Samstag, 7. Februar 2026

Nordrhein-WestfalenUmfassendes Pandemie-Management

[10.03.2021] Die umfassende Kontaktverfolgungs-Software SORMAS soll auch bei den Gesundheitsämtern in Nordrhein-Westfalen implementiert werden. Die kommunalen IT-Dienstleister im KDN haben sich vorab informiert und wollen bei der Einführung unterstützen.

In Nordrhein-Westfalen haben sich Mitglieder des Dachverbands kommunaler IT-Dienstleister (KDN) in einer virtuellen Strategietagung aus erster Hand über den Entwicklungsstand und die Einsatzmöglichkeiten der Kontaktverfolgungs-Software SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management Analysis System) informieren lassen. Entwickelt wurde die Anwendung am Helmholtz-Institut Braunschweig. Wie der KDN berichtet, hat der Leiter der Abteilung Epidemiologie, Gérard Krause, die neue Version SORMAS-X vorgestellt, die zu einem umfassenden Pandemie-Management-System weiterentwickelt wurde.
Nach Beschluss der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin vom 19. Januar 2021 soll SORMAS-X bundesweit in den Gesundheitsämtern eingeführt werden. Nordrhein-Westfalens CIO Andreas Meyer-Falcke bekräftigte den Willen der Landesregierung, das digitale Kontaktpersonen-Management-System schnellstmöglich verbindlich einzuführen und sagt dafür eine umfassende Unterstützung zu. Bereits 35 der 53 nordrhein-westfälischen Gesundheitsämter setzen das Verfahren ein oder haben mit der Einführung begonnen, so der CIO. Auch in Niedersachsen wird SORMAS bereits eingesetzt (wir berichteten).

Zahlreiche Schnittstellen

Seit mehreren Jahren entwickelt das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als Teil einer internationalen Entwicklungsgemeinschaft und in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) ein mobiles und digitales Kontaktpersonen-Management, berichtet der KDN weiter. Dafür wurde die Open Source Software an die Bedürfnisse und strukturellen Voraussetzungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in Deutschland angepasst.
Die neue Version SORMAS-eXchange (X) erlaube den synchronen digitalen Austausch von Daten zu Fall- und Kontaktpersonen zwischen den Gesundheitsämtern. Dadurch sollen Infektionsketten schneller und präziser ermittelt und unterbrochen werden. Weitere neue Funktionen seien ein digitales Symptomtagebuch für Online-Befundmitteilungen durch die Kontaktpersonen selbst (CLIMEDO), Web-Zugänge für eine sichere Nutzung des Systems im Homeoffice sowie die Möglichkeit, Quarantänebescheide auszustellen und zu archivieren. Nach Auskunft von Gérard Krause bietet SORMAS-X außerdem Schnittstellen zum Deutschen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) und SurvNet@RKI zur Erfassung, Auswertung und Weiterleitung der Meldedaten von Laboren und an das Robert Koch-Institut. Das HZI unterstütze außerdem die Hersteller anderer Fachanwendungen für den Gesundheitsbereich bei der Entwicklung von Schnittstellen zu SORMAS-X. Eine Software-Installation vor Ort wird nicht benötigt, da das System vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zentral im ITZBund betrieben wird.

Produktivitätseinbußen so kurz wie möglich

Im Rahmen des Erfahrungsaustauschs wurde auch über das Thema Datenmigration aus Vorsystemen gesprochen. Um den Aufwand für die Gesundheitsämter so gering wie möglich zu halten, wäre es denkbar, zunächst nur die Daten der letzten vier bis sechs Wochen aus dem Vorsystem in SORMAS-X zu übernehmen und eventuell für etwa zwei Wochen im Hybridbetrieb zu arbeiten, bis die letzten Fälle aus dem Vorsystem abgearbeitet sind. Umfassende Schulungen und eine Anwender-Hotline werden von der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen mit Sitz in Düsseldorf angeboten.
Laut Gérard Krause steht mit SORMAS-X ein Anwendungssystem zur Verfügung, das eine professionelle Software-Entwicklung, einen sicheren und datenschutzkonformen Betrieb und einen serviceorientierten Support bietet. Durch den Open-Source-Ansatz werden die Nachvollziehbarkeit der Funktionen, Beherrschbarkeit und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die öffentliche Verwaltung eröffnet.
Zur Einführung von SORMAS-X in den Gesundheitsämtern ist nach Überzeugung des HZI grundsätzlich keine externe Beratung notwendig. Dennoch sagt der KDN-Dachverband bei Bedarf Unterstützungsleistungen im Umstellungsprozess zu, insbesondere bei der Migration der Daten aus den Vorsystemen, aber auch bei der Inbetriebnahme von DEMIS oder Survnet@RKI.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...

Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Fraunhofer FOKUS: Zwischen Medienbrüchen und Bürokratiearbeit

[03.12.2025] Was macht einen Verwaltungsprozess wahrhaft nutzerfreundlich? Dieser Frage geht – anhand des Wohngeldantrags – eine Studie von Fraunhofer FOKUS nach. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, ein handlungsleitendes Gesamtbild der Verwaltungsmodernisierung zu entwickeln. mehr...

Fragestellung er Umfrage mit einem Störer "Deine Meinung zählt"

NeXT: Breite Umfrage zur Nachnutzung

[27.11.2025] Wie steht es um die Nachnutzung digitaler Lösungen in der öffentlichen Verwaltung? Das Netzwerk NeXT hat dazu eine Umfrage aufgesetzt Alle Verwaltungsbeschäftigten – ungeachtet der Ebene oder Rolle – können noch bis Ende November ihre Praxiserfahrungen teilen. mehr...

Gruppenfoto der Teilnehmenden am „Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen“

Metropolregion Rhein-Neckar: Kooperationsraum für moderne Verwaltung

[25.11.2025] Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar bauen ihre seit 2010 bestehende Kooperation aus und richten einen föderalen Kooperationsraum ein, der digitale Lösungen länder- und ebenenübergreifend entwickelt und erprobt. mehr...

Frau schreibt auf einem Notizblock, im Hintergrund weihnachtliche Deko
bericht

Studie: Intern besser integrieren

[20.11.2025] Wie erleben Behördenmitarbeitende die Digitalisierungsbemühungen in ihrem Alltag? Dies wollte das Unternehmen d.velop herausfinden. Ein Ergebnis der Umfrage: Eine vollständige Digitalisierung bis 2030 halten 75 Prozent der Befragten für unrealistisch. mehr...

Porträtaufnahme von Ilona Nickel.
interview

Lohr a.Main: Neue Perspektiven eröffnet

[19.11.2025] Ilona Nickel aus der IT-Abteilung der Stadt Lohr a.Main zählt zu den ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt. Im Interview erklärt sie, was den Lehrgang besonders macht und wie ihr dieser hilft, die Digitalisierung in Lohr voranzutreiben. mehr...

Szene aus einem Handballspiel.

Mainz: Mit Sportstättenverzeichnis online

[14.11.2025] In Mainz können jetzt die Belegungspläne von zunächst 20 Sporthallen online eingesehen werden. Weitere Hallen sollen sukzessive folgen. mehr...

Initiative Ehrenbehörde: Michelin-Stern für Behörden

[28.10.2025] Zwölf Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden jetzt für neue Standards in Kommunikation, Digitalisierung und Führung als „Ehrenbehörden 2026“ ausgezeichnet. mehr...

dbb akademie: Digitalisierung im öffentlichen Dienst bleibt große Baustelle

[24.10.2025] Die dbb akademie hat jetzt das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 vorgelegt. Demnach fühlen sich jüngere Generationen digital fitter, aber unzureichend vorbereitet. mehr...