Donnerstag, 14. Mai 2026

Smart CityVorteile der Wolke

[13.08.2018] Der Schlüssel zur Smart City liegt in der Cloud: Das zeigen Beispiele aus Spanien, den USA und Großbritannien. Dabei nutzen die Städte vorhandene Ressourcen, sammeln überall Informationen und lagern Innovationen aus.
In Chicago werden Sensordaten in der Cloud analysiert.

In Chicago werden Sensordaten in der Cloud analysiert.

(Bildquelle: Oleg Podzorov – Fotolia.com)

Dank verbesserter Netzabdeckung, höherer Rechenleistung und größerer Speicherkapazitäten entstehen in immer mehr Regionen Smart Cities. Dabei sind vier Faktoren von entscheidender Bedeutung. Intelligente Städte generieren große Datenmengen. All diese Informationen müssen verarbeitet und sicher gespeichert werden. Hier bietet sich eine Cloud-Lösung an, weil sie einfach skalierbar ist. Nur so kann die städtische IT dem kontinuierlichen Datenzufluss begegnen, ohne die eigene Speicherkapazität ständig aufstocken zu müssen. Hinzu kommt, dass mit Cloud Analytics, also mit Datenanalyse-Vorgängen, die ganz oder teilweise in der Wolke erfolgen, die Informationsflut fast in Echtzeit ausgewertet werden kann. Ein Paradebeispiel ist die US-amerikanische Stadt Chicago. Dort wurden bereits vor etlichen Jahren an vielen Stellen Sensoren installiert, die permanent Luftqualität, Lichtintensität, Lautstärke, Wärme, Niederschlag, Wind und Verkehr messen. Die Sensordaten werden in der Cloud analysiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wenn Kommunen Smart-City-Lösungen implementieren wollen, sehen sie sich jedoch mit einer wesentlichen Herausforderung konfrontiert: Internet-of-Things(IoT)-Szenarien sind in der Regel mit erheblichen Investitionen verbunden. Immerhin müssen viele via Internet verbundene Sensoren und Sonden über das gesamte Stadtgebiet verteilt Informationen sammeln.

Smart parken und Verkehr lenken

Eine naheliegende Lösung ist das Nutzen von Sensoren, die in den Kommunen bereits vorhanden sind. Diese Herangehensweise bietet sich etwa beim Smart Parking an. Dabei werden Autofahrern über eine App freie Parkplätze in ihrer Nähe angezeigt. So verbindet eine Anwendung des Unternehmens EYSA in der Cloud unter anderem Parkuhren, Smartphones, Parksensoren und mobile Geräte des Ordnungsamts. Die dadurch generierten Informationen werden mithilfe von Big-Data-Technologien verarbeitet. Das Ergebnis sind Rückmeldungen in Echtzeit, mit denen sich das Management des öffentlichen Parkraums optimieren lässt. In 60 spanischen Städten profitieren die Bürger so von einem verbesserten und vereinfachten Parkservice, der unter anderem auf der Nutzung der Cloud und bereits vorhandener Sensoren basiert.
Die vorhandene Infrastruktur lässt sich auch zielführend einsetzen, indem etwa Busse oder Straßenleuchten mit kostengünstigen Sensoren ausgestattet und so zu eigenständigen Informationssammlern aufgewertet werden. So könnten in Großstädten sensorbestückte Busse auf ihrer täglichen Strecke Daten sammeln und wichtige Informationen rund um Verkehrslage, CO2-Wert, Temperatur oder Lärmpegel erfassen. Mit Cloud Analytics ließen sich diese Informationen auswerten und so ermitteln, wo Staus oder Unfälle drohen oder in welchen Gebieten die Schadstoffbelastung zu stark steigt. Die betroffenen Bürger könnten via App über die aktuelle Lage informiert werden. Auf ähnliche Weise könnte der öffentliche Nahverkehr profitieren. Denkbar wäre dort die Sammlung von Informationen über Verkehrsströme zu bestimmten Tageszeiten und Wochentagen.

Neue Ideen durch frei nutzbare Daten

Wenn Bürgern und Unternehmen frei nutzbare, städtische Daten zur Verfügung gestellt werden, entstehen neue Ideen und Geschäftsmodelle. In Chicago ist das bereits gängige Praxis: Die Stadt veröffentlicht regelmäßig eine Excel-Tabelle mit Informationen zu geplanten Straßenreinigungsplänen mit Datum, Beschreibung und GPS-Koordinaten der betroffenen Verkehrswege. Diese Datensätze verwenden unabhängige Entwickler zur Erstellung einer Anwendung, welche die Nutzer informiert, wann eine bestimmte Straße in ihrer Gegend gereinigt werden soll.
Ein weiteres Beispiel für die Auslagerung von Innovationen findet sich in Großbritannien. Der Stadtrat von Peterborough hat stadtweit Wetterstationen in den Schulen installiert. Sensoren überwachen dort nicht nur das Wetter, sondern dokumentieren auch längerfristige klimatische Veränderungen. Die Daten stehen der Öffentlichkeit frei zur Verfügung und werden von Bildung und Forschung genutzt.
Smarte Technologien werden mittlerweile weltweit in städtische Infrastrukturen implementiert. Viele Experten glauben, dass die Digitalisierung die Zukunft der Städte maßgeblich prägt. Doch intelligente Städte basieren nicht allein auf neuer Technik, sondern sind auch stark von Teilhabe geprägt. Die Installation von Sensoren, um verschiedene Informationen zu sammeln, stellt dabei nur einen von vielen Aspekten dar. Schon jetzt sollte die bestehende Infrastruktur so umgerüstet werden, dass eine leichte Datenerfassung und -verarbeitung möglich ist. Aus verschiedenen Bausteinen entsteht dann eine vernetzte, nachhaltige Smart City. Die Cloud kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Giulio Soro ist Head of Solutions Architecture Emerging Markets/RoEMEA Public Sector bei Amazon Web Services.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...

Gelbes Maßband auf gelbem Hintergrund.

Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege

[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...

Politik zu Besuch im smarten Dorf Etteln
bericht

Etteln: Klein, aber oho

[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...

Cover der Präsentation zur Smart City Strategie der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit


[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...

Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour

[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...

Team von Smart City Eichenzell und seine Partner auf der SCCON 2025

Eichenzell: Fundament für digitale Daseinsvorsorge

[08.04.2026] Mit einer neuen IT-Infrastruktur, einer Datenplattform und Sensoren hat die hessische Gemeinde Eichenzell das Fundament geschaffen, um eine Vielzahl an Prozessen digitalisieren und automatisieren zu können. mehr...

fünf Personen mit Preis_Gütersloh erhält DIGITAL-Award für Urban Stack

Gütersloh: Urban Stack ausgezeichnet

[02.04.2026] Für ihr Innovationsprojekt Urban Stack ist die Stadt Gütersloh mit dem DIGITAL-Award ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Kommunen und Gemeinden über 100.000 Einwohnende“ gewann das Projekt den von der Öffentlichkeit gewählten Preis. mehr...

Fünf Personen, der in der Mitte hält ein Tablet_Gütersloh stellt Urban Stack vor
bericht

Gütersloh: Vernetzt mit Urban Stack

[01.04.2026] Von Kommunen für Kommunen: Nach diesem Prinzip hat die Stadt Gütersloh das digitale Ökosystem Urban Stack entwickelt. Durch gemeinschaftliche Weiterentwicklung können Synergien gehoben und Kosten gespart werden. Erste Interessenten gibt es bereits. mehr...

Screenshot des Digitalen Zwillings der Stadt Aachen.

Aachen / Mannheim: Verlässliche Daten für die Stadtplanung

[30.03.2026] Wie urbane Digitale Zwillinge die klimafeste Stadtplanung unterstützen können, wollen die Städte Mannheim und Aachen in dem vierjährigen Förderprojekt MACspeeDZ zeigen. Die nötigen Daten liefern im Stadtgebiet installierte Sensoren, Künstliche Intelligenz hilft bei der Aufbereitung der Messwerte. Am Ende soll ein Werkzeug entstehen, das auch andere Städte nutzen können. mehr...