Mittwoch, 30. September 2026

VitakoWie Open-Source-Software ausschreiben?

[22.07.2021] Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, hat einen Leitfaden mit Tipps und Hinweisen zur Vergabe von Open Source Software für die öffentliche Verwaltung veröffentlicht.

Dass die kommunale Verwaltung den Grad ihrer digitalen Souveränität erhöhen und die Abhängigkeit von großen Software-Konzernen reduzieren soll, steht inzwischen kaum mehr infrage. Die praktischen Schritte dorthin stellen Kommunen jedoch manchmal vor Probleme. Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister, hat nun eine kompakte Handreichung zur Ausschreibung von Open Source Software (OSS) veröffentlicht.
Die vermehrte OSS-Nutzung kann für die öffentliche Verwaltung ein wichtiges Mittel sein, um von einzelnen Software-Herstellern unabhängiger zu werden und somit die eigene digitale Souveränität zu stärken, betont Vitako in einer Pressemeldung. OSS könne unabhängig überprüft und individuell an spezifische Anforderungen angepasst werden. Sie könne wahlweise im eigenen Rechenzentrum betrieben oder als Cloud-Dienst bezogen werden. Insbesondere für die öffentliche Verwaltung sei es wichtig, jederzeit die vollständige Kontrolle über die von ihr verarbeiteten Daten zu wahren. Der offene Quellcode ermögliche die dafür nötige Transparenz und die Steuerungsmöglichkeiten in Bezug auf die eingesetzte Software, so Vitako.
Allerdings beobachtet der Verband auch, dass die Auftragsvergabe zur Bereitstellung von Software durch die Verwaltung noch häufig auf proprietäre Anwendungen der großen Hersteller ausgerichtet sei. Dies hänge zum Teil mit Missverständnissen über OSS zusammen: so gelte diese als unsicher, weniger leistungsfähig oder man gehe davon aus, dass diese überhaupt nicht richtig ausgeschrieben werden kann. Vitako weist jedoch darauf hin, dass tatsächlich schon eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen in Deutschland und Europa bereitstehe, die verschiedene Dienstleistungen rund um OSS anbieten können. Bei größeren Projekten erhielte man in diesem Umfeld selten alle Leistungen aus einer Hand; es sei jedoch möglich im Rahmen von Ausschreibungen die Kooperation verschiedener Hersteller zu fördern. Dies sei ganz im Sinne des Open-Source-Gedankens. Die Handreichung der Vitako will einen Überblick geben, welche Aspekte dabei zu beachten sind, damit das Potenzial von OSS in der Verwaltung realisiert werden kann.





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