Sonntag, 14. Juni 2026

MünchenAbschied von der Stempelkarte

[20.05.2020] München plant für die gesamte Stadtverwaltung die digitale Zeiterfassung einzuführen. Ausgangspunkt dafür bildet ein Pilotprojekt, an dem 130 Beschäftigte des Personal- und Organisationsreferats teilnehmen.
München: Gesamtpersonalratsvorsitzende Ursula Hofmann und Personalreferent Alexander Dietrich bauen die Stempeluhr ab.

München: Gesamtpersonalratsvorsitzende Ursula Hofmann und Personalreferent Alexander Dietrich bauen die Stempeluhr ab.

(Bildquelle: LHM)

Goodbye Stempelkarte heißt es für 130 Mitarbeiter aus dem Personal- und Organisationsreferat (POR) der Münchner Stadtverwaltung. Denn dort wurde im März 2020 das Pilotprojekt digitale Zeiterfassung gestartet, teilt die bayerische Landeshauptstadt mit.
Zuständig für die übergreifende Einführung einer digitalen Zeiterfassung bei der Stadt München sei das Projekt Workforce Management (WFM) im Rahmen des Programms neoHR (wir berichteten). Das Personal- und Organisationsreferat (POR) arbeite dabei eng mit dem IT-Referat und der Branddirektion zusammen. Hier umfasse es auch die Einführung eines digitalen Dienstplansystems, das im Januar 2022 bei der Branddirektion verfügbar sein soll. Deutlich früher, Ende 2020, soll damit begonnen werden, die digitale Zeiterfassung stadtweit auszurollen. Dann würden Eigen- und Sonderlösungen abgelöst. Für die digitale Zeiterfassung sei die webbasierte Lösung der ATOSS Software AG ausgewählt worden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch eine Smartphone-App dazukommen.
Knut Hüneke, Mitarbeiter des POR und einer der Gesamtprojektleiter Workforce Management, zieht nach den ersten Wochen eine positive Bilanz: Bei den Beschäftigten in der Pilotgruppe habe die digitale Zeiterfassung gut funktioniert. Natürlich seien im System noch nicht alle möglichen Funktionen erfasst und einige richtig komplizierte Fälle würden auch noch Kopfzerbrechen bereiten. Aber das sei in einem solchen Piloten normal.

Veränderung der Arbeitskultur

Für Hüneke steht fest: „Im Pilotprojekt geht es genau darum, Erfahrungen zu sammeln, Anregungen aufzunehmen und Wünsche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzubeziehen. Es muss dann nach und nach entschieden werden, ob, was und wie alles genau umgesetzt wird.“
Die digitale Zeiterfassung ist nicht nur ein technisches Projekt, informiert die Stadt München. Vielmehr gehe damit auch eine Kulturveränderung einher. So bedürfe es einer mentalen Umstellung, nicht nur an Arbeitsbeginn und -ende zu denken, sondern auch wirklich alle Pausen und Zeiten genau einzutragen. Zeitgleich werde den Beschäftigten mehr Selbstverantwortung und somit Vertrauen entgegengebracht. Die digitale Zeiterfassung biete zudem deutlich mehr Flexibilität bei der persönlichen Arbeitsplanung.
In diesem Jahr sei erst einmal die Ausweitung der digitalen Zeiterfassung für das gesamte POR geplant. Anfang 2021 sollen dann auch die Mitarbeiter des IT-Referats ihre Arbeitszeiten digital mit dem neuen Tool erfassen. Perspektivisch soll dies allen Beschäftigten der Stadt und an jedem Endgerät möglich sein.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[08.06.2026] Aachen und Düsseldorf testen ab Juli den digitalen Kombiantrag im Bund-Länder-Projekt Schneller Gründen. Er soll Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung verbinden, doppelte Dateneingaben vermeiden und Bearbeitungszeiten verkürzen. mehr...

bericht

Personalabrechnung: Belastbare Strukturen

[29.05.2026] Steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen die Personalabrechnung in der öffentlichen Verwaltung zunehmend unter Druck. Die Auslagerung wird daher zu einem strategischen Instrument, um Risiken zu reduzieren und weiterhin handlungsfähig zu bleiben. mehr...

Dom Luftaufnahme Fulda Domplatz Innenstadt

Fulda: Pilotstandort für schnelleres Gründen

[28.05.2026] Fulda übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Modernisierung von Gründungsverfahren. Als eine von neun Pilotkommunen wurde die Stadt mit ihrer Nachbargemeinde Petersberg vom Bund für das Projekt „Schneller Gründen“ ausgewählt. mehr...

eine Frau schiebt eine Restabfalltonne auf die Straße

Kreis Oldenburg: SAP zentralisiert Abfallwirtschaft

[08.05.2026] Pünktlich zum Jahresbeginn hat der Kreis Oldenburg gemeinsam mit dem IT-Dienstleister KDO ein technisches Großprojekt auf Basis seines bestehenden SAP-Systems erfolgreich zum Abschluss gebracht: Die Zentralisierung der Abfallwirtschaft. mehr...

Auf einem Smartphone ist eine digitale G´Hundemarke zu sehen, im Hintergrund ist verschwommen ein Hundesgesicht erkennbar
bericht

Essen: Hundesteuermarke auf dem Smartphone

[06.05.2026] Wer einen Hund hält, muss diesen anmelden und erhält dafür eine Hundesteuermarke. Für die rund 30.000 Hunde in Essen steht diese seit Beginn dieses Jahres nicht mehr als Metallmarke, sondern in digitaler Form zur Verfügung. mehr...

Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße in einer Stadt

Winterdienst: Digital auf den nächsten Schnee vorbereiten

[05.05.2026] Bei frühsommerlichen Temperaturen bereiten sich viele Kommunen bereits auf den nächsten Winterdienst vor. Angesichts zunehmend dynamischer Wetterlagen und hoher Anforderungen an Reaktionsgeschwindigkeit und Koordination gewinnen digitale Lösungen zur Alarmierung und Einsatzsteuerung an Bedeutung. mehr...

Kita
bericht

Kita-Lösungen: Ganztagsbetreuung verwalten

[29.04.2026] Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr stehen Kommunen vor der Aufgabe, mehr Angebote zu schaffen und deren Vergabe effizient zu organisieren. Digitale Lösungen können helfen, Nachfrage und Kapazitäten besser zu steuern. mehr...

Straßenfest mit Essensbuden

EDV Ermtraud: Gaststätte online anmelden

[15.04.2026] Das Land Baden-Württemberg hat den Anzeigeweg im Gaststättengewerbe vereinfacht. Das Unternehmen EDV Ermtraud hat jetzt einen Online-Dienst vorgestellt, über den Bürgerinnen und Bürger ihre Anzeige künftig digital einreichen können. mehr...

Mainz: Umstellung auf den digitalen Bauantrag

[14.04.2026] Die Stadt Mainz treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen voran: Künftig wird auch das zentrale Fachverfahren Bauantrag digital unterstützt. Die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt schrittweise. 
 mehr...

Hund Vicky

nextgov iT: Digitale Hundeverwaltung

[09.04.2026] Gemeinsam mit kommunalen Fachämtern hat der Anbieter nextgov iT einen Dienst für die digitale Hundeverwaltung entwickelt. Der medienbruchfreie Prozess soll den Bürgerservice erhöhen und die Kommunen entlasten. mehr...

Park im Frühling, Bäume, ein Weg und Bänke

RIWA: Lösungen für die digitale Baumpflege

[08.04.2026] Mit seinem Produktportfolio für ein modernes, digitales Baum- und Grünflächenmanagement gibt GIS-Anbieter RIWA Kommunen ein praxisnahes Werkzeug an die Hand, um ihr Baummanagement effizient zu gestalten. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform

[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...

Eine lächelnde Frau hält ein Tablet in der Hand, im Hintergrund ist ein Großraumbüro zu sehen.

AKDB: Digitale Einbürgerung wird flexibler

[31.03.2026] Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern hat den Online-Dienst Digitale Einbürgerung um eine Zwischenspeicherungsfunkion erweitert. Laufende Anträge können nun für bis zu 30 Tage gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise über ein anderes Endgerät weiterbearbeitet werden. mehr...

Frau mit laptop auf dem Sofa - Start Kita-Portal cloppenbrügge

Coppenbrügge: Kitaportal gestartet

[26.03.2026] Über ein digitales Kitaportal verfügt jetzt der Flecken Coppenbrügge. Die Kommune im Kreis Hameln-Pyrmont setzt dabei auf Software vom E-Government-Spezialisten NOLIS. mehr...

Mehrere Personen stehen um einen Tisch mit einem Startknopf versammelt.

Kreis Kassel: Medienbruchfrei zur Baugenehmigung

[17.03.2026] Seit März nimmt der Kreis Kassel Bauanträge nur noch online entgegen. Somit läuft das gesamte Baugenehmigungsverfahren vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll. mehr...