Donnerstag, 11. Juni 2026

AsylverfahrenStand der Digitalisierung

[27.01.2016] Mit einem integrierten Identitätsmanagement sollen Flüchtlinge in Zukunft effizient und transparent registriert werden. Das kündigt jetzt Thüringens Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert an.

Hartmut Schubert, Staatssekretär im Thüringer Finanzministerium, hat jetzt über die Digitalisierung des Asylverfahrens informiert (wir berichteten). Mit dem so genannten integrierten Identitätsmanagement soll Flüchtlingen bei Erstkontakt auf Basis biometrischer Merkmale eine Identität gegeben werden, die grundsätzlich als Zugangsschlüssel für alle staatlichen Leistungen und die Bearbeitung des Asylprozesses dient. Finanzstaatssekretär Schubert ist als Beauftragter des Freistaats Thüringen für E-Government und IT beziehungsweise Chief Information Officer (CIO) für die Umsetzung des entsprechenden Projektes des IT-Planungsrates zuständig. Laut dem Finanzstaatssekretär wird der Bundesrat am Freitag, 29. Januar 2016 die letzten rechtlichen Weichen zur Umsetzung des integrierten Identitätsmanagements stellen. Dann stehen das Datenaustauschverbesserungsgesetz und die Ankunftsnachweisverordnung auf der Tagesordnung. Parallel hierzu befinde sich die technische Umsetzung auf Bundesebene in der Erprobung. Mitte Februar soll der Roll-out an die Bundesländer erfolgen. Ein Kernbestandteil ist dabei das System der Ersterfassung. Sofern die Flüchtlinge nicht bereits nach dem Grenzübertritt in einer der dort eingerichteten Wartezonen oder Ankunftszentren registriert wurden, erfolgt deren Registrierung in dem jeweiligen Bundesland, dem sie im Rahmen der innerdeutschen Verteilung zugewiesen wurden. Die technische Umsetzung der Erstregistrierung erfolgt durch die dafür zukünftig zur Verfügung stehenden Personenidentifikationskomponenten (PIK). PIK sind PC-Arbeitsplätze, bestehend aus einem Laptop, einem Fingerabdruckscanner, einem Dokumentenprüfgerät, einer Kamera mit Beleuchtung, einem LTE-Router und einem Tintenstrahldrucker zum Druck des Ankunftsnachweises. Die erfassten Daten werden in einem zentralen Kerndatensystem gespeichert. Erforderliche IT-Schnittstellen für den Datenaustausch mit den Behörden werden eingerichtet.

Steuerungskreis arbeitet mit Hochdruck

Der Thüringer Finanzstaatssekretär hat für die Umsetzung des IT-Verfahrens einen spezialisierten Steuerungskreis eingerichtet. Schubert: „Gemeinsam mit dem Landesverwaltungsamt und IT-Spezialisten der Landesverwaltung arbeiten wir gegenwärtig mit Hochdruck an der Umsetzung des digitalen Verfahrens, um für Thüringen ein effektives und schnelles Asylverfahren sicherzustellen. Dies entlastet künftig die Arbeit der Landesbehörden und unterstützt die Arbeit der kommunalen Entscheidungsträger im Asylprozess.“ Und weiter: „Es zeigt sich, dass Thüringen gut beraten ist, seine E-Government-Strukturen zu stärken und ein leistungsfähiges Landesdatennetz bereitzustellen. Die Zukunft einer optimalen Verwaltungsarbeit liegt in einer effizienten Informationstechnik.“ Der Bund hat laut dem Thüringer Finanzministerium 600 PIK für die Bundesländer beschafft und stellt sie den Ländern kostenfrei zur Verfügung. Die Verteilung erfolge nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel. Verteilung und Einsatz der PIK wird vom Landesverwaltungsamt koordiniert. Nach vorläufiger Einschätzung des Landesverwaltungsamtes reicht die Anzahl der PIK aus, um eine Registrierung von 450 bis 500 Flüchtlingen pro Tag zu gewährleisten. Eine weitergehende Beschaffung sei über einen Rahmenvertrag des Bundesministeriums des Inneren (BMI) mit der Bundesdruckerei im Bedarfsfall kurzfristig möglich, die Stückkosten liegen bei rund 17.000 Euro. Nach der vorläufigen Planung des BMI beziehungsweise des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) startet der System-Roll-out in Thüringen Anfang Juni 2016. Bedienstete der Bundesdruckerei werden die Systeme aufbauen, einrichten und die Mitarbeiter einweisen, die Startphase werde ebenfalls vor Ort begleitet.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Mülltonne mit einem aufgeklebten Strichcode-Etikett

Mannheim: Identsystem zur Müllentsorgung

[09.06.2026] Bei den Mannheimer Abfallentsorgern trifft analog auf digital: In einigen Stadtteilen wurden die Abfalltonnen mit Klebeetiketten und die Müllfahrzeuge mit Scannern ausgestattet. So ist eine leerungsbezogene, effiziente Abrechnung möglich. mehr...

Logo des Ko-Pionier-Preises, im Hintergrund violett eingefärbt menschliche Figuren und eine Baumkrone

Ko-Pionier-Preis 2026: Nachnutzen statt neu erfinden

[01.06.2026] Nicht nur Neuentwicklungen bringen die digitale Verwaltungstransformation voran, sondern auch die intelligente Nachnutzung bestehender Lösungen. Der Ko-Pionier-Preis zeichnet solche Vorhaben aus. Einreichungen sind noch bis zum 15. Juli 2026 möglich. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[28.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Team aus vier Personen sitzt an einem Tisch und tauischt sich aus.

Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle

[12.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...

Bayerische Fahne vor blauem Himmel

Bayern: So bewerten Bürger ihre Verwaltung

[16.04.2026] Eine repräsentative Studie der Bayerischen Verwaltungsschule offenbart Chancen und Herausforderungen für Verwaltungen im Freistaat. Demnach bewerten die Bürgerinnen und Bürger digitale Verwaltungsangebote zwar grundsätzlich positiv, wünschen sich aber unter anderem, dass Kommunen transparenter mit ihnen kommunizieren. mehr...

Ein Mädchen in einer braunen Jacke sitzt auf einer Bank und schaut oder liest etwas auf einem Smartphone.

Hessen: Innovative Lösungen für krisenfeste Strukturen

[16.04.2026] In Darmstadt zeigt das LOEWE-Zentrum emergenCITY, wie Forschung zu digitaler Resilienz in Städten schneller in die Praxis gelangt. Entwickelt werden Lösungen, die digitale Systeme auch in Krisensituationen funktionsfähig halten und die Notfallkommunikation sichern. mehr...

Plakat zum zweiten Osnabrücker GovTech Hackathon

Osnabrück: Zweiter GovTech Hackathon am Start

[07.04.2026] 
Im Rahmen eines zweiten GovTech Hackathons sucht die Stadt Osnabrück wieder digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung. mehr...

Eine junge Frau macht per Smartphone ein Foto vom Potsdamer Rathaus.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt mit Gründergeist

[23.03.2026] Am Anfang war Nixdorf. Heute ist die Stadt Paderborn ein Hotspot der ostwestfälischen IT-Wirtschaft mit starkem Mittelstand, ausgezeichneter Universität und ambitionierter Verwaltung. Ein Besuch. mehr...

Ein Mann und eine Frau recken ihre Handys der Kamera entgegen.

Erfurt: Hilfe per Knopfdruck

[17.03.2026] Für viele Menschen gehören Stadtfeste und Märkte zum urbanen Lebensgefühl. Um diese sicherer zu machen, hat die Stadt Erfurt nun mit dem Anbieter der Sicherheits-App SafeNow einen Rahmenvertrag unterzeichnet. mehr...

Dreieckiges Baustellenschild mit schaufelndem Männchen aus der Untersicht aufgenommen.

Nordrhein-Westfalen: Kommunen melden ihre Baustellen digital

[13.03.2026] Werden Baustellen an der öffentlichen Infrastruktur überregional erfasst, können Terminkollisionen und Potenziale zur Bündelung leichter erkannt werden. In Nordrhein-Westfalen sollen Kommunen nun gesetzlich zur Meldung in einem zentralen digitalen Portal verpflichtet werden. mehr...

Transparente, kubische Trophäen stehen aufgereiht auf einem grauen Podest.

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[06.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...

Bremen: Verwaltung punktet mit Online-Services.

Bremen: Schub für die Verwaltungsdigitalisierung

[03.03.2026] Performa Nord, ein Verwaltungsdienstleister der Freien Hansestadt Bremen, erhält aus dem Investitionssofortprogramm des Landes rund vier Millionen Euro. 2026 und 2027 sollen Terminmanagement, Heil- und Dienstunfallfürsorge sowie die IT-Ausstattung der Einrichtung digitalisiert und modernisiert werden. mehr...

Holzklötze mit Icons: Buch, Hirn, Schachfigur

Praxisleitfaden: Wissen bewahren und nutzen

[19.02.2026] Speziell an die Führungsebene in der öffentlichen Verwaltung richtet sich eine Orientierungshilfe der Innovationsstiftung Bayerische Kommune. Der Leitfaden liefert praxisnahe Impulse, wie erfolgreiches Wissensmanagement in kleinen Schritten aufgebaut werden kann. mehr...

Rotweißer Leuchtturm hinter Sünden auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Digitale Lösungen für die Zukunft der Inseln

[18.02.2026] Im Rahmen der Föhr-Amrumer Zukunftsimpulse hat das Amt Föhr-Amrum den Island Future Award initiiert. Ausgezeichnet werden Projekte, die Inseln und Küstenregionen durch praxistaugliche Digitalisierung konkret stärken. mehr...

Mehrere Personen halten bunte Zahnräder aneinander.

NExT-Netzwerk: Arbeit neu strukturiert

[17.02.2026] Mit einer neuen strategischen Struktur richtet der Verein NExT seine Arbeit zur Verwaltungstransformation neu aus: Künftig sollen Austausch, Analyse und politische Einordnung enger verzahnt werden. Ein Relaunch der Website macht diesen Anspruch auch nach außen sichtbar. mehr...