BraunschweigGlasfasernetz wächst

Braunschweig erhält flächendeckend glasfaserschnelles Internet.
(Bildquelle: panoramarx / 123rf.com)
Sukzessive erhält die Stadt Braunschweig flächendeckend schnelles Internet. Über den Sachstand der eigenwirtschaftlichen und geförderten Glasfasererschließung berichtet jetzt das Wirtschaftsdezernat der niedersächsischen Kommune. Zahlreiche Projekte werden demnach in den kommenden Jahren zum Abschluss kommen. Dazu habe die städtische Breitband-Koordinierung beigetragen, die mit den Stellen der Stadtverwaltung zum Genehmigungsmanagement sowie der Bauaufsichten im regelmäßigen Austausch zu Telekommunikationsunternehmen und -dienstleistern stehe. „So konnten bereits millionenschwere eigenwirtschaftliche Investitionen der TK-Netzdienstleister in die Glasfaserinfrastruktur in Braunschweig umgesetzt werden“, sagt Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. Dabei gelte es, zwischen den vielfältigen und teilweise gegensätzlichen Interessen – zügiger und kostengünstiger Glasfaserausbau einerseits und Einhaltung kommunaler Vorgaben wie Infrastrukturerhalt und Baumschutz andererseits – zu vermitteln und den Ausbau eng zu begleiten.
Gewerbegebiete haben Anschluss
Vor dem Abschluss stehen laut dem Braunschweiger Bericht beispielsweise die Gewerbegebietserschließungen durch BS Energy. Das Unternehmen habe dann seit dem Jahr 2018 in über 25 Gewerbegebieten und etlichen Einzellagen circa 1.500 Unternehmen einen Netzanschluss ermöglicht. In den Folgejahren sollen Nachverdichtungen sowie weitere Einzelanschlüsse vorgenommen werden. Grundsätzlich sind laut Wirtschaftsdezernat alle Braunschweiger Gewerbegebiete bis auf Einzel- oder Insellagen erschlossen. Seit 2015 habe BS Energy außerdem circa 15 größere und kleinere Neubaugebiete erschlossen und dadurch rund 3.000 Haushalten einen Zugang zum Glasfasernetz ermöglicht. Auch in den kommenden Jahren werde BS Energy weitere Erschließungen umsetzen.
Glasfaser für zehntausende Haushalte
Ebenfalls stehen die meisten für 2021 vorgesehenen Ausbauvorhaben der Deutschen Telekom in Braunschweig vor dem Abschluss. Dies betreffe Projekte im östlichen Ringgebiet, im nördlichen Bereich des westlichen Ringgebiets und im Stadtteil Ölper. In Zahlen seien dies rund 30.000 Haushalte oder rund 90 Tiefbautrassenkilometer. Anschließend werden in den Gebieten noch vereinzelte Nacharbeiten und insbesondere Hausanschlüsse, etwa Kopflöcher auf dem Gehweg, auszuführen sein. Im Jahr 2022 plane das Unternehmen weitere circa 30.000 Haushalte im Stadtteil Rüningen, im südlichen Teil des westlichen Ringgebiets, in Viewegs Garten, im Bebelhof und in Teilen der Innenstadt innerhalb der Okerumflut mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Für die Folgejahre seien nach aktuellem Kenntnisstand der Verwaltung weitere Ausbauten in vergleichbaren Dimensionen vorgesehen. Auch werde die Deutsche Telekom durch einen Kooperationspartner in weiteren Braunschweiger Stadtteilen voraussichtlich bis zum Jahresende 2022 etwa 15.200 zusätzliche Haushalten den Zugang zum Glasfasernetz ermöglichen. Nähere Informationen hierzu sollen kurzfristig durch das Unternehmen kommuniziert werden.
Tiefbauarbeiten im Stadtteil Lamme
Tiefbauarbeiten hat des Weiteren die Deutsche Glasfaser gestartet. Wie das Wirtschaftsdezernat mitteilt, ist die im zweiten Quartal 2021 gestartete Nachfragebündelung (Vorvermarktung) im Stadtteil Lamme positiv verlaufen, weshalb das Unternehmen im November die Aufstellung des Hauptverteilers in Angriff genommen habe. Daran anschließend erfolgen Leitungsverlegungsarbeiten in den Haupt- und Nebenstraßen. Nach Angaben des TK-Netzdienstleisters werden circa 25 Leitungskilometer verlegt, was rund 1.600 erschließbare Gebäude betrifft. Die Arbeiten sowie Inbetriebnahmen sollen im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Das Unternehmen beabsichtige außer dem Stadtteil Lamme weitere Stadtteile zu erschließen. Hierzu stehe die Braunschweiger Verwaltung mit der Deutschen Glasfaser in Verhandlung über einen langfristigen Kooperationsvertrag.
Geförderter Ausbau geplant
Ergänzend zum eigenwirtschaftlichen Ausbau ist für Braunschweig erstmals ein geförderter Glasfaserausbau vorgesehen. Laut Bericht wurden in einem vorgeschalteten Markterkundungsverfahren rund 625 förderfähige Adressen im Stadtgebiet, davon 395 Gewerbe- und 225 Wohnadressen sowie drei Schulen, identifiziert. Für den Ausbau seien aufgrund von Durchschnittswerten je Hausanschluss seitens der Fördermittelgeber Gesamtkosten in Höhe von rund 4,64 Millionen Euro kalkuliert. Die Stadt erhalte zum einen Fördergelder seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über bis zu 2,32 Millionen Euro. Zum anderen erhalte Braunschweig aus dem Sondervermögen Digitalisierung des Landes Niedersachsens weitere Kofinanzierungsmittel in Höhe von bis zu 1,16 Millionen Euro. Den verbleibenden kommunalen Anteil von 25 Prozent müsse die Stadt selbst aufbringen. Im weiteren Verlauf der bereits erfolgten EU-weiten Konzessionsausschreibung mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb werde zeitnah mit Eingang der Erstangebote gerechnet. Vertragsverhandlungen und weitere Verfahrensschritte folgen voraussichtlich im ersten und zweiten Quartal 2022. Abhängig vom weiteren Vergabeverfahren werde ein Projektstart 2022 angestrebt.
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