FachverfahrenDigitales Ordnungsamt

Mit digitalen Lösungen lassen sich Ordnungswidrigkeiten für alle Beteiligten einfacher bearbeiten.
(Bildquelle: sanimaflorapicsstock/123rf.com)
Aufgrund von stetig neuen Anforderungen durch Gesetze sowie aufgrund der Corona-Pandemie stoßen Verwaltungen auch bei der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten an ihre Grenzen. Moderne Software hilft dabei, den manuellen Aufwand durch einen hohen Automatisierungsgrad des Verfahrens zu reduzieren und Verwaltungen zu entlasten.
Bei der Software-Lösung pmOWI der Firma GovConnect wird beispielsweise durch die Online-Anhörung eine medienbruchfreie Kommunikation gewährleistet. Zeugenfragebögen und Anhörungen können von den Betroffenen mithilfe eines persönlichen Zugangscodes online beantwortet werden. Die Sachbearbeitung wird automatisch über eine Wiedervorlage informiert und kann die Daten direkt in den Vorgang übernehmen.
Mit dem Modul Online-Firmenzugang in pmOWI wird registrierten Firmen die Möglichkeit gegeben, die Fahrzeugführer-Anfragen gesammelt zu bearbeiten und online an die Bußgeldstelle zu senden. Zudem sind mit dem Modul Gebührenverfahren Vorgänge rund um eine Kfz-Umsetzung, also eine Abschleppmaßnahme oder Fahrzeugsicherstellung, einfach zu bearbeiten. Der Gesetzgeber hat mit Paragraf 17 im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) zur Höhe der Geldbuße und Paragraf 29a OWiG zur Einziehung des Wertes von Taterträgen Möglichkeiten geschaffen, den wirtschaftlichen Vorteil abzuschöpfen, den jemand mit einer begangenen Ordnungswidrigkeit erzielt hat. Dieser Vorgang kann durch das Modul Einziehung in pmOWI oder die Lösung pmEinziehung von GovConnect hochautomatisiert abgewickelt werden.
Vorlagen in zahlreichen Sprachen
Bei ausländischen Speditionen bietet es sich an, mit Informationsschreiben in der Landessprache ein Bewusstsein für das begangene Vergehen zu schaffen. In pmEinziehung stehen dazu Vorlagen in zahlreichen Sprachen zur Verfügung. Allgemeine Ordnungswidrigkeiten, wie beispielsweise die nicht bestimmungsgemäße Entsorgung von Sperrmüll oder Verstöße gegen Corona-Verordnungen, können ebenfalls in pmOWI bearbeitet und auch mit der pmOWI-App mobil erfasst werden. Dazu steht ein Katalog mit über 800 bundesrechtlichen Tatbeständen und einer Vielzahl von landesrechtlichen Vorschriften zur Verfügung. Bei Bedarf können diese individuell an die örtlichen Vorschriften und Satzungen angepasst und erweitert werden.
Die pmOWI-App erlaubt es, Zuwiderhandlungen intuitiv und schnell über mobile Endgeräte zu erfassen. Um Tippfehler zu vermeiden, können Kfz-Kennzeichen direkt über die App eingescannt werden. Mithilfe einer verschlüsselten und sicheren Übertragung erscheinen die Daten sofort im Innendienst und können von dort zu einem beliebigen Zeitpunkt automatisiert an ein Fachverfahren übergegeben werden. Die App kann sowohl mit pmOWI als auch mit anderen am Markt verfügbaren OWI-Fachverfahren gekoppelt werden. Gemeinden, die aufgrund von verhältnismäßig wenigen Fällen kein Fachverfahren einsetzen, können die App dennoch nutzen.
Parkgebühr mit Mobiltelefon bezahlen
Immer mehr Kommunen bieten zudem das Handy-Parken an. Dabei können Autofahrer auf speziell gekennzeichneten Parkplätzen die Parkgebühr mit ihrem Mobiltelefon bezahlen. Die pmOWI-App bietet Online-Schnittstellen zum mobilen Datenabgleich mit diesen Systemen. Die Verkehrsaufsicht erhält dadurch nach Eingabe des Fahrzeugs sofort Auskunft darüber, ob die Parkgebühr bereits bezahlt wurde, und ob diese Buchung gültig oder abgelaufen ist. Eine zeitaufwendige telefonische Rücksprache mit dem Fachamt, die Nutzung einer externen Anwendung oder die nachträgliche Einstellung erfasster Fälle im Innendienst entfallen somit.
Ergänzend unterstützt ein integriertes Auftrags- und Meldungsmanagement die kommunalen Ordnungs- und Ermittlungsdienste bei der Erfassung, Bearbeitung und Dokumentation von Aufträgen und Meldungen. Die Mitarbeiter können alle Kontrollen und Tätigkeiten protokollieren. Darüber hinaus ist es möglich, in Zeiten einer Pandemie Kontakt-, Ansammlungs- und Zusammenkunfts- sowie Betretungsverbote zu überwachen. Außerdem lassen sich Verstöße vor Ort erfassen und bei der Speicherung automatisch per E-Mail an die zuständige Stelle weiterleiten.
Eine integrierte Terminfunktion bietet Mitarbeitern im Ordnungsdienst die Möglichkeit, Aufgaben und Falldaten auf Wiedervorlage zu legen. Fällige Aufgaben werden auf dem Gerät zur Erinnerung angezeigt. Darüber hinaus kann der Innendienst anfallende Tätigkeiten gezielt Mitarbeitern im Außendienst zur Bearbeitung zuschicken. Auf diese Weise können unter anderem Hotspot-Kontrollen, die Überprüfung von Spielplätzen oder ähnliche Team-Aufgaben von den zuständigen Mitarbeitern entgegengenommen und bearbeitet werden.
Optional Standortdaten ermitteln
Zur Visualisierung von Tat- und Feststellungsorten können optional Standortdaten ermittelt und zusammen mit den erfassten Daten an das Amt übertragen werden. Damit lassen sich bei Bedarf auch schwer zugängliche Orte, zum Beispiel bei Müllablagerung in Waldstücken, in einer Kartenansicht eindeutig lokalisieren. Bei der Polizei werden die GovConnect-Lösungen ebenfalls eingesetzt: Die Bußgeldstelle der Polizei Berlin zählt mit jährlich mehr als vier Millionen Verwarnungs- und Bußgeldfällen bei etwa 300 Mitarbeitern zu den größten Kunden von pmOWI. In Kooperation mit dem städtischen Ordnungsdienst nutzt seit 2019 außerdem die Ortspolizeibehörde Bremerhaven die pmOWI-App, um neben Parken im Halteverbot auch Zuwiderhandlungen wie Rotlichtverstöße, Handy am Steuer oder Fahren ohne Sicherheitsgurt alternativ zum Datenerfassungsbeleg elektronisch zu erfassen.
Um den Bürgern ein durchgängiges E-Government anzubieten, kann auch eine Bezahllösung wie pmPayment an die Lösungen pmOWI, Online-Anhörung, pmEinziehung und pmOWI-App angebunden werden. Zum einen werden der Komfort und die Flexibilität aufseiten des Bürgers erhöht und zum anderen die Voraussetzungen für eine effiziente Verarbeitung aufseiten der Verwaltung geschaffen.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe August 2020 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Kreis Kassel: Medienbruchfrei zur Baugenehmigung
[17.03.2026] Seit März nimmt der Kreis Kassel Bauanträge nur noch online entgegen. Somit läuft das gesamte Baugenehmigungsverfahren vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll. mehr...
Advertorial: Digitale Transformation braucht Struktur – und konkrete Lösungen
[05.03.2026] Auf dem GovTech-Gipfel Berlin 2026 wurde deutlich: Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung braucht mehr als Strategiepapiere – sie braucht sofort umsetzbare Lösungen. In der Masterclass von Christopher Bock zeigte sich, wie skalierbare Fachverfahren wie raum]für[raum bereits heute Effizienz, Transparenz und Struktur in hybride Arbeitsmodelle bringen. Der klare Tenor des Gipfels: Jetzt handeln – nicht später. mehr...
Wolfsburg: SAP für Finanz- und Personalprozesse
[05.03.2026] In Wolfsburg wird die bisherige Software zur Steuerung von Finanz- und Personalprozessen durch ein neues ERP-System (Enterprise Resource Planning) abgelöst. Zum Einsatz kommen die Lösungen SAP S/4HANA für das Finanzwesen sowie das Personalmanagement- und Abrechnungssystem SAP SuccessFactors. mehr...
München: Open Source für die Schöffenwahl
[04.03.2026] Einen weiteren Schritt hin zu einer modernen Justizverwaltung macht die Stadt München. Die Einführung der Open-Source-Anwendung Ehrenamtjustiz soll für effizientere Abläufe bei der Auswahl von Schöffen und ehrenamtlichen Richtern sorgen. mehr...
Advertorial: Low Code vereinfacht interkommunale Zusammenarbeit
[19.02.2026] Digitale Fachverfahren müssen heute schneller, flexibler und wirtschaftlicher entstehen – doch klassische Entwicklungsprozesse bremsen viele Verwaltungen aus. Die Low-Code-Anwendung OutSystems verschafft Abhilfe. mehr...
Bayern: Digitale Bauleitplanung flächendeckend
[17.02.2026] Die digitale Bauleitplanungs- und Beteiligungsplattform DiPlanung ist in Bayern landesweit verfügbar. Informations- und Schulungsangebote erleichtern Kommunen den Einstieg. Ein Förderprogramm unterstützt sie zudem dabei, Planungen im Standard XPlanung umzusetzen. mehr...
Kiel: Digitales Verfahren zur Geburtsanzeige
[12.02.2026] Die in Kiel realisierte elektronische Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Kliniken und Hebammen sparen Zeit und vermeiden doppelte Eingaben, die Eltern bekommen Urkunden automatisch zugeschickt und Mitarbeitende des Standesamts können Anzeigen schneller prüfen und bearbeiten. mehr...
Rostock: Pilot für digitalen Bauantrag
[11.02.2026] Schluss mit Papierakten und Postwegen: Rostock startet als Pilotkommune den Digitalen Bauantrag in Mecklenburg-Vorpommern – ein organisatorisch und technisch anspruchsvolles Großprojekt. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Fischereischein auf dem Smartphone
[10.02.2026] In Nordrhein-Westfalen können Fischereischeine ab Juli dieses Jahres auch online beantragt werden – und werden außerdem im neuen Scheckkartenformat und als elektronische Zertifikate auf dem Smartphone ausgegeben. mehr...
Praxis-Webinar: Digitale Entlastung für Jobcenter
[09.02.2026] Typische Herausforderungen im Jobcenter-Alltag und wie diese mit der Einführung einer digitalen Lösung zur Besuchersteuerung gemeistert werden können, stehen im Fokus eines Online-Webinars von SMART CJM gemeinsam mit dem Jobcenter des Landkreises Esslingen. mehr...
Kita-Lösungen: Neue Anwender für Little Bird
[05.02.2026] Das Unternehmen Little Bird hat zum Jahresauftakt zehn neue Kunden gewonnen: von Bautzen in Sachsen bis Lindau am Bodensee in Bayern ist der digitale Neustart in der Kinderbetreuung in vollem Gange. mehr...
Nordrhein-Westfalen: BAföG-Fachverfahren fürs ganze Land
[02.02.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup. mehr...
Darmstadt: Fahrerlaubnisbehörde nimmt Fahrt auf
[02.02.2026] Mit neuen Strukturen und digitalen Angeboten konnte die Fahrerlaubnisbehörde in Darmstadt ihre Servicequalität erhöhen. Mehrere Onlineanträge, die vorherige Terminvereinbarung für den Behördenbesuch und eine digitale Schnittstelle zum TÜV-Hessen straffen dort nun die Abläufe. mehr...
VG Polling: Biometric Go ergänzt PointID
[26.01.2026] In Polling können biometrische Passbilder direkt auf dem Amt erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft bietet dafür die PointID-Geräte der Bundesdruckerei an. Um Babys und Kleinkinder ablichten zu können, greift sie auf die mobile Fotolösung Biometric Go zurück. Beide Aufnahmegeräte überstellen die Bilder direkt ins Fachverfahren des Einwohnermeldeamts. mehr...
AKDB: adebisKITA als Cloud-Version
[26.01.2026] Als Cloud-Version soll die Software adebisKITA noch besser bei der Verwaltung von Kindertagesstätten unterstützen. Eine intuitive Bedienbarkeit und zeitgemäße Visualisierung sollen dazu ebenso beitragen wie die grundlegend neu gedachten Prozesse in der webbasierten Version. mehr...






















