Freitag, 17. April 2026

InterviewGrundlegender Wandel im Web

[09.02.2016] Der CMS-Anbieter Advantic Systemhaus hat sich auf den kommunalen Markt spezialisiert. Geschäftsführerin Katrin Wiese-Dohse spricht im Kommune21-Interview über das Erfolgsrezept, die Entwicklung kommunaler Websites und den Schub durch mobile Internet-Nutzung.
Katrin Wiese-Dohse ist Geschäftsführerin beim CMS-Anbieter Advantic Systemhaus.

Katrin Wiese-Dohse ist Geschäftsführerin beim CMS-Anbieter Advantic Systemhaus.

(Bildquelle: Advantic GmbH)

Frau Wiese-Dohse, seit über 15 Jahren ist Advantic Systemhaus mit dem Content-Management-System iKISS am Markt. Auch der erste Kunde, die Stadt Ratzeburg, ist Ihnen in der Zeit treu geblieben. Wie würden Sie das Erfolgsrezept Ihres Unternehmens beschreiben?

In erster Linie haben wir ein gutes Produkt, welches wir von Anbeginn konsequent auf Kommunen und ihre Einrichtungen ausgerichtet und gemeinsam mit ihnen weiterentwickelt haben. Darüber hinaus zeichnet uns eine sehr persönliche Beziehung zu unseren Kunden aus. Jeder einzelne davon wird von festen Ansprechpartnern betreut und auch mal über Inter- und Intranet-Themen hinaus beraten. Natürlich ganz persönlich vor Ort, auf unseren regionalen Anwendertreffen und Messen oder telefonisch. Das funktioniert natürlich nur mit gutem Personal. In unserer familiären Arbeitsatmosphäre ohne Hierarchien arbeiten 26 gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ganz viel persönlichem Engagement.

Wie haben sich das Design und die zugrunde liegende Technik kommunaler Internet-Auftritte seit den Anfängen von Advantic verändert?

Das Design und die zugrunde liegende Technik haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Große, emotional bindende Bilder in entsprechend hoher Qualität können problemlos verwendet werden. Slider, Toggler, Themenboxen, Mouse-Over-, Highslide-, Parallax- und Swipe-Effekte sind, wohl dosiert, aus einem guten Gesamtkonzept nicht mehr weg zu denken. Dabei ist es auch für die Redakteure denkbar einfach geworden. Texte, Adressen, Dienstleistungen oder Veranstaltungen werden direkt auf der Web-Seite eingepflegt oder bearbeitet, Bilder, Dokumente und Filme kommen einfach per Drag and Drop hinzu.

Was bietet die aktuelle Version von iKISS?

Die momentan erhältliche Version iKISS 6.2 bietet eine völlig neue Bildbearbeitung, sodass die Redakteure nicht mehr auf externe Tools zurückgreifen müssen. Darüber hinaus gehen wir gerade den Schritt in Richtung Bürgerportal: Echtes E-Government wurde bislang nur von ganz wenigen Kommunen und das auch nur für vereinzelte Dienstleistungen angeboten. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Gemeinsam mit unserem Partner Form-Solutions können wir heute, nahtlos integriert in den Internet-Auftritt der jeweiligen Kommune und somit auch bequem mit mobilen Endgeräten bedienbar, Online-Formulare zur Beantragung und Abwicklung nahezu aller Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Diese sind auch an Bezahlverfahren, entsprechende Fachverfahren und das kommunale Finanzwesen anbindbar. Die Nutzung dessen wird allen Bürgern gleichermaßen ermöglicht: mit oder ohne den elektronischen Personalausweis. Bei Dienstleistungen mit entsprechend hohen Fallzahlen wird sich dieser Service schnell bezahlt machen. Ganz aktuell stehen wir übrigens kurz vor der Veröffentlichung der Version 6.3. Die neuen Features werden wir bald nennen.

Immer mehr Bürger nutzen das Internet mit mobilen Geräten. Wie reagieren die Anbieter kommunaler Portallösungen darauf?

Die mobilen Endgeräte brachten den letzten großen technischen und grafischen Anschub. Seit 2013 setzen wir responsive Designs um. Heute ist diese Thematik Standard bei unseren kommunalen Kunden und neue Projekte werden ausschließlich mit responsive Web-Design umgesetzt. Für Kommunen ohne finanziellen Spielraum oder entsprechende Planungen für einen Relaunch bieten wir mit jedem neuen iKISS ein kostenloses responsives Standarddesign. Durch eigene Logos oder Wappen, Bilder, Themenboxen, Schriften und Farben kann auch hier ein hohes Maß an Individualität erzeugt werden. Das nutzten im vergangenen Jahr zahlreiche Kunden. Insbesondere wurden Web-Seiten für kommunale Einrichtungen und Projekte sowie Willkommens- und Informationsplattformen für Flüchtlinge von unseren Kunden mit dem kostenfreien responsiven Standarddesign erstellt.

„Kommunen werden sich künftig noch service-orientierter und individueller im Web präsentieren.“
Dem Lagebericht des BSI zur IT-Sicherheit in Deutschland ist zu entnehmen, dass auch Behörden verstärkt Cyber-Angriffen ausgesetzt sind. Was kann ein Anbieter wie Advantic tun, um die kommunalen Websites abzusichern?

Wir haben dem Thema Sicherheit schon immer eine hohe Priorität eingeräumt. Unsere Kundensysteme werden in zertifizierten Rechenzentren gehostet. Auch gehen wir aktiv auf unsere Kunden zu und sensibilisieren sie. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise die Aktion ´Mehr Sicherheit für alle` gestartet. Alle Kunden konnten ein SSL-Zertifikat für eine Domain ein Jahr kostenlos bei uns beantragen. Davon wurde rege Gebrauch gemacht.

Sie bezeichnen das CMS iKISS als Fundament für E-Government. Wie ist das zu verstehen?

Das Content-Management-System iKISS verwaltet Inhalte. Woher diese Inhalte kommen, spielt dabei keine Rolle. Schnittstellen und Beteiligungsmöglichkeiten Externer vernetzen nicht nur Systeme und Prozesse, sondern auch Bürger und Verwaltung. Unsere Kunden binden verschiedenste Verfahren und Systeme an ihre Inter- oder Intranet-Systeme auf Basis von iKISS an und machen sich damit auf den Weg in Richtung E-Government.

Wohin geht der Trend bei Websites der öffentlichen Verwaltung – und was können Ihre Kunden in Zukunft erwarten?

Aktuell werden häufig Mängelmelder, Terminbuchung, Open Data, Online-Abwicklung von Dienstleistungen, Ressourcenverwaltung, Bürgerbeteiligungs- und Bezahlfunktionen nachgefragt. Die Trends werden aber auch immer von ganz aktuellen Ereignissen, technischen Möglichkeiten und natürlich der Gesetzgebung mitbestimmt. Deswegen können wir heute gar nicht so genau sagen, welche Themen vielleicht schon in einem halben Jahr aktuell sein werden. Wir rechnen aber damit, dass kommunale Verwaltungen sich noch service-orientierter und individueller im Web präsentieren werden.

Interview: Alexander Schaeff




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