Donnerstag, 22. Oktober 2026

Dell-StudieKI kommt in den Behörden an

[20.07.2026] Fast jede zweite deutsche Behörde nutzt bereits generative KI, viele weitere planen den Einstieg. Eine IDC-Studie im Auftrag des IT-Konzerns Dell Technologies zeigt zugleich: Datenschutz, Regulierung und fehlendes Fachwissen bremsen die Umsetzung.
Eine Person tippt auf einer Tastatur.

Künstliche Intelligenz ist im Public Sector angekommen.

(Bildquelle: peshkova/123rf.com)

Regierungen, Behörden und öffentliche Einrichtungen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz befasst. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und das Potenzial zur Rationalisierung sowie Optimierung von Prozessen aller Art ist unbestritten. Auch in Deutschland hat man die Zeichen der Zeit erkannt und setzt vermehrt auf generative, souveräne und agentenbasierte KI. Dies belegt eine Studie, die das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) im Auftrag von Dell Technologies durchführte. Demnach rechnen deutsche Behörden langfristig durch KI vor allem im Bereich der nationalen Sicherheit (80,6 Prozent), bei der Produktivität (61,1 Prozent) sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen (58,3 Prozent) mit einem Return on Investment. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass die Einführung von KI im Government-Bereich kein Selbstläufer ist.

So intensiv nutzt der öffentliche Sektor KI

Wie verbreitet KI insbesondere in deutschen Ämtern ist, offenbart die Statistik: In Deutschland nutzt fast jede zweite Behörde (47,2 Prozent) generative KI, die andere Hälfte (50 Prozent) plant es für die kommenden 12 bis 18 Monate. Souveräne KI ist in rund jeder zehnten Verwaltungsorganisation angekommen, während knapp 70 Prozent die Nutzung für die nächsten 12 bis 18 Monate planen. KI-Agenten kommen ebenfalls bereits bei über 8 Prozent der hiesigen Ämter und Behörden zum Einsatz, knapp zwei Drittel haben für die kommenden ein bis eineinhalb Jahre konkrete Pläne dafür.

IDC hat fünf Hauptfelder bestimmt, in denen KI im Public Sector bereits eingesetzt wird oder bald eingesetzt werden soll: IT-Betrieb und -Support, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, betriebliche und Finanzanwendungen sowie im Bereich der Bürgerkommunikation Chatbots auf Behördenseiten oder im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Vergleicht man Deutschland mit dem globalen Durchschnitt, zeigen sich einige Unterschiede: Deutsche Behörden setzen KI im IT-Betrieb und Support, bei Finanzanwendungen sowie zur Produktivitätssteigerung seltener ein als im globalen Durchschnitt; überdurchschnittlich ist hingegen der Einsatz bei Chatbots und in der öffentlichen Sicherheit.

Hemmnisse bei der Implementierung

Trotz der hohen Bereitschaft zum KI-Einsatz bestehen in vielen Behörden erhebliche Hürden. Rund zwei Drittel der deutschen und internationalen Befragten nennen Datenschutz und Datensouveränität als größtes Hemmnis. Mehr als die Hälfte der deutschen Verwaltungsorganisationen verweist zudem auf die Vielzahl regulatorischer Vorgaben und Änderungen sowie auf fehlendes Fachwissen. Für knapp 40 Prozent stellen auch die Kosten ein Hindernis dar.

Agentenbasierte KI könnte den Mangel an Fachkenntnissen nach Einschätzung vieler Befragter abmildern. Weltweit erwarten dies gut 70 Prozent. Zugleich hält knapp die Hälfte strikte Vorgaben und eine kontinuierliche Überwachung der KI-Agenten für notwendig. In Deutschland gehen mehr als 85 Prozent der Behörden davon aus, dass Agentic AI künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Weltweit plant gut die Hälfte, innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate in diese Technologie zu investieren.

Hand in Hand arbeiten

Als wichtigen Erfolgsfaktor betrachten viele Behörden die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. Gut die Hälfte der deutschen Befragten hält solche Kooperationen für einen geeigneten Weg, souveräne KI umzusetzen; international sind es sogar mehr als 60 Prozent. In Europa sehen allerdings rund 70 Prozent den dafür notwendigen Datenaustausch als problematisch an, knapp 60 Prozent der befragten Behörden verweisen zudem auf fehlende regulatorische Rahmenbedingungen für die Beauftragung privater Anbieter.

„Eines ist sicher: Behörden und öffentliche Institutionen werden in den kommenden Jahren massiv in die Nutzung Künstlicher Intelligenz investieren müssen, um die Herausforderungen einer modernen Verwaltung zu adressieren“, so das Fazit von Tim van Wasen, Geschäftsführer Dell Technologies Deutschland. Eine Zusammenarbeit des öffentlichen mit dem privaten Sektor sei essenziell, um Ämter und Behörden auf diesem Weg voranzubringen.





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