Sonntag, 17. Mai 2026

NürnbergBerufsschul-Anmeldung komplett digital

[19.11.2021] Die Stadt Nürnberg bietet seit fünf Jahren die digitale Anmeldung für die Berufsschule und zieht nun ein durchweg positives Fazit. Durch die Anbindung an das Schulverwaltungsprogramm können die Vorgänge vollständig digital abgewickelt werden.
Nürnberg: Von der digitalen Abwicklung der Berufsschulanmeldung profitieren Verwaltung und Ausbildungsbetriebe.

Nürnberg: Von der digitalen Abwicklung der Berufsschulanmeldung profitieren Verwaltung und Ausbildungsbetriebe.

(Bildquelle: industryview/123rf.com)

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2021/2022 sind viele Schüler in Nürnberg mit einer Berufsausbildung in einen neuen Lebensabschnitt gestartet. Bereits seit dem Frühjahr 2016 ist es möglich, sich an zehn der insgesamt 14 beruflichen Schulen der Stadt online anzumelden – dies können entweder die Schüler selbst oder die Ausbildungsbetriebe tun. Diese Möglichkeit bedeutet für die Jugendlichen und ihre Ausbildungsbetriebe nicht nur einen höheren Komfort gegenüber der Anmeldung mittels Papierformular, sondern ermöglicht der Stadt Nürnberg die digitale Abwicklung einer enormen Zahl an Vorgängen – in fünf Jahren waren es rund 25.000. Die Stadt Nürnberg, einer der Vorreiter im E-Government, gehört zu den ältesten Kunden des Software-Unternehmens cit und hat mit Unterstützung der Spezialisten für formularbasierte Prozesse bereits eine Vielzahl an digitalen Formularen umgesetzt. Als 2015 der Wunsch aufkam, ein Online-Anmeldeformular für Berufsschulen zu erstellen, wurde gemeinsam mit einer der Nürnberger Berufsschulen und cit der erste Prototyp entwickelt. Wichtig war den Auftraggebern insbesondere die Möglichkeit, die eingegebenen Daten in das dazugehörige Fachverfahren – damals das Schülerverwaltungsprogramm WinSV – zu importieren. Ein Jahr später begann der Roll-out an weiteren neun Berufsschulen in Nürnberg.

Vorteile für alle Beteiligten

Das assistentengestützte Online-Formular hat gegenüber dem bis dahin ausschließlich zur Verfügung stehenden Papierformular verschiedene Vorteile: Die Anmeldung ist jederzeit, unabhängig von Öffnungszeiten, möglich. Der Formularassistent führt die ausfüllende Person durch den gesamten Vorgang und zeigt beispielsweise nur die Felder an, die jeweils relevant sind. Hilfetexte erleichtern das Ausfüllen. Betriebe mit mehreren Auszubildenden können diese in einem Vorgang anmelden. Durch Auswahllisten sind die Daten der ausbildenden Betriebe bereits valide. Die gewünschte Anbindung an das Schulverwaltungsprogramm über eine Schnittstelle macht es zudem möglich, dass die Daten dort medienbruchfrei digital weiterverarbeitet werden können – mühsames und fehleranfälliges Abtippen der Informationen sowie die aufwendige Nachverfolgung bei fehlenden oder fehlerhaften Angaben entfallen, da die Daten im digitalen Antrag auf Plausibilität geprüft und vollständig sind. Mit den unterschiedlichen Berufsschulen wurde ein Stammdatensatz vereinbart, der bei allen Schulen identisch ist. Zusätzlich gibt es jeweils schulspezifische Fragen, etwa zu den Ausbildungsberufen oder Schultagen. Sämtliche Daten werden in das Fachverfahren importiert. Zum Abschluss der Anmeldung erhält die ausfüllende Person eine Bestätigung und der Ausbildungsbetrieb bekommt automatisch eine Information zur Klassenbildung.

Einfache Anbindung überzeugt

Nach fünf Jahren erfolgreichem Einsatz steht nun der nächste Schritt für die Anwendung bevor: die Anbindung an die zentrale Amtliche Schulverwaltung (ASV) im gesamten Freistaat Bayern. Damit sollen die dezentralen Schulverwaltungsprogramme ersetzt werden. Das plattformunabhängige, schulart-übergreifende Schulverwaltungsprogramm in Bayern unterstützt die Bildungseinrichtungen bei allen administrativen Aufgaben und soll den Informationsschluss zwischen Schulen und Schulaufsichtsbehörden verbessern. Mit der Anbindung der Online-Anmeldung zur Berufsschule stehen die Daten der Anmeldung dann direkt in der ASV bereit. Bisher mussten die Schüler am ersten Schultag in der Berufsschule noch ihr Zeugnis im Original zur Einsichtnahme vorlegen. Durch die zentrale ASV-Lösung entfällt dieser Schritt – zumindest für diejenigen Auszubildenden, die ihren allgemeinbildenden Abschluss an einer Schule in Bayern gemacht haben.
Darüber hinaus werden die elektronischen Anmeldungen künftig – wie alle Angebote der Stadt – in die zentrale Serviceplattform Mein Nürnberg integriert. Durch den Low-Code-Ansatz des Formular-Servers cit intelliForm konnten die Nürnberger das Formular zur Berufsschulanmeldung selbstständig weiterentwickeln. Der cit-Formular-Server werde seit knapp 15 Jahren in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt und auch bei der Anmeldung für Berufsschulen habe die Lösung absolut überzeugt, erklärt Werner Wich, bis vor Kurzem Leiter des Teams Online Services beim Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation der Stadt Nürnberg. „Die unkomplizierte Anbindung an andere Fachverfahren und die Möglichkeit, Formulare selbstständig umsetzen zu können, sind für uns dabei besonders interessant“, so Wich.
Die papiergebundene Anmeldung wird weiterhin möglich sein. Doch das große Fallpotenzial und die zahlreichen Vorteile der Lösung sprechen für das digitale Formular: Die digitalen Anträge werden systemseitig auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüft, Daten müssen nicht manuell ins Fachverfahren übertragen werden und es herrscht jederzeit Transparenz für Schüler, Betriebe, Schulen und Verwaltung.

Bernd Hoeck




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Schul-IT

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Composite: Hand greift nach einem Cloud-Icon, blauer Hintergrund
bericht

Hannover: Lizenzpanne mit Microsoft 365

[23.04.2026] Alle 100 städtischen Schulen in Hannover haben die Cloud-Lösung Microsoft 365 aktiv eingesetzt – allerdings, ohne die passende Lizenz zu besitzen, welche die Nutzung im Schulkontext absichert. Die Stadt verhängte vorerst einen Nutzungsstopp und will prüfen, wie es zu der fehlerhaften Einschätzung kam. mehr...

Kind vor Tablet_ telli in Bremen
bericht

Bremen: Pionier für telli

[21.04.2026] Bremen hat als erstes Bundesland mit telli eine landesweite KI-Plattform für Schulen eingeführt. Finanziert über Mittel des DigitalPakts Schule steht die Plattform den Schulen der Freien Hansestadt kostenfrei zur Verfügung. mehr...

Schulranzen mit daran angelehntem Tablet, im Hintergrund eine grübe Kreidetafel.

Niedersachsen: Webshop für Schul-Hardware

[16.04.2026] Niedersachsen hat einen Webshop für die Bestellung digitaler Endgeräte an Schulen freigeschaltet. Das Land stellt dafür bis 2031 rund 800 Millionen Euro bereit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunächst siebte Klassen und Lehrkräfte ausgestattet werden. mehr...

Klassenzimmer-Kulisse: Eine Frau mit langen Locken (Maria Borelli) beugt sich über den Schultisch von zwei Grundschülern, die vor einem Laptop sitzen.

Berlin: Schnelles Internet für alle Schulen

[13.04.2026] In Berlin verfügen alle öffentlichen Schulen nun über schnelles Internet. Möglich wurde das durch ein vom ITDZ koordiniertes landesweites Programm. Mit einer Reform des Schulgesetzes sichert der Senat die weitere digitale Schulentwicklung rechtlich stärker ab. mehr...

auf einem stilisierten Laptop stehen Schultische und -bänke
bericht

Digitale Bildung: Zehn Jahre Smart Schools

[09.04.2026] Seit zehn Jahren würdigt der Smart-School-Wettbewerb Schulen, die digitale Bildung, Infrastruktur und Lehrkräftefortbildung zusammenbringen. Rahmenbedingungen und Schwerpunktthemen sind im Wandel – doch die Digitalisierung im Bildungsbereich geht weiter. mehr...

Pressekonferenz in einer Schule zur Einführung von telli in Thüringen

Thüringen: KI verstehen mit telli

[09.04.2026] Der KI-Chatbot telli steht ab sofort allen Schulen in Thüringen zur Nutzung zur Verfügung. Der Freistaat profitiert dabei von den Erfahrungen anderer Bundesländer und setzt zugleich eigene Schwerpunkte bei der pädagogischen Begleitung. mehr...

Das Lern-Management-System itslearning soll bald für alle baden-württembergischen Schulen verfügbar sein.

Kommunale Spitzenverbände: Digitalpakt 2.0 mit verschobenem Start?

[01.04.2026] Die kommunalen Spitzenverbände kritisieren geplante Änderungen zum Digitalpakt 2.0: Der für 2025 vereinbarte Starttermin soll um ein Jahr verschoben werden. Viele Kommunen haben mit Blick auf die Vereinbarung schon 2025 teure digitale Ausstattung beschafft – und könnten dann ohne Finanzierung dastehen. mehr...

Collage eines jungen Schülers in Schwarz-Weiß, der einen Rucksack und eine Lupe hält, vor einem Notebook-Bildschirm, isoliert auf farbigem Hintergrund.
bericht

Digitales Lernen: Eintauchen in den Lernstoff

[31.03.2026] Der Digitalpakt 2.0 fördert unter anderem die Einführung KI-gestützter, adaptiver Lernsysteme und die Entwicklung digitaler Unterrichtskonzepte. Damit eröffnet sich eine Chance für Schulen, immersive Lernräume einzurichten – ein Konzept, mit dem andere Länder bereits gute Erfahrungen gemacht haben. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem digitalen Monitor versammelt, auf dem der Aachener Konzept-O-Mat präsentiert wird.

Aachen: Automat für Medienkonzepte

[27.03.2026] Die StädteRegion Aachen bietet ihren Schulen ein Online-Tool an, mit dem sie ihre Medienkonzepte schneller und gezielter überarbeiten können. Der sogenannte Konzept-O-Mat erfasst den Ist-Zustand der Schule, zeigt Lücken im jeweiligen Konzept auf und gibt Verbesserungshinweise. mehr...

Aufsicht auf einen Schultisch, man sieht einen Laptop und eine Computermaus, auf der eine Kinderhand ruht.

Hannover: Zwischenbilanz zum Einsatz von Microsoft 365 an Schulen

[18.03.2026] Hannover nutzt Microsoft 365 auch im Bildungsbereich. Die Stadt ist sich des Datenschutzrisikos bewusst, lehnt europäische Open-Source-Alternativen aber ab. Nun sollen bessere Rahmenbedingungen für den Microsoft-Einsatz geschaffen werden – mit Vorbildcharakter für weitere Schulen im Land. mehr...

Stadtrat Nürnberg

Nürnberg: Schul-IT als Daueraufgabe

[16.03.2026] Im Rahmen der IT-Strategie „Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter“ wurden in den vergangenen neun Jahren zahlreiche Erfolge erzielt. Diese hat das Referat für Schule und Sport jetzt in einem umfassenden Bericht zusammengefasst. mehr...

Mehrere Schülerinnen und Schüler arbeiten im Klassenzimmer mit Tablets.

Neuwied: 2,4 Millionen Euro für die Lerninfrastruktur

[13.03.2026] Mit einem Medienentwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2030 stellt Neuwied rund 2,4 Millionen Euro für die digitale Ausstattung und Betreuung städtischer Schulen bereit. Mit den Mitteln soll die Lerninfrastruktur weiter modernisiert und gesichert werden. Auch ein verlässlicher IT-Support ist vorgesehen. mehr...

Eine Person bedient den Touchscreen eines Tablets.

Niedersachsen: telli lehrt KI-Einsatz

[24.02.2026] Schule sollte junge Menschen dazu befähigen, KI kritisch, reflektiert und kompetent zu nutzen. Mit diesem Ziel nimmt jetzt Schul-Chatbot Telli in Niedersachsen seine Arbeit auf. Die datenschutzkonforme Open-Source-Lösung kann sowohl für die Unterrichtsvorbereitung als auch das fächerübergreifende, individuelle Lernen herangezogen werden.  mehr...

Mehrere Schüler sitzen in einem Klassenzimmer, eine Lehrerin unterrichtet sie mit Unterstützung eines Whiteboards.

Digitalpakt 2.0: KISA begleitet Schulen

[23.01.2026] Mit dem Digitalpakt 2.0 geht das Förderprogramm zur Digitalisierung an den Schulen in die Fortsetzung. Der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) unterstützt Schulen und Schulträger mit passgenauer Beratung, Betreuung und erprobter Hardware. mehr...