Mittwoch, 15. April 2026

Schul-ITAlle Bausteine mitdenken

[06.12.2021] Die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, welch großer Nachholbedarf hierzulande bei der Digitalisierung der Bildung besteht. Damit Investitionen in modernen Unterricht nachhaltig wirken, gilt es, ein Gesamtkonzept für die digitale Schule zu entwickeln.
Digitale Bildung: Technik allein genügt nicht.

Digitale Bildung: Technik allein genügt nicht.

(Bildquelle: David Fuentes / stock.adobe.com)

Um zukunftsfähige Bildungslandschaften zu schaffen, müssen Kommunen als Schulträger große organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben bewältigen. Pä­dagogische Inhalte, Lehrkräftefortbildung, Datenschutz, Breitbandausbau, Ausstattungskonzepte, WLAN sowie Mitarbeiterkapazitäten und -expertise sind nur einige Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Sichergestellt werden muss, dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zu einer hochwertigen Bildung und zu digitalen Bildungsangeboten haben.
Das fordert insbesondere die Kommunen als Schulträger heraus. Auch wenn der Bund mit dem Digitalpakt rund 6,5 Milliarden Euro in die Digitalisierung der Schulen investiert, werden weitere Kosten folgen – für den Ersatz, die Pflege und die Wartung der Hardware sowie für die Lizenzierung der Software. Vielerorts ist die Ausgangslage schwierig. Selbst in Schulen, in denen ein Glasfaserkabel liegt, ist die Technologie im Gebäude mitunter so anfällig und veraltet, dass die Kapazitäten des Anschlusses nicht genutzt werden können. Auch die Leitungsgebühren sind auf Dauer zu tragen. Mit dem Einkauf der Endgeräte entsteht weiterer Aufwand. Denn diese müssen nicht nur angeschafft, sondern auch eingerichtet, eingebunden, verwaltet und verliehen werden. Die Nutzer sind zudem mit passenden Anwendungen und Inhalten zu versorgen und müssen bei Fragen und Fehlfunktionen betreut werden. Nötig ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die Bedürfnisse der Kollegien, die Möglichkeiten der Kommune und die rasant fortschreitende technische Entwicklung berücksichtigt.

Die Finanzierung ließ zu lange auf sich warten

Schulen müssen Anschaffungen und Medieneinsatz in Abstimmung mit dem Schulträger in ein umfassendes Medienbildungskonzept (MBK) einbetten und in einem Medienentwicklungsplan (MEP) beschreiben, wie sie den Medieneinsatz planen und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Ein funktionierendes Ganzes entsteht nur dann, wenn alle Bausteine zusammengedacht werden. Damit Investitionen in modernen Unterricht nachhaltig wirken können, stellt der Didacta Verband Kommunen und Schulträgern verschiedene Leitfäden zur Verfügung. Sie helfen, Fallstricke auf dem Weg zu einem Gesamtkonzept für die digitale Schule zu erkennen und zu umgehen (www.didacta.de/ausschuss-didacta-digital).
Um Bildungsprozesse mithilfe digitaler Technik zu stärken, müssen technische Infrastruktur und Ausstattung, Konzepte, Inhalte und Betreuung Hand in Hand gehen. Dafür benötigen Bildungseinrichtungen ausreichend Ressourcen und professionelle Unterstützung. „Doch die Finanzierung dieser Maßnahmen ließ zu lange auf sich warten, um Kitas und Schulen besser durch die Corona-Pandemie zu führen“, kritisiert Theodor Niehaus, Präsident des Didacta Verbands der Bildungswirtschaft. Während die Mittel aus dem Digitalpakt zunächst nur zögerlich abgerufen wurden, deuten aktuelle Zahlen des Bundesbildungsministeriums darauf hin, dass sie nun bald auch in der Breite ankommen werden. Rund 852 Millionen Euro seien bis Mitte 2021 aus dem Digitalpakt abgeflossen. Die Mittelbindung – also bereits beantragte, aber noch nicht abgerufene Summen – liege bei rund 1,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bei der Erhebung zum Stichtag 30. Juni 2020 waren erst rund 16 Millionen Euro abgeflossen und 242 Millionen Euro gebunden.

Die technischen Voraussetzungen verbessern sich stetig

Von einer erstaunlichen Entwicklung bei der technischen Ausstattung von Schulen berichtet auch der Branchendienst Bildung.Table. Demzufolge seien Schul-Clouds und Lern-Management-Systeme 2020 in Deutschland schneller gewachsen als die Social-Media-Plattform TikTok. Der Zugriff auf Lernplattformen stieg demnach um 150 Prozent – der von Jugendlichen auf TikTok um 135 Prozent. Die technischen Voraussetzungen verbessern sich also stetig.
Im Didacta Verband sind Unternehmen der Bildungswirtschaft organisiert, die über die Expertise und die praktische Erfahrung verfügen, um die digitale Realität im Bildungssystem nachhaltig mitzugestalten. Gelegenheit für einen intensiven fachlichen Austausch bietet die Bildungsmesse didacta in Köln (22. bis 26. März 2022, www.­didacta-messe.de). Themen für Kommunen und Schulträger nimmt dabei unter anderem das Forum Schulpraxis in den Blick.

Volker Jürgens leitet den Ausschuss didacta DIGITAL. Thorsten Timmerarens ist beim Didacta Verband verantwortlich für Medien und Kommunikation.




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