Mittwoch, 30. September 2026

WürzburgMillionenförderung für Modellregion

[22.07.2021] Würzburg hat sich mit dem Konzept stadt.land.smart erfolgreich um eine Förderung im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities beworben. Ab Herbst will die Stadt gemeinsam mit dem zugehörigen Landkreis nun diverse smarte Projekte angehen.

Ab Herbst 2021 starten Stadt und Landkreis Würzburg einen fünfjährigen Prozess, in dem sie sich untereinander und mit den Bürgerinnen und Bürgern digital noch besser vernetzen sowie gemeinsam diverse smarte Projekte angehen wollen. Wie die Stadt Würzburg mitteilt, ist „stadt.land.smart“ die Überschrift des Gewinner-Konzepts, mit dem sich die Kooperationspartner um eine Förderung im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities beworben haben. Für deren dritte Staffel hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) das Motto „Gemeinsam aus der Krise: Raum für die Zukunft“ gewählt (wir berichteten). Das stadt.land.smart-Team (SLS) um Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standort-Marketing, und das Team der Kreisentwicklung des Landkreises um Michael Dröse konnte den Zuschlag holen. Eine fokussierte Bewerbung und das Herausstellen der Synergieeffekte mit dem Landkreis überzeugten die Jury, berichtet die Stadt in Bayern und kündigt an: Alle Projekte von stadt.land.smart werden darauf abzielen, „Menschlich aus der Krise“ zu kommen, also den Dialog mit der Bürgerschaft aufrechtzuerhalten – gerade auch mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Es gelte die soziale Resilienz zu stärken. Mit sowohl digitalen als auch analogen Angeboten solle sichergestellt werden, dass allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern der Zugang zu nutzerfreundlichen Angeboten ermöglicht werde. Von der Nachbarschaftshilfe bis zu Leihgeräten gebe es viele Ideen und Bausteine, die nun zu einem Konzept ausgearbeitet werden müssen.
„Die Regionen um die Single-Hauptstadt Würzburg möchte in fünf Jahren ein Spezialist in der Prävention von Vereinsamung werden“, sagt Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Aufgrund der Skalierbarkeit der Projekte könnten dann auch andere Kommunen mit ähnliche Problemstellung von den Erfahrungswerten und den konkreten smarten Anwendungen profitieren, da sie auf Open-Source-Basis beruhen.

Wichtiger Impuls in Richtung smarte Region

„Die aktuelle Situation hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass wichtige Informationen und Angebote heute nicht alle Bürgerinnen und Bürger in dem Maße erreichen, wie wir uns das idealerweise vorstellen“, erklärt der Würzburger Oberbürgermeister weiter. „Krisen hängen manche Menschen ab. Wir wollen das nicht akzeptieren und viele Facetten der Bürgerbeteiligung entgegensetzen.“
Der Stadt zufolge setzt der Gewinnerantrag noch weitere Schwerpunkte. Dazu zählen kommunale Anpassungen im Sinne des Klimaschutzes, die Vernetzung der Verwaltung nach innen oder der Ausbau der bestehenden Open-Data-Plattform. Diese Plattform soll unter anderem Bürgerinnen und Bürgern den Zugriff auf öffentliche Daten erleichtern. Landrat Thomas Eberth sieht die Zusammenarbeit als wichtigen Impuls in Richtung smarte Regionen: „Als eine der Modellregionen in Deutschland sollen Stadt und Landkreis Würzburg nicht nur für die Bürger der Region noch besser aufgestellt sein. Es sollen viele Zukunftsthemen bearbeitet werden, welche die Bürgergesellschaft, das ehrenamtliche Engagement und damit das Leben der Bürger insgesamt smarter machen.“
Die Stadt berichtet, dass der gesamte Finanzrahmen des Projekts voraussichtlich bei rund 16 Millionen Euro liegen wird. Rund zwei Drittel davon (rund elf Millionen Euro) werden nun der Stadt zugeordnet sein, ein Drittel dem Landkreis (rund fünf Millionen Euro). Die Eigenmittelquote liege bei 35 Prozent. Die Stadt werde demnach – verteilt auf fünf Haushalte – rund vier Millionen Euro finanzieren, der Landkreis lege noch einmal rund zwei Millionen Euro oben drauf.
Konkrete erste Schritte konzentrieren sich in den nächsten Wochen auf die Zusammenstellung des nun zu verstärkenden stadt.land.smart-Teams. Weiter sollen eine gemeinsame Kommunikationsstruktur aufgebaut und Details für die Strategiephase geplant werden, in der auch die Bürgerinnen und Bürger intensiver einbezogen werden sollen. Nach der zwölfmonatigen Strategiephase, in der Maßnahmen erarbeitet und konkretisiert werden, gehe es in eine vierjährige Umsetzungsphase.





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