Sonntag, 12. April 2026

Kreis Weilheim-SchongauKI optimiert Bürgerservice

[01.10.2025] Ein digitaler Assistent gestaltet den Bürgerservice des Landratsamts Weilheim-Schongau effizienter, zugänglicher und hochwertiger. Bevor die Künstliche Intelligenz ihre Arbeit aufnehmen konnte, waren zunächst technische und organisatorische Anpassungen nötig.
Ein Mann schaut in ein Smartphone, auf dem Informationen aus der Verwaltung zu sehen sind.

Der digitale Assistent beantwortet Bürgeranfragen rund um die Uhr.

(Bildquelle: Frontnow)

Effizienz, Flexibilität und moderne digitale Services – das erwarten die Bürgerinnen und Bürger heute von der öffent­lichen Verwaltung. Insbesondere im Bürgerservice braucht es deshalb innovative Lösungen, die es ermöglichen, eine Vielzahl von Anfragen möglichst schnell, einfach und ressourcenfreundlich zu bearbeiten. Gleichzeitig muss eine hohe Dienstleistungsqualität gewährleistet sein. Das Landrats­amt Weilheim-Schongau setzt dafür Künstliche Intelligenz (KI) ein. Grundlage ist der Advisor, ein vom Unternehmen Frontnow entwickelter KI-gestützter, generativer digitaler Assistent. Er hilft den Nutzerinnen und Nutzern mit natürlichen, kontextbezogen Dialogen dabei, relevante Informationen zu finden und zu verstehen. Mit ihm konnte die bayerische Kommune ein zeitgemäßes Angebot schaffen, das den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird.

Der Advisor kann einfache, wiederkehrende Anfragen automatisiert beantworten. Das entlastet einerseits die Verwaltungsmitarbeitenden, die nun mehr Zeit für komplexere Anliegen haben. Andererseits verbessert er die Kundenzufriedenheit, da er Bürgeranfragen rund um die Uhr, präzise und in Echtzeit beantwortet. Die Verwaltungsservices werden zugänglicher. Hinzu kommt die Mehrsprachigkeit des Advisors. Er stellt Informationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, sodass er auch von internationalen Bürgerinnen und Bürgern problemlos genutzt werden kann. Diese Funktion stärkt die digitale Teilhabe und unterstützt eine inklusivere, bürgernahe Verwaltung.

Organisatorisch gut vorbereitet

Die Einführung einer KI-basierten Lösung stellt nicht nur eine technologische, sondern auch eine organisatorische Herausforderung dar. Das Landratsamt Weilheim-Schongau ging diese Aufgabe strukturiert an. Zunächst wurden die konkreten Anforderungen der Verwaltung definiert, dann führten die Projektverantwortlichen eine gründliche Markterkundung durch, um einen geeigneten Partner auswählen zu können. Als solcher überzeugte schließlich Frontnow, ein etablierter Anbieter von KI-gestützten Lösungen im digitalen Bürgerservice.

Im nächsten Schritt wurde die KI einer intensiven Testphase unterzogen, um ihre Funktionsweise und Zuverlässigkeit zu prüfen. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Tests wurde die Lösung auf der Website des Landratsamts freigeschaltet. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Qualitätssicherung und stetigen Optimierung des Systems.

Vorab mussten außerdem die Verantwortlichkeiten rund um die Inhalte geklärt werden. Wer ist für die Qualität der Daten verantwortlich? Wer stellt sicher, dass der Advisor stets die neuesten und korrekten Informationen bereitstellt? Auch die technische Integration des Advisors in die bestehende Infrastruktur der Verwaltung war ein großes Thema. Die Website musste so vorbereitet und strukturiert werden, dass die KI problemlos auf alle relevanten Daten zugreifen kann. Da viele Daten nicht in der Form vorlagen, die für eine direkte Nutzung durch den Advisor erforderlich war, wurde ein Konzept zur regelmäßigen Pflege und Aktualisierung der Daten entwickelt.

Leistungsfähiger, bürgernäher und inklusiver

Obwohl der KI-basierte Advisor inzwischen auf der Website des Landratsamts verfügbar ist, befindet er sich noch in einer frühen Einführungsphase. Denn um kontinuierlich hochwertige Antworten sicherzustellen, wird er regelmäßig aktualisiert. Darüber hinaus durchläuft er fortlaufende Qualitätskontrollen, sodass mögliche Fehler frühzeitig erkannt und vermieden werden können. Erste Erfahrungen zeigen zudem deutlich, dass die Bereitstellung erstklassiger Informationen maßgeblich von der Pflege und Strukturierung der zugrunde liegenden Inhalte abhängt. Ein fester Update-Zyklus ist daher essenziell.

Das Landratsamt Weilheim-Schongau wollte mit dem digitalen Assistenten sowohl den Bürgerservice verbessern als auch interne Prozesse effizienter gestalten. Zwar liegen noch keine belastbaren quantitativen Nutzungsdaten vor. Dennoch können die Erwartungen des Landratsamts bereits jetzt als weitgehend erfüllt bewertet werden. Der Advisor hat die Verwaltung leistungsfähiger, bürgernäher und inklusiver gemacht und auch die digitale Kompetenz innerhalb der Verwaltung gestärkt. Für die Zukunft ist eine umfassende Erfolgsmessung geplant, die Nutzungsstatistiken sowie Rückmeldungen aus den Fachabteilungen berücksichtigen wird.

Maximilian Hasenkamp betreut als Executive Partner bei Frontnow unter anderem den Bereich der öffentlichen Verwaltung und ist direkter Ansprechpartner für die Zusammenarbeit mit Landratsämtern.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Hände tippen auf Computer-Keyboard (leicht unscharf), davor gerenderter Kopfumriss aus helltürkisen Punkten und Linien

Niederrhein: Interkommunal zu KI

[09.04.2026] Fünf Niederrhein-Kommunen haben gemeinsam einen datenschutzkonformen KI-Assistenten zur internen Nutzung beschafft. Die Nachnutzung durch weitere Kommunen ist möglich. mehr...

Futuristisch leuchtendes Technologienetzwerk das sich unter anderem zu einer Gehirnform verbindet.

Kreis Dithmarschen: Pionier für LLMoin

[09.04.2026] Den von Hamburg und Dataport entwickelten KI-Textassistenten LLMoin nutzt nun auch der Kreis Dithmarschen - und ist damit ein Pionier in Schleswig-Holstein. mehr...

Porträtaufnahme von Marc Isop.
interview

Voiceagent: Lotse durch den Prozessdschungel

[30.03.2026] Das Unternehmen Onlim hat einen dialogfähigen Voiceagent entwickelt. Im Interview erklärt Marc Isop, Chief Revenue Officer bei Onlim, welche Vorteile die Lösung kommunalen Servicecentern bringt und für welche Anwendungsfälle sie besonders geeignet ist. mehr...

Stade: 24/7 auch telefonisch

[27.03.2026] Die Stader Stadtverwaltung ist jetzt 24 Stunden täglich telefonisch erreichbar. Möglich macht das ein Voicebot, eine Weiterentwicklung des Chatbots Käpt’n Knut. mehr...

Der lebensgroße Avatar CAIA wird auf einem Monitor dargestellt. Der Avatar hat das Aussehen einer Frau.
bericht

Gersthofen: Gersti und CAIA helfen

[26.03.2026] Die Stadt Gersthofen nutzt KI unter anderem für Gersti, einen 24/7-Assistenten für Bürgerservice und Verwaltungsanliegen, und für CAIA, einen lebensgroßen Avatar im Hallenbad. Diese beiden Werkzeuge ebnen den Weg für weitere KI‑unterstützte Prozesse. mehr...

4 Personen vor einem Bildschirm: SpeechMind wird Teil des ITEBO-Netzwerks

Sitzungen: KI unterstützt Protokollierung

[25.03.2026] Einen neuen Partner für sein Netzwerk hat ITEBO gewonnen: Das Start-up SpeechMind, welches auch am Agentic AI Hub des Bundes teilnimmt, bringt seine KI-basierten Lösungen zur automatisierten Protokollierung von Sitzungen ein. mehr...

Screenshot des Barnimer Chatbots.

Kreis Barnim: Chatbot hilft durch Verwaltungsdschungel

[24.03.2026] Um seinen Bürgerservice moderner, zugänglicher und effizienter zu gestalten, bietet der Kreis Barnim nun einen KI-gestützten Chatbot auf seiner Website an. Das System beantwortet in 100 Sprachen ebenso wie in Leichter Sprache rund um die Uhr Fragen zur Verwaltung, wofür es die entsprechenden Inhalte der Website zusammenfasst. mehr...

Fünf Mitarbeitende der Stadt Gütersloh an einem Arbeitsplatz in der Ausländerbehörde

Gütersloh: Ausländerbehörde erhält virtuellen Mitarbeiter

[12.03.2026] Ein Software-Roboter unterstützt die Ausländerbehörde der Stadt Gütersloh ab sofort bei Meldevorgängen. Geplant ist, den virtuellen Mitarbeiter in Zukunft auch in anderen städtischen Fachbereichen einzusetzen. mehr...

Männer in Anzügen (darunter Bundesminister Wildberger) und junge Menschen in Smart Casual-Kleidung stehen in einem Konferenzraum herum und reden miteinander.

BMDS: Wenn die KI selbstständig arbeitet

[11.03.2026] Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Verwaltungsmitarbeitende von Routineaufgaben zu entlasten und Verwaltungsprozesse fehlerärmer und effektiver zu machen. Dies trifft vor allem auf autonom agierende, agentische KI zu. In einem Projekt des BMDS werden solche Anwendungen in 17 Kommunen pilotiert. mehr...

Stilisierte Darstellung eines Chatbots mit Headset, verschwommen im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die den Bot antippt.

Nürnberg: Test für KI-gestützten Voicebot

[10.03.2026] Einen Test für einen KI-gestützten Voicebot im Behördenwegweiser startet die Stadt Nürnberg. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme und zum Feedback aufgerufen. mehr...

Luftaufnahme: Autobahnabschnitt mit Abfahrten und mehrspurigen Brücken

Fraunhofer FOKUS: Gebrauchsanleitung für den KI-Einstieg

[09.03.2026] Der Potenzial-Check „Startklar für KI“ bietet Kommunen eine systematische Herangehensweise für die Bewertung und Planung von KI-Projekten. Das Werkzeug führt KI-Einsteiger und erfahrene Anwender strukturiert durch relevante Fragen – von strategischen Zielen über technische Anforderungen bis hin zur Ressourcenplanung. mehr...

Wohngeld kann bald online beantragt werden.

Frankfurt am Main: Mit Wohni zum Wohngeld

[09.03.2026] Auf KI-Unterstützung bei der Bearbeitung von Wohngeldanträgen setzt jetzt die Stadt Frankfurt am Main. Zum Einsatz kommt die Assistenz Wohni des Münchner Unternehmens forml. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop über dessen Tastatur Dokumente schweben.

Kreis Dahme-Spreewald: Intelligenter Verwaltungsassistent im Test

[05.03.2026] Der Kreis Dahme-Spreewald testet in der Ausländerbehörde den intelligente Verwaltungsassistenten iva.AT, der digitale Anträge auf Aufenthaltstitel bereits beim Ausfüllen prüft und unmittelbar auf fehlende oder unpassende Unterlagen hinweist. Es handelt sich um ein Pilotprojekt im Rahmen des Programms Aufenthalt Digital. mehr...

Paar sitzt im Bett, sie hält einen Strauß weißer Rosen in den Händen, er tippt etwas in einen Laptop.

Wiesbaden: KI hilft bei Onlineanmeldung der Eheschließung

[03.03.2026] Bei der Onlineanmeldung zur Eheschließung setzt Wiesbaden nun auch Künstliche Intelligenz (KI) ein. Diese generiert direkt nach der Anmeldung eine individuelle Übersicht der benötigten Dokumente für das Traupaar und strukturiert die online eingereichten Unterlagen automatisch für die Sachbearbeitung. mehr...

mit punkten durchzogenes Gehirn vor Laptop-Bildschirm

Online-Anträge: Leipzig setzt auf KI

[03.03.2026] Die Antragstellung im Bereich Aufenthaltstitel wird in Leipzig durch Künstliche Intelligenz unterstützt. Damit sollen Unterlagen möglichst vollständig und korrekt bei der Ausländerbehörde eingereicht werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...