Mittwoch, 24. Juni 2026

BBSRDie Wirkung von Smart-City-Vorhaben darstellen

[24.06.2026] Smarte digitale Projekte stärken die regionale Wirtschaft – aber oft indirekt. Das erschwert es Kommunen, den konkreten Nutzen zu benennen und argumentativ zu vertreten, etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern. Eine Praxishilfe erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen und verständlich vermitteln können.
Vektorgrafik einer Smart City.

Die Wirkung von Smart-City-Vorhaben muss angemessen dargestellt werden.

(Bildquelle: macrovector / 123rf.com)

Smart-City-Projekte wirken oft jenseits klassischer Kennzahlen: Neue Kooperationen entstehen, das Image eines Standorts verändert sich, Innovationsprozesse kommen in Gang. Solche Effekte lassen sich selten direkt auf einzelne Maßnahmen zurückführen. Stattdessen zeigen sie sich dort, wo sich Zusammenarbeit, Wahrnehmung und Standortqualität verbessern. Im Rahmen der Begleitforschung der Koordinierungs- und Transferstelle (KTS) im Programm Modellprojekte Smart Cities (MPSC) entstand eine neue Praxishilfe, die zeigt, wie Kommunen solche Zusammenhänge solche Effekte erkennen, einordnen und verständlich vermitteln können. Notwendig ist dies beispielsweise gegenüber der Politik oder Projektpartnern, wenn es um Prioritäten oder die langfristige Fortführung von Maßnahmen geht.

Die Veröffentlichung richtet sich an kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie an Verantwortliche für Digitalisierung und Stadtentwicklung. Erarbeitet wurde sie vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Herausgeber ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Wie kann man indirekte Effekte sichtbar machen?

Fünf Fallstudien aus den Modellprojekten Smart Cities illustrieren, wie Smart-City-Projekte die regionale Wirtschaft stärken. So bringt in Zwönitz ein digitales Gründerzentrum Start-ups, Verwaltung und Mittelstand zusammen. Die Stadt Freiburg verbindet Datenplattform und Bürgerbeteiligung, um Stadtentwicklung datenbasiert und partizipativ zu gestalten, während Jena Unternehmen und Forschung gezielt über ein Innovation Hub vernetzt. Osnabrück baut digitale MINT-Kompetenzen aus und stärkt so langfristig das Fachkräfteangebot; Linz am Rhein steigert die Attraktivität des Standortes durch smarte Infrastruktur, davon profitieren Tourismus und Innenstadtentwicklung. All diese Beispiele zeigen: Indirekte Effekte lassen sich nicht einfach zählen. Entscheidend sind nachvollziehbare Wirkzusammenhänge und klare Narrative.

Systematisch und wirksam beschreiben

Ein weiteres zentrales Element der Veröffentlichung ist ein Checklisten-Tool. Es hilft Kommunen dabei, ihre Projekte systematisch zu beschreiben und Wirkungen überzeugend darzustellen – etwa wenn es um Prioritäten oder die langfristige Fortführung von Maßnahmen geht. „Smart-City-Projekte wirken oft leise, aber mit großer Wirkung – sie vernetzen wirtschaftsrelevante Akteure, stärken den Standort und setzen Innovationsimpulse“, erklärt Jakob Schackmar, Projektleiter im BBSR. „Die Praxishilfe soll dabei helfen, genau diese Effekte sichtbar zu machen und überzeugend zu vermitteln.“





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