SPARK-HackathonKI trifft Geodaten

Die Beteiligten des BMDS-SPARK-Hackathons in Berlin.
(Bildquelle: con terra)
„Schnellere Planung und Realisierung durch KI“ – das ist der voll ausgeschriebene Name der im Auftrag des Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) entwickelten, modularen KI-Assistenz SPARK. Sie soll einen zentralen Engpass der Verwaltung adressieren: die Sichtung und Prüfung umfangreicher Genehmigungsanträge (wir berichteten). Anfang Juli 2026 lud das Ministerium zum ersten Hackathon für die Open-Source-KI-Lösung SPARK nach Berlin. Zwei Tage lang entwickelten rund 30 Teams gemeinsam Lösungsansätze zur Weiterentwicklung von SPARK. Vertreten war unter anderem der Geo-IT-Spezialist con terra aus Münster, der nun vom Hackathon berichtet.
GIS- und BIM-Daten nutzbar machen
SPARK soll Genehmigungsverfahren beschleunigen – doch handelt es sich dabei oft um Verfahren mit Raumbezug. Ohne strukturierte Geodaten fehlt SPARK ein wesentlicher Baustein, nämlich die Verknüpfung von Dokumenteninhalten mit tatsächlichen Lagebeziehungen, Umweltdaten und weiteren Planungsgrundlagen aus amtlichen Quellen. Als Teil des Spatial AI Nexus Münster (SAIN) beteiligte sich con terra – vertreten durch die KI-Experten Thore Fechner und Marc Kleemann – gemeinsam mit rund 20 weiteren Teilnehmenden an der Challenge 1 „Was kommt nach PDF?“ In drei Teams entwickelten die Beteiligten Ansätze zur Integration strukturierter GIS- und BIM-Daten in die KI-Lösung SPARK, um Planungs- und Genehmigungsverfahren um den entscheidenden Raumbezug zu erweitern.
Das von con terra mitgestaltete Team demonstrierte am Praxisbeispiel einer Autobahnänderungsplanung mit Umweltmaßnahmen zwei konkrete Ansätze. So lassen sich mithilfe von SPARK KI Geo-Informationen aus PDF-Dokumenten extrahieren und strukturiert bereitstellen. Ein weiterer Ansatz setzt bereits vor der Dokumentenerstellung an. Dabei werden amtliche Geodaten medienbruchfrei in die KI-gestützte Bearbeitung eingebunden. Dadurch lassen sich Entscheidungsprozesse beschleunigen und qualitativ verbessern.
KI braucht den Digitalen Zwilling
„Geodaten, die in PDFs verschwinden, sind tote Geodaten. SPARK hat das Potenzial, sie wieder zum Leben zu erwecken – als strukturierte Grundlage für Entscheidungen im Digitalen Zwilling“, so Thore Fechner. Für con terra ist der Hackathon mehr als ein Format für kollaborative Entwicklung. Er bestätigt die fachliche Grundüberzeugung, dass Künstliche Intelligenz ihren vollen Nutzen erst im Digitalen Zwilling entfaltet. Aufsetzend auf strukturierten Geodaten ermöglicht sie belastbare Simulationen, Szenarienbetrachtungen und fundierte Entscheidungen, ganz so, wie es die DIN SPEC 91607, der praxisorientierte Standard für Planung, Aufbau und Betrieb urbaner Digitaler Zwillinge, vorsieht. Die Geodaten-Infrastrukturen von Bund, Ländern und Kommunen sind dabei keine Randgröße. Sie sind laut con terra die unverzichtbare, oft noch unterschätzte Grundlage, auf die jedes Planfeststellungsverfahren angewiesen ist.
Moderne Verfahren nicht ohne Geodaten
Das Fazit der Münsteraner Geo-IT-Fachleute fällt eindeutig aus: SPARK hat das Potenzial, Planungs- und Genehmigungsverfahren grundlegend zu modernisieren. „Wir würden uns sehr auf eine baldige Fortsetzung und Erweiterung von SPARK mit Fokus auf amtliche Geodaten freuen, damit die zahlreichen Planungs- und Genehmigungsprozesse in Deutschland unter Nutzung der essenziellen und vielfältigen Geodaten aus Geodaten-Infrastrukturen und Digitalen Zwillingen von Bund, Ländern und Kommunen von SPARK profitieren“, so Marc Kleemann.
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