GeraErste Smart-City-Projekte auf dem Weg

Gera: Projekt SMARTCity wird greifbar.
(Bildquelle: Stadt Gera)
Der Geraer Stadtrat hat den Beschluss für den Strategieentwurf des Projekts SMARTCity Gera gefasst. Oberbürgermeister Julian Vonarb zeigt sich erfreut: „Mit diesem Stadtratsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein für das SMARTCity-Projekt geschafft. Auf Grundlage dieser offiziellen Freigabe werden bis 2026 die verabschiedeten Maßnahmen und Projekte realisiert. Wir können also loslegen.“
Seit 2019 wird die Stadt Gera als Modellkommune Smart City vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) mit 7,5 Millionen Euro gefördert. Nach einer vorwiegend strategischen Phase, in der in enger Kooperation mit der lokalen und regionalen Wirtschaft sowie der Bürgergesellschaft Ideen gesammelt und Maßnahmen für digitale Transformation entwickelt wurden, sind nun erste Ergebnisse aus so genannten Pilotprojekten für die Bürgerinnen und Bürger Geras sichtbar. Dies teilte die Stadt nun in einer Pressemeldung mit. Ziel sei es, die Kommune nachhaltig zu gestalten und dabei auf moderne Technologien zu setzen. Begleitet worden sei die Strategiephase von 14 Pilotprojekten, welche die Verbesserung der Lebensqualität im privaten und öffentlichen Raum ins Auge fassen. „Auf diesen Moment haben wir gewartet: SMARTCity wird endlich greifbar und rückt damit näher an die Bürgerinnen und Bürger heran“, zeigt sich Oberbürgermeister Julian Vonarb optimistisch in Bezug auf das bereits Erreichte und die weitere Umsetzung. „Denn – und davon bin ich überzeugt – der konkrete Nutzen wird für jeden Einzelnen in der Stadt spürbar sein. Die Mischung der Projekte ist richtig gut. Gera kann nur gewinnen.“
Märchen via QR-Code
Erste Ergebnisse des gegenwärtig wohl für alle Bürgerinnen und Bürger „greifbarsten“ Teilprojekts sind aktuell in der vorweihnachtlich geschmückten Geraer Innenstadt zu erleben, heißt es im Pressetext weiter. Im Rahmen des Pilotprojekts „Stadtleitsystem“ seien fünf saisonal aufgestellte Märchenfiguren mit QR-Codes versehen worden, über die sich zuvor eingesprochene Kurzmärchen aufrufen ließen. Genutzt worden sei dieses Angebot in den ersten zehn Tagen bereits weit über 1.000 Mal. Ferner seien an acht Standorten in der Stadt – darunter das Rathaus, der Hauptbahnhof und das Stadtteilbüro Lusan – dauerhafte QR-Codes angebracht worden, um wissenswerte Informationen über das jeweilige Objekt zugänglich zu machen. Ein weiterer Ausbau, auch zur Erschließung von touristischem Potenzial, sei im Rahmen der 2022 startenden Umsetzungsphase vorgesehen.
Smarte Infrastruktur
Laut der Stadt wird sich aber auch im Bereich Infrastruktur einiges tun. Hinter dem Südbahnhof sollen in den kommenden Wochen insgesamt 20 Solarleuchten installiert werden, die selbstständig aufhellen, sofern entsprechende Sensoren Bewegung wahrnehmen. Umgekehrt würden im Park der Jugend sieben konventionelle Lichtspender durch smarte Straßenbeleuchtung ersetzt, die vermittels LED-Technologie und integrierter Lichtsteuerungstechnik bei Überschreiten eines bestimmten Lärmpegels automatisch von einem energiesparenden gedämmten Licht auf absolute Helligkeit hochfährt. Ferner habe man im Rahmen des Pilotprojekts „Smarte Stadtbeleuchtung“ fünf Solarbänke mit Ambientebeleuchtung und Lademöglichkeiten für Handys, Anschlüssen für Laptops und Sensoren zum Messen von Geodaten beschafft, die in den kommenden Wochen installiert würden. Dank eines weiteren SMARTCity-Pilotprojekts sollen Nutzerinnen und Nutzer des beliebten Hofwiesenbads dessen Auslastung nach der Wiedereröffnung auf der städtischen Website in Echtzeit abrufen können, um ihren Besuch besser planen zu können.
Open-Data-Portal mit Echtzeitinformationen
Über diese eher lokalen Maßnahmen hinaus führt die Stadt Gera andere, komplexere Pilotierungen durch. So sei nun eine öffentliche urbane Plattform eingerichtet worden, die dem Bedarf an unterschiedlichsten Geodaten der Stadt gerecht werde. Bei diesem noch im Aufbau befindlichen, aber bereits zentral zugänglichen Open-Data-Portal für Bürgerinnen und Bürger würden über Echtzeit-Sensoren Daten gesammelt, strukturiert und anwenderfreundlich visualisiert. Begonnen werde neben der Darstellung der einzelnen SMARTCity-Projekte mit Informationen zu den Pegeldaten der Weißen Elster oder Angaben zu Feinstaub, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch die Auslastung einzelner Weißglascontainer werde in diesem „Smart City Cockpit“ visualisiert, da auch die Müllentsorgung künftig durch Leerungs- und Routenoptimierungen ressourceneffizienter werden soll. Weitere Pilotprojekte beschäftigten sich mit Machbarkeits- oder Konzeptstudien oder vorbereitenden Aktivitäten wie einer Institutsgründung.
Um keine Erwartungen zu enttäuschen, unterstreichen die Verantwortlichen umsichtig den Experimentalcharakter dieser Projekte. „Die Maßnahmen, die jetzt in die Pilotierung gehen, sind weit gefächert und tangieren viele Bereiche des täglichen Lebens in unserer Stadt“, sagt Rico Trost, Leiter des Amtes für Zentrale Steuerung, in dem das Thema SMARTCity verankert ist. „Wir laden alle Geraerinnen und Geraer ein, diese Maßnahmen in den kommenden Wochen und Monaten zu testen und sich ein eigenes Bild der smarten Lösungen zu machen. Dennoch möchte ich darauf hinweisen: Wir stehen erst am Anfang konkreter Umsetzungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass uns diese Pilotprojekte die wichtigen Möglichkeiten geben, Technologien und einzelne Ideen zu erproben und diese im direkten Lebensumfeld der Geraer Bevölkerung zu testen.“
Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Gleichwohl herrscht bei der Stadt Optimismus vor: So die Piloten funktionieren und gut angenommen werden, könnten die Projekte ausgeweitet und flächendeckend angewendet werden. „Der Weg bis hierin war nicht immer einfach und durchaus kräftezehrend, weil es um das wichtigste Gut in unserer Stadt geht – die Lebensqualität und den Wohlfühlfaktor aller Bürgerinnen und Bürger“, bilanziert Oberbürgermeister Vonarb. „Nachhaltige Stadtentwicklung gelingt nur als Gemeinschaftsaufgabe. Daher danke ich allen Mitstreitenden, egal ob aus der Bürgerschaft oder meiner Verwaltung. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren mit dem nun geschaffenen Fundament unsere Stadt noch lebenswerter und im besten Sinne smarter und damit zukunftsfester machen.“
Das Smart City Cockpit der Stadt Gera finden Sie hier.
https://unser.gera.de/projekte/smartcity
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