Mittwoch, 10. Juni 2026

Baden-WürttembergDigitalisierung und Heimat

[08.10.2019] Digitalisierung braucht Heimat und Heimat braucht Digitalisierung – unter diesem Gedanken steht das baden-württembergische Modellprojekt Digitalisierung und Heimat. Vom Land gefördert werden sich neun Kommunen dem Heimatgefühl ihrer Bürger widmen, wobei digitale Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen.

In Baden-Württemberg ist der Startschuss für das Projekt Digitalisierung und Heimat gefallen. Wie der Gemeindetag Baden-Württemberg mitteilt, werden sich in diesem Rahmen neun Städte und Gemeinden in den kommenden zwei Jahren der Stärkung des Heimatgefühls ihrer Bürger widmen: Amtzell, Bräunlingen, Empfingen, Hohentengen, Igersheim, Leutenbach, Schlier, Zimmern ob Rottweil und der Gemeindeverwaltungsverband Limpurger Land bestehend aus den Kommunen Gaildorf, Fichtenberg, Oberrot, Sulzbach-Laufen und Gschwend.
Digitale Maßnahmen werden in dem Modellvorhaben eine zentrale Rolle spielen, kündigt der Gemeindetag an. Das Projekt soll in zwei Phasen umgesetzt werden. In Phase eins sollen Bürger, Verwaltungsmitarbeiter sowie lokale Unternehmen befragt werden mit dem Ziel, die identitätsgebenden Besonderheiten der einzelnen Gemeinden herauszuarbeiten. Aufbauend auf den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung sollen in einer zweiten Phase konkrete, insbesondere digitale Maßnahmen zur Sichtbarmachung der Identität vor Ort umgesetzt werden. Die digitalmediale Umsetzung könne beispielsweise über die gemeindliche Website, eine Bürger-App oder Social-Media-Kanäle erfolgen.
„Es gibt bereits viele nützliche digitale Anwendungen, die den Alltag der Menschen vor Ort erleichtern“, sagt Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg. „Akzeptanz dafür werden wir aber nur erhalten, wenn die Menschen diese digitalen Lösungen auch innerlich annehmen. Für uns war deshalb klar, dass wir ein Modellprojekt anstoßen müssen, das die Identifikation mit der Gemeinde und der örtlichen Gemeinschaft stärkt. Nur wer in seiner analogen Heimat einen sicheren Hafen findet, wird die Potenziale der digitalen und gefühlt oft unsicheren Welt voll ausschöpfen.“
Wie der Gemeindetag Baden-Württemberg weiter mitteilt, fördert das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration das Projekt im Zuge seiner Digitalisierungsstrategie digital@bw (wir berichteten) mit einer Million Euro. Das Modellvorhaben werde vom Gemeindetag Baden-Württemberg in Kooperation mit Professor Klaus Koziol unter dem Dach der Zukunftsinitiative Städte und Gemeinden 4.0 – Future communities durchgeführt. Klaus Koziol ist Professor für Social Marketing an der Katholischen Hochschule Freiburg und Urheber des Projekts. Er übernehme die wissenschaftliche Begleitung für den gesamten Umsetzungszeitraum, teilt der Gemeindetag mit.





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