Montag, 26. Oktober 2026

StudieEffizienzoffensive im Public Sector

[30.07.2018] Verwaltungen stehen vor finanziellen, strukturellen und demografischen Herausforderungen. Um ihnen zu begegnen, setzt die Mehrheit auf die IT-Konsolidierung, die Bündelung von IT-Maßnahmen oder eine stärkere Automatisierung. Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenkompass Public Services 2018 von Sopra Steria Consulting.
IT-Konsolidierung oder Automatisierung sorgen für mehr Effizienz im Public Sector.

IT-Konsolidierung oder Automatisierung sorgen für mehr Effizienz im Public Sector.

(Bildquelle: Olivier Le Moal – Fotolia.com)

Sechs von zehn Entscheidern der öffentlichen Verwaltung halten knappe Finanzen für die zentrale Herausforderung der kommenden zwei Jahre. Das ist ein Ergebnis des Branchenkompasses Public Services 2018 von Sopra Steria Consulting (wir berichteten). Knappe Budgets bremsen demnach Investitionen in drängende Infrastrukturvorhaben. Gerade in strukturschwachen Regionen konkurrieren dabei hohe Sozialausgaben mit den eigentlich notwendigen Investitionen. Aber auch der demografische Wandel erschwere die Initiierung entsprechender Vorhaben. 72 Prozent der Verwaltungsentscheider sehen sich laut der Studie daher erheblichen Belastungen ausgesetzt.

Mehr Effizienz in den Abläufen

„Für die Verwaltungen geht es nun darum zu verhindern, dass die zwingend erforderlichen Digital-Government-Leistungen zu teuer werden“, sagt Ronald de Jonge, Leiter Management Consulting für die öffentlichen Verwaltung bei Sopra Steria Consulting. „Die Herausforderung besteht daher vor allem darin, mehr zu leisten aber gleichzeitig weniger zu verbrauchen.“ Um die finanziellen, strukturellen und demografischen Herausforderungen zu meistern, setzt die Mehrheit der Verwaltungen auf Um- und Neustrukturierungen für mehr Effizienz in den Abläufen, berichtet Sopra Steria Consulting. Am häufigsten ist laut dem Unternehmen das Zusammenführen von IT-Fachverfahren geplant. Ziel sei es, technische Komponenten wie E-Akte, Formulardruck und Gebührenkasse für verschiedene Verfahren wie Melde- und Passwesen, Führerscheinwesen und Fundbüro nur einmal einrichten zu müssen. Die Verwaltungen investieren dafür in vorbereitende Maßnahmen. Relevante IT-Fachverfahren sollen so künftig eine zentrale Datenhaltung nutzen können. 78 Prozent der für den Branchenkompass Befragten planen dementsprechende Maßnahmen zur IT-Konsolidierung und zur Bündelung von IT-Leistungen.

Automatisierung dank neuer Technologien

70 Prozent der Entscheider wollen in den kommenden Jahren verstärkt Abläufe automatisieren – auch mithilfe neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz (14 Prozent). Automatisierungsprojekte sehen vor allem größere Verwaltungsbehörden ab 100.000 Einwohnern vor, berichtet Sopra Steria Consulting weiter. Dass zwei von drei befragten Verwaltungsentscheidern zur Effizienzsteigerung auf die Angebote öffentlicher Dienstleistungszentren zurückgreifen, ist ein weiteres Ergebnis des Branchenkompasses. Gut die Hälfte suche bei den Effizienzmaßnahmen Unterstützung durch private Dienstleister. Im Vergleich zu früheren Befragungen ist laut Sopra Steria Consulting die Zahl der Verwaltungen, die mit privaten Unternehmen zusammenarbeiten wollen, gestiegen. Direkte Kürzungen bei den Leistungen stehen nur vereinzelt auf dem Plan der öffentlichen Verwaltung. 19 Prozent wollen demnach Zuschüsse oder freiwillige Leistungen zurückfahren, allgemeine Einsparungen nach dem Rasenmäherprinzip sehen 14 Prozent als notwendige Maßnahme. Einsparungen dieser Art planen vor allem Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern, so das Umfrageergebnis.





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