Montag, 29. Juni 2026

Digitaler Ort im Land der IdeenBad Belzig freut sich über den Titel

[28.06.2022] Bad Belzig freut sich über die Auszeichnung der Smart Village App als Digitaler Ort im Land der Ideen. Was zum Projekterfolg beitrug und für welche Kommunen die Baukastenlösung interessant sein könnte, erläutert Frank Friedrich, Stabsstelle Digitalisierung der Stadt Bad Belzig, im Interview.

Herr Friedrich, welche Bedeutung hat die Auszeichnung der Smart Village App als Digitaler Ort im Land der Ideen (wir berichteten) für die Stadt Bad Belzig?

Wir betrachten diesen Preis als hohe Wertschätzung für den Aufwand, den wir in den zurückliegenden drei Jahren in dieses neue Instrument der Beteiligung, Information und Dienstleistungserbringung investiert haben.

Wieso hat sich Bad Belzig im Jahr 2018 entschieden, eine App anzubieten?

Wir sind der Meinung, dass die Verwaltung ihr Handeln und ihre Dienste für die Bürgerinnen und Bürger in digitalen Zeiten auch in digitalen Formaten anbieten muss. Das Smartphone ist das Endgerät der Zukunft, das jeder jederzeit und jeden Tag in der Tasche hat. Es war naheliegend, ein Angebot zu schaffen, das die Bürger auf diesem Weg erreicht. Deshalb haben wir das damalige Förderangebot für eine entsprechende App seitens der Staatskanzlei Brandenburg (wir berichteten) sehr gerne angenommen.

Anders als bei vielen anderen digitalen Pilotprojekten wird die Smart Village App tatsächlich von vielen Kommunen nachgenutzt und weiterentwickelt. Was sind die Gründe dafür?

Es hat ein echtes Zusammenwirken der verschiedenen staatlichen Ebenen gegeben: Neben der Stadt Bad Belzig haben der Städte- und Gemeindebund Brandenburg, das Brandenburger Innenministerium, die Brandenburger Staatskanzlei und die DigitalAgentur das Projekt die gesamte Zeit über unterstützt, beworben und mit finanziellen Mitteln zur Nachnutzung angereichert. Das schuf die Grundlage, dass die App bei nunmehr über 25 Kommunen Anklang gefunden hat.

Für welche Kommunen lohnt sich der Start einer Smart Village App?

Die Smart Village App kann grundsätzlich von Kommunen jeder Größenklasse in Deutschland und darüber hinaus genutzt werden. Unser Fokus lag natürlich insbesondere auf dem ländlichen Raum, wo die Anzahl der Kommunikationsangebote nicht so groß ist. Aber Beispiele wie Frankfurt (Oder) zeigen, dass die App auch in größeren Städten zum Einsatz kommen kann. Es ist also gar nicht wichtig, ob es sich um Kleinstädte, ländliche Räume oder größere Städte handelt – die Smart Village App kann überall eingesetzt werden.

„Die Smart Village App ist ein Beispiel dafür, wie man Tools interkommunal weiterentwickeln kann und damit Mehrwert für alle Nutzerinnen und Nutzer generiert wird.“
Welchen Vorteil hat die Open Source Software hinter der Smart Village App?

Zum einen war es eine Anforderung, staatlich geförderte Software als Open-Source-Lösung anzubieten. Zum anderen ermöglicht der Open-Source-Ansatz eine sehr niedrigschwellige Kooperation mit anderen Kommunen. Diese Kooperation in der gemeinsamen Entwicklung kommt wiederum allen zugute. Die Smart Village App ist also ein Beispiel dafür, wie man Tools interkommunal weiterentwickeln kann und damit Mehrwert für alle Nutzerinnen und Nutzer generiert wird.

Sind mit Open Source auch Nachteile verbunden?

Ein Nachteil könnte sein, dass Open-Source-Produkte nur dann auf dem aktuellen technischen Stand sind, wenn es entsprechende qualifizierte Programmierfähigkeiten im Hintergrund gibt. In den kleinen Kommunen ist das eher nicht der Fall. Da uns das Unternehmen Smart Village Solutions (SVS) aber professionell unterstützt, besteht dieses Problem bei der Smart Village App nicht.

Wenn eine Kommune überlegt, eine eigene Bürger-App zu starten: Was sollte sie beachten?

Grundsätzlich sollte man sich vorab Gedanken machen, welche Ziele mit der App-Implementierung erreicht werden sollen. Die App bietet mittlerweile so viele Funktionen, dass eine gezielte Auswahl empfehlenswert ist. Dabei gilt es, die eigenen Kapazitäten realistisch zu beurteilen. Und man sollte sich einen kleinen Werbeplan zur App-Einführung zurechtlegen, damit die Bürgerinnen und Bürger von dem neuen Angebot überhaupt erfahren.

Was wünscht sich Bad Belzig für die Zukunft der Smart Village App?

Wir wünschen uns, dass der Kreis der kommunalen Nutzer in Deutschland noch viel größer wird. Und wir wünschen uns, dass wir hier in Brandenburg noch mehr zeigen können, wie erfolgreich das Projekt Smart Village App geworden ist.

Interview: Philipp Wilimzig, Geschäftsführer der Smart Village Solutions GmbH, Bad Belzig.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: CMS | Portale
Screenshot_Baden_Baden

Portale: Baden-Baden neu im Web

[25.06.2026] Die Stadt Baden-Baden hat ihre neue Website online gestellt. Im Mittelpunkt des Relaunchs stand der Bürgerservice. Dieser wird neben einem eigenen Serviceportal durch einen Chatbot und Mehrsprachigkeit unterstützt. mehr...

Screenshot_AMTSFUNK

AMTSFUNK: Digital zusammenarbeiten

[25.06.2026] Eine neue digitale Kollaborationsplattform für den öffentlichen Sektor namens AMTSFUNK soll den Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft, GovTech-Szene und Wirtschaft stärken und Wissenssilos aufbrechen. mehr...

IÖR: Dashboard bereitet Kommunen auf Klimawandel vor

[16.06.2026] Ein neues Stadtklimadashboard bündelt erstmals zentrale Indikatoren zur Klimaanpassung deutscher Städte in einer Webanwendung. Das Werkzeug soll Kommunen bei der Vorbereitung auf Hitze, Trockenheit und Starkregen unterstützen und wird nun gemeinsam mit Anwendern aus der Praxis erprobt. mehr...

ITEBO: OpenR@thaus erlaubt Zustellfiktion

[10.06.2026] OpenR@thaus kann ab sofort elektronische Bescheide rechtssicher zustellen. Die Zustellfiktion wird über das BundID-Postfach abgesichert. Das eigene Postfachsystem ergänzt eine Zwei-Wege-Kommunikation und Statusanzeige sowie die Anbindung an das Sachbearbeitendenportal. mehr...

screenshot Arnsberg engagiert

Portale: Arnsberg engagiert sich

[22.05.2026] „Arnsberg engagiert“ feiert halbjähriges Bestehen: Die digitale Plattform stärkt die Vernetzung im Ehrenamt. mehr...

Ausschnitt einer Computertastatur, auf der eine Taste rot eingefärbt ist und die Aufschrift Leichte Sprache trägt.

Barrierefreiheit: Digitale Teilhabe praktisch umsetzen

[21.05.2026] Öffentliche Stellen müssen digitale Angebote barrierefrei gestalten und dabei auch zentrale Informationen in Leichter Sprache bereitstellen. Das Würzburger Startup KLAO unterstützt Behörden und Kommunen dabei mit KI-Software und zertifizierten Prüfverfahren. mehr...

Screenshot_Website_Kreis_Viersen

Kreis Viersen: Website in neuem Layout

[15.05.2026] Der Internetauftritt des Kreises Viersen ist überarbeitet worden und erscheint in modernisiertem Layout mit zusätzlichen Funktionen. Künftig ist auch ein Newsroom geplant. mehr...

Ein Baum wächst aus einem Boden, bestehend aus leuchtenden Linien, heraus.

Difu: Portal für nachhaltige Kommunen

[13.05.2026] Ob Klimaschutz und Energie, Mobilität, Wohnen, Bildung oder Infrastruktur: Vor Ort entscheidet sich, ob die nachhaltige Entwicklung gelingt. Eine neue digitale Plattform von Difu und Bertelsmann Stiftung unterstützt Kommunen bei der Steuerung ihrer zukunftsorientierten Entwicklung. mehr...

kreis Nienburg/weser_altes Amtshaus

Niedersachsen: Land und Landkreis realisieren Online-Services

[04.05.2026] Innerhalb von knapp drei Monaten konnten im Kreis Nienburg/Weser zahlreiche OZG-Fokusleistungen und Leistungen von föderalem Interesse digital bereitgestellt werden. Möglich wurde dies durch ein neues gemeinsames Vorgehen zwischen dem Innenministerium, dem Kreis und seinen angehörigen Kommunen sowie deren IT-Dienstleistern. mehr...

hand mit Smartphone mit Augsburg-App vor Augsburger Rathaus

Augsburg: Alles in der App

[30.04.2026] Die Stadt Augsburg hat einen Kommunikationskanal gestartet, bei dem digitale Souveränität ein wichtiger Faktor ist: Die App macht unabhängig von Algorithmen, bietet mehr Kontrolle über die Inhalte und stellt einen direkten Draht zur Bevölkerung her. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[28.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Auch Kommunen können die App nutzten, um eigene Angebote zum Hochwasserschutz breit zu kommunizieren. mehr...

Kreis Steinfurt: Digitale Antragstellung im Immissionsschutz

[14.04.2026] Der Kreis Steinfurt hat die digitale Antragstellung im Immissionsschutz gestartet und damit ein umfangreiches Genehmigungsverfahren effizienter und transparenter gemacht. mehr...

Hand, die Euronoten in die Höhe hält, blauer Hintergrund.

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[10.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Frau schaut auf Tablet

S-Public Services: PublicFlow für Prozesse

[01.04.2026] Die Plattform PublicFlow hat jetzt S-Public Services vorgestellt. Sie ermöglicht Kommunen die einfache digitale Bearbeitung von Verwaltungsanträgen Schritt für Schritt – sicher, effizient und mit automatisierter Unterstützung. mehr...

Bürgermeister Christian Zwingmann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem die Leinefelde-Worbis-App zu sehen ist, im Hintergrund sind auf einem Display weitere App-Ansichten zu sehen.

Leinefelde-Worbis: Informationen direkt aufs Smartphone

[23.03.2026] Mit der Leinefelde-Worbis-App erhalten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur städtische Informationen und Dienstleistungen auf ihr Smartphone. Mittels Schadensmelder können sie auch Mängel im öffentlichen Raum mitteilen oder per Umfragemodul an Befragungen teilnehmen. Die modular konzipierte Lösung wird auf Servern in Deutschland gehostet. mehr...