BitkomUmfrage zur Smart City

Auswertungsergebnisse der Bitkom-Umfrage zur Smart City.
(Bildquelle: Bitkom Research 2021)
Die Bürger in Deutschland sehen in digitalen Technologien großes Potenzial für mehr Klimaschutz und Komfort an ihren Wohnorten. Das geht aus einer Befragung hervor, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Befragt worden seien 1.004 Personen ab 16 Jahren. 92 Prozent wünschen sich demnach eine intelligente Straßenbeleuchtung, die ihre Helligkeit automatisch an den aktuellen Bedarf anpasst, statt sich zu einer festen Uhrzeit an- oder auszuschalten. Fast ebenso viele (91 Prozent) seien der Ansicht, dass eine emissionsarme und platzsparende Zustellung von Paketen per E-Bikes an ihrem Wohnort eingeführt werden sollte. Drei Viertel (75 Prozent) plädieren für einen öffentlichen Nahverkehr möglichst ohne Abgase, etwa durch Busse mit Elektroantrieb. „Mit smarten Städten und Gemeinden verbinden wir in Deutschland meistens nur die Digitalisierung der Verwaltung. Weltweit zeigen Smart Citys erfolgreich, dass die Digitalisierung viel mehr kann und zum Beispiel dazu beiträgt, ökologische und ökonomische Probleme des Klimawandels zu lösen. So lässt sich durch E-Busse, intermodale Mobilität und digitalisierte Gebäude in Städten der CO2-Ausstoß verringern“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.
Für saubere und vernetzte öffentliche Plätze
Laut Bitkom sehen die Befragten neben dem Einsatz digitaler Technologien zur Reduktion von Emissionen großes Potenzial für mehr zivilgesellschaftliches Engagement vor Ort. Vier von fünf (81 Prozent) finden einen digitalen Mängelmelder sinnvoll, mit dem Schäden im öffentlichen Raum gemeldet werden können. Knapp die Hälfte (49 Prozent) befürworte eine App als digitale Lösung zur Einsicht und Mitgestaltung des öffentlichen Lebens. 46 Prozent der Befragten seien jedoch gegen die Einführung einer solchen Anwendung. Besonders Jüngere interessieren sich für eine digitale Option, aktiv am öffentlichen Leben teilzuhaben: 60 Prozent der 16- bis 29-jährigen sprechen sich dafür aus, nur 35 Prozent dagegen. Freies WLAN an öffentlichen Plätzen befürworten drei Viertel aller Befragten (76 Prozent).
Von hohem Interesse seien ebenfalls Umweltdaten aus der Nachbarschaft: Die Menschen wünschen sich einen Überblick zu aktuellen, ortsbezogenen Umweltentwicklungen. Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (56 Prozent) seien der Meinung, dass eine Plattform für den Zugang zu solchen Informationen eingeführt werden sollte. Diese könne beispielsweise die Luft- und Wasserqualität in Echtzeit abbilden.
Digitale Kommunikation mit Ämtern und Verwaltung
Die Umfrage zeige zudem, dass 78 Prozent der Bevölkerung die Möglichkeit haben wollen, möglichst viele Verwaltungsleistungen auch online nutzen zu können. Dadurch entfallen der Weg ins Bürgerbüro und Wartezeiten vor Ort. Ummeldungen oder Beantragungen von Dokumenten wie dem Personalausweis können dann von zu Hause durchgeführt werden. Sprechstunden mit den Ämtern sollen ebenfalls online per Video möglich sein, sagen 69 Prozent.
„Digitale Technologien müssen bei der Verwaltungsmodernisierung stärker genutzt werden, um Effizienz und Effektivität staatlichen Handelns zu verbessern. Dadurch entsteht mehr Transparenz von Verfahren und Entscheidungsprozessen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Berg.
Zuletzt teilt der Bitkom mit, dass die Digitalisierung von Städten, Gemeinden und Regionen im Zentrum der Smart Country Convention stehen wird (wir berichteten). Diese finde vom 26. bis 28. Oktober 2021 auf dem Berliner Messegelände statt. Die Veranstaltung richte sich an Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern, Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie nachgeordneten Behörden und kommunalen Unternehmen.
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