treffen“, erklärt Sascha Keil, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Essen. So könnten beispielsweise bereits während der Anfahrt das Ausmaß eines Brandes oder geeignete Zufahrtswege erkannt und die Einsatzmaßnahmen entsprechend angepasst werden.

Während der dreimonatigen Testphase steht die Drohne montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr zur Verfügung. Ihre maximale Flugzeit beträgt rund 45 Minuten. Jeder Einsatz wird anschließend ausgewertet. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Zeit- und Informationsgewinn die Vorauserkundung bringt und ob sich Personal und Fahrzeuge dadurch bedarfsgerechter disponieren lassen.

Nach Angaben der Stadt Essen soll die Drohne die reguläre Erkundung durch die Einsatzkräfte vor Ort nicht ersetzen, sondern ergänzen. Nach Abschluss der Testphase werde die Feuerwehr Essen prüfen, ob und wie sie das System dauerhaft in ihre Einsatz- und Führungsstrukturen integrieren kann.

Begleitend stellt die Stadt online Informationen zum Projekt bereit. Eine interaktive Karte zeigt zudem die bisherigen Einsätze und Flugrouten der Drohne.





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