Mittwoch, 18. März 2026

Bayern / BremenEinheitliches Unternehmenskonto

[10.02.2020] Ein einheitliches Unternehmenskonto auf Basis der ELSTER-Technologie rückt in greifbare Nähe. Zu verdanken ist dies der Zusammenarbeit von Bremen und Bayern. Sie werden im IT-Planungsrat beauftragt, das Konto für alle Bundesländer auszurollen. Erste Pilotverfahren sollen noch 2020 starten.
Bayern / Bremen: Länderübergreifende Zusammenarbeit für einheitliches Unternehmenskonto.

Bayern / Bremen: Länderübergreifende Zusammenarbeit für einheitliches Unternehmenskonto.

v.l.: Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales; Hans-Henning Lühr, Bremens Finanzstaatsrat

(Bildquelle: Pressereferat, Der Bremer Senator für Finanzen)

Bayern und Bremen haben den Weg zu einem einheitlichen Unternehmenskonto beschleunigt. Laut einer Pressemitteilung der beiden Länder kann durch die in Bayern entwickelte ELSTER-Technologie bundesweit zügig ein zentrales Online-Portal mit einem einheitlichen Konto für alle Unternehmen angeboten werden, worüber beispielsweise die Kfz-Anmeldungen oder die Beantragung von Gesundheitszeugnissen erfolgen kann. An die seit Jahrzehnten in der Steuer bewährte, praxistaugliche Lösung seien bereits alle Unternehmen angebunden. Im IT-Planungsrat würden Bayern und Bremen jetzt beauftragt, das digitale Unternehmenskonto für alle Bundesländer auszurollen. Der Freistaat schaffe die technischen und praktischen Voraussetzungen für die Umsetzung auf ELSTER-Basis und die Freie Hansestadt prüfe die Module Funktionspostfach und Autorisierung im Unternehmen als weitere mögliche Komfortfunktionen für das Unternehmenskonto.
Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach sagt: „Der Gordische Knoten ist durchschlagen. Als Quasi-Digitalbeauftragte unserer Länder haben wir gemeinsam mit dem Bund einen breit getragenen Konsens erreicht und senden ein klares Signal an unsere Unternehmen. Wir wollen den schnellen Wechsel von der analogen Amtsstube zu einem digitalen Servicestaat.“ Bremens Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr ergänzt: „Erstmals in der Geschichte der Digitalisierung haben wir eine technologische Zusammenarbeit zwischen der Steuer- und der Allgemeinen Verwaltung erreicht. Grundlage hierfür ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bremen und Bayern. Der große Vorteil dieser Lösung ist das Prinzip ihrer verschiedenen Bausteine. Ein zentraler Baustein, auf dessen Nutzung sich bereits alle Mitglieder des IT-Planungsrats verständigt haben, ist die Nutzung der ELSTER-ID zur Authentisierung der Unternehmen. Die weiteren Bausteine können je nach Ausgangssituation in den Ländern und damit mit einer hohen Investitionssicherung zusammengestellt werden. Nach aktuellen Schätzungen werden wir die ersten Funktionen spätestens 2021 bereitstellen können, um dann in weiteren Schritten bis 2022 ein ausgerolltes bundesweit einheitliches Unternehmenskonto im Einsatz zu haben.“
Wie der Pressemeldung weiter zu entnehmen ist, wird das neue Unternehmenskonto modular aufgebaut. Für jedes Unternehmen könnten bis zu 200 Konten für Firmenmitarbeiter eingerichtet werden. Es ermögliche die Kommunikation zwischen Unternehmen und Behörden in beide Richtungen – sowohl in Form von Bescheiden als auch durch Anträge. Steuerformulare seien ebenso enthalten wie Maschinenschnittstellen für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Mit dem digitalen Unternehmenskonto rücke auch der Single Point of Contact für Unternehmen näher. Diesen sollen sich die Unternehmen flexibel definieren können. Bei Bund und Ländern vorhandene Lösungen könnten daher in verschiedener Form an eine ELSTER-Lösung angeschlossen werden, etwa durch Schnittstellen zwischen ELSTER und Fachverfahren, Verlinkungen von ELSTER in ein Landesportal oder die Integration der ELSTER-Schnittstelle in ein vorhandenes Landeskonto.
Erste Pilotverfahren sollen laut der Pressemitteilung von Bayern und Bremen bereits 2020 starten, 2021 sollen dann wichtige Funktionen, wie die Authentifizierung und die Organisationszertifikate bereitstehen.





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