Donnerstag, 17. September 2026

Rheinland-PfalzVOIS|MESO für alle

[16.06.2020] Erstmals wurde mit Rheinland-Pfalz das Meldewesen eines kompletten Flächenlandes auf einmal mit der Software VOIS|MESO für das Meldewesen ausgestattet. Das Projekt konnte trotz Corona-Beschränkungen wie geplant zum Abschluss gebracht werden.
Rheinland-Pfalz: Neue Software fürs Meldewesen flächendeckend eingeführt.

Rheinland-Pfalz: Neue Software fürs Meldewesen flächendeckend eingeführt.

v.l.: Andreas Drubba, Amtsleiter Bürgeramt bei der Stadt Mainz; Herbert Benz, KommWis-Geschäftsführer; Stephan Hauber, HSH-Geschäftsführer; Hans-Jürgen Eckert, KommWis-Geschäftsführer; Jens Lothar Hessel, Abteilungsleiter Bürgeramt bei der Stadt Mainz

(Bildquelle: Quoc-Binh Duong)

In Rheinland-Pfalz ist die neue Verwaltungssoftware VOIS|MESO für das Meldewesen nach fast drei Jahren Vorlauf flächendeckend eingeführt worden. Damit ist nach Angaben von Hersteller HSH erstmals das Meldewesen eines kompletten Flächenlandes auf einmal mit der neuen Plattformtechnologie ausgestattet worden. Die Akteure bei der Umstellung: Mehr als 1.000 Verwaltungsmitarbeiter, die seit Januar 2020 geschult wurden, KommWis als kommunaler IT-Dienstleister in dem Bundesland, der Rechenzentrumsverbund der Kommunalen Datenzentrale Mainz (KDZ), das Kommunale Gebietsrechenzentrum Koblenz (KGRZ) sowie HSH.
HSH hatte nach eigenen Angaben vor 17 Jahren das bislang in Rheinland-Pfalz genutzte Fachverfahren für das Einwohnerwesen, MESO Classic eingeführt. Bei dem nun vollzogenen Update-Verfahren wurden in einer Kernzeit von zehn Stunden über vier Millionen Daten migriert (Stand: 31. Mai 2020). Da eine einfache Datenübertragung aufgrund des neuen Datenmodells laut HSH nicht möglich war, mussten die Daten für die neue VOIS-Plattform in den 170 Meldebehörden des Landes konfiguriert werden.
Die Landeshauptstadt Mainz mit der größten Meldebehörde in Rheinland-Pfalz hatte es noch vor den Corona-Beschränkungen geschafft, 90 Prozent der Beschäftigten in Präsenzschulungen auf die Umstellung vorzubereiten, so der Abteilungsleiter Bürgerservice der Mainzer Stadtverwaltung, Jens Hessel. Er sieht den klaren Vorteil von VOIS|MESO in den schnelleren Arbeitsprozessen. Außerdem könnten aufgrund der Plattformstruktur mehrere Module gleichzeitig aufgerufen und bearbeitet werden. Dies spare Zeit, was ein deutliches Plus für den Kundenbetrieb darstellt. Zudem lassen sich viele weitere Verwaltungsfachverfahren auf der Plattform installieren. Die nächsten Schritte sind nach Aussage von Jens Hessel bereits geplant.

Finalisiert wie geplant trotz Corona

Die KommWis, Tochterunternehmen der rheinland-pfälzischen kommunalen Spitzenverbände und direkter Vertragspartner von HSH bei der Umsetzung der Verfahrensumstellung, hatte sich laut der Pressemeldung von HSH trotz der Corona-Beschränkungen entschlossen, das Großprojekt wie geplant zu finalisieren. Dafür wurden aus den Präsenzschulungen schnellstmöglich Online-Schulungen. Diese wurden gemeinsam mit IT-Dienstleister ekom21 angeboten.
Das Resümee von KommWis-Geschäftsführer Hans-Jürgen Eckert: Der Aufwand und das Risiko, auch in Zeiten von Corona die Umstellung auf VOIS|MESO zu wagen, haben sich gelohnt. Neben der Schnelligkeit des neuen Verfahrens und der gemeinsamen Plattformoberfläche von VOIS sei die Mitarbeiterbindung in Verwaltungen durch die verfahrensübergreifende nutzerfreundliche Einheitlichkeit der Anwendungen ein weiterer Pluspunkt. Ein Mitarbeiter könne viele Verfahren ohne Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand im Rahmen der datenschutzrechtlichen Erforderlichkeit bedienen oder nutzen und viele Mitarbeiter ohne Probleme auf ein Verfahren zugreifen. Aus diesem Grund wurde mit der Umstellung des Einwohnerverfahrens nach Angaben von HSH landesweit auch eine neue VOIS-Lösung zur Ausstellung von Fischereischeinen (VOIS|FIS) sowie bei vielen Kommunen VOIS|GEKA (Gebührenkasse) und VOIS|PAM (Bewohner-, Gäste-, Handwerkerparken etc.) eingeführt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren

Märkischer Kreis: WiNOWiG im Echtbetrieb

[15.09.2026] Der Märkische Kreis hat die Umstellung auf die Software WiNOWiG abgeschlossen. Die Lösung für die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten soll schrittweise das bislang eingesetzte Verfahren SC-OWi ablösen. Weitere Kreise und Kommunen sollen folgen. mehr...

Junge Frau im Auto sitzend präsentiert ihre Führerscheinkarte

Kreis Calw: Führerscheinwesen neu aufgestellt

[08.09.2026] Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mithilfe des kommunalen IT-Dienstleisters Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM-Fahrerlaubnis ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen im Bereich Verkehrswesen. mehr...

Ein Geschäftsmann in Startposition vor einer Startlinie

Gewerbewesen: Praxisbewährte Lösungen statt Schlagworte

[08.09.2026] Die Modernisierung und Vereinfachung von Gründungsverfahren ist aktuell ein großes Thema und wird im Rahmen des Bundesprojekts „Schneller Gründen“ derzeit in neun Pilotkommunen erprobt. Dabei sind die Voraussetzungen zur schnellen Unternehmensgründung längst vorhanden und die digitalen Prozesse werden bereits intensiv genutzt. Darauf weist jetzt das Unternehmen EDV Ermtraud hin. mehr...

Kreis Dachau: Bilanz nach Systemwechsel

[07.09.2026] Seit Anfang 2025 arbeitet das Sozialamt des Landkreises Dachau mit dem Fachverfahren LÄMMkom LISSA. Nach mehr als einem Jahr im Echtbetrieb zieht der Landkreis Bilanz und berichtet von Verbesserungen bei Struktur, Auszahlungen und Auswertungen. mehr...

Junge Grundschüler mit Lehrer bei Schreibübungen

Nolis: Ganztagsbetreuung digital organisieren

[02.09.2026] Neben dem Ausbau der Betreuungsangebote für Grundschulkinder rückt auch deren Organisation zunehmend in den Fokus. Eine Lösung für die digitale Anmeldung und Platzvergabe bietet das Unternehmen Nolis mit seiner Software NOLIS | Schulkind, die jetzt bei den ersten Kommunen im Einsatz ist. mehr...

Close-up auf papierbasiertes Formular zur Gewerbeanmeldung

Mannheim: Gewerbemeldungen ohne Medienbruch

[01.09.2026] Mannheim bietet Gewerbean-, -ab- und -ummeldungen ab sofort vollständig online an. Die Anträge fließen ohne Medienbruch in das Fachverfahren der Gewerbebehörde und sollen dadurch schneller bearbeitet werden. mehr...

bericht

Vogelsbergkreis: Erfolgsfaktor Teamarbeit

[28.08.2026] Die Finanzsoftware des Vogelsbergkreises war fast drei Jahrzehnte lang im Einsatz. Nun wurde auf ein modernes Verfahren umgestellt. Trotz der Komplexität verlief die Einführung ohne ungeplante Ausfälle des Produktivsystems. mehr...

Zwei Männer stehen vor einem Gebäude und blicken in die Kamera

Benediktbeuern: Einwohnermeldewesen migriert ins Rechenzentrum

[25.08.2026] Die Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern lässt ihre Einwohnermeldesoftware OK.EWO seit Ende August 2025 im AKDB-Rechenzentrum betreiben. Das entlastet den EDV-Verantwortlichen vor Ort: Die Verantwortung für Datenbank, Updates und Wartung liegt jetzt bei der AKDB. mehr...

Luftaufnahme von Konstanz
bericht

Konstanz: Kleine Lücken schließen

[17.08.2026] Die baden-württembergische Stadt Konstanz entwickelt digitale Anwendungen seit einigen Jahren selbst und setzt dabei auf Low Code. Der Schulterschluss mit anderen Kommunen ist der entscheidende Hebel. mehr...

Hände auf Laptop, darüber einmontiert Icons für Puzzleteile, Zahnrad, Schraubenschlüssel, Dokument
bericht

Low Code: Schlanker und smarter

[14.08.2026] Mit der Low-Code-Plattform OutSystems kann Digitalisierung schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umgesetzt werden. Diese Vorteile zeigen sich im Praxiseinsatz in zahlreichen Kommunen. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

AKDB/Telecomputer: Verkehrs-IT hoch fünf

[12.08.2026] Das auf KfZ-Lösungen spezialisierte Unternehmen Telecomputer nimmt ekom21 und Komm.ONE als Gesellschafter auf und übernimmt zudem die Verkehrswesen-Bereiche von KDO und regio iT. Damit sollen die Fachverfahren und Online-Dienste der fünf beteiligten IT-Dienstleister für Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnis gebündelt werden. mehr...

Mehrere Personen als und jung auf Matratzen in einer Flücjhtlingsunterkunft

Wiesbaden: Sozialdezernat digitalisiert mit Augenmaß

[11.08.2026] Bundesweite Entwicklungen wie die Sozialstaatsreform, die Sozialplattform oder die Deutschland-App schaffen neue Rahmenbedingungen für digitale Verwaltungsprozesse im Sozialbereich. Wie eine praxisnahe Entwicklung digitaler Services gelingt, zeigt das Sozialdezernat der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

Wiesbaden: Test von KI-Assistenz für digitalen Führerscheinantrag

[11.08.2026] Wiesbaden testet eine KI-Assistenz für den digitalen Führerscheinantrag. Bürgerinnen und Bürger können die Anwendung im Zukunftswerk erproben und dabei zeigen, wo sie den Antragsprozess bereits erleichtert und wo noch nachgebessert werden muss. mehr...

Essen: Einführung von Wero

[11.08.2026] Die Stadt Essen bietet Wero als weitere Bezahlmöglichkeit für digitale Verwaltungsleistungen an. Die europäische Lösung ergänzt unter anderem PayPal und Kreditkarte und soll Online-Zahlungen direkt vom Bankkonto erleichtern. mehr...

Minden: Online-Dienst zur An- und Abmeldung von Hunden eingeführt

[11.08.2026] Minden bündelt die digitale An- und Abmeldung von Hunden in einem Online-Dienst. Ein selbst entwickelter Workflow verteilt die Angaben innerhalb der Verwaltung und soll die Bearbeitung beschleunigen. mehr...